Ärg're dich, o Seele nicht II (BWV 186)

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Entstehung

Dies Kantate wurde zum Sonntag, 11. Juli 1723 geschaffen. Sie basiert auf der Adventskantate "Ärg're dich, o Seele nicht" von 1716.

Text der Kantate

Erster Teil

Chorus: Ärgre dich, o Seele, nicht

Ärgre dich, o Seele, nicht,
daß das allerhöchste Licht,
Gottes Glanz und Ebenbild,
sich in Knechtsgestalt verhüllt.

Recitativo: Die Knechtsgestalt, die Not, der Mangel

Die Knechtsgestalt, die Not, der Mangel
trifft Christi Glieder nicht allein,
es will ihr Haupt selbst arm und elend sein.
Und ist nicht Reichtum, ist nicht Überfluß
des Satans Angel,
so man mit Sorgfalt meiden muß?
Wird dir im Gegenteil
die Last zu viel zu tragen,
wenn Armut dich beschwert,
wenn Hunger dich verzehrt,
und willst sogleich verzagen,
so denkst du nicht an Jesum, an dein Heil.
Hast du wie jenes Volk nicht bald zu essen,
so seufzest du:
Ach Herr, wie lange willst du mein vergessen?

Aria: Bist du, der mir helfen soll?

Bist du, der mir helfen soll,
eilst du nicht, mir beizustehen?
Mein Gemüt ist zweifelsvoll,
du verwirfst vielleicht mein Flehen.
Doch, o Seele, zweifle nicht,
laß Vernunft dich nicht bestricken.
Deinen Helfer, Jakobs Licht,
kannst du in der Schrift erblicken.

Recitativo: Ach, daß ein Christ

Ach, daß ein Christ so sehr
vor seinen Körper sorgt!
Was ist er mehr?
Ein Bau von Erden,
der wieder muß zur Erde werden,
ein Kleid, so nur geborgt.
Er könnte ja das beste Teil erwählen,
so seine Hoffnung nie betrügt:
Das Heil der Seelen,
so in Jesu liegt.
O selig! wer ihn in der Schrift erblickt,
wie er durch seine Lehren
auf alle, die ihn hören,
ein geistlich Manna schickt!
Drum, wenn der Kummer gleich das Herze nagt und frißt,
So schmeckt und sehet doch, wie freundlich Jesus ist.

Aria: Mein Heiland läßt sich merken

Mein Heiland läßt sich merken
in seinen Gnadenwerken,
da er sich kräftig weist,
den schwachen Geist zu lehren,
den matten Leib zu nähren,
dies sättigt Leib und Geist.

Corale: Ob sich's anließ, als wollt er nicht

Ob sich's anließ, als wollt er nicht,
laß dich es nicht erschrecken!
Denn wo er ist am besten mit,
da will er's nicht entdecken.
Sein Wort laß dir gewisser sein,
und ob dein Herz sprach lauter Nein,
so laß doch dir nicht grauen.

Zweiter Teil

Recitativo: Es ist die Welt die große Wüstenei

Es ist die Welt die große Wüstenei,
der Himmel wird zu Erz, die Erde wird zu Eisen,
wenn Christen durch den Glauben weisen,
daß Christi Wort ihr größter Reichtum sei.
Der Nahrungssegen scheint
von ihnen fast zu fliehen.
Ein steter Mangel wird beweint,
damit sie nur der Welt sich desto mehr entziehen.
Da findet erst des Heilands Wort,
der höchste Schatz,
in ihren Herzen Platz:
Ja, jammert ihn des Volkes dort,
so muß auch hier sein Herze brechen
und über sie den Segen sprechen.

Arie: Die Armen will der Herr umarmen

Die Armen will der Herr umarmen
mit Gnaden hier und dort.
Er schenket ihnen aus Erbarmen
den höchsten Schatz, das Lebenswort.
9 Rezitativ: Nun mag die Welt mit ihrer Lust vergehen
Nun mag die Welt mit ihrer Lust vergehen,
bricht gleich der Mangel ein,
doch kann die Seele freudig sein.
Wird durch dies Jammertal der Gang
zu schwer, zu lang, -
in Jesu Wort liegt Heil und Segen.
Es ist ihres Fußes Leuchte und ein Licht auf ihren Wegen.
Wer gläubig durch die Wüste reist,
wird durch dies Wort getränkt, gespeist.
Der Heiland öffnet selbst, nach diesem Worte,
ihm einst des Paradieses Pforte,
und nach vollbrachtem Lauf
setzt er den Gläubigen die Krone auf.

Aria Duetto: Laß, Seele, kein Leiden von Jesu dich scheiden

Laß, Seele, kein Leiden
von Jesu dich scheiden,
sei, Seele, getreu!
Dir bleibet die Krone
aus Gnaden zu Lohne,
wenn du von Banden des Leibes nun frei.

Corale: Die Hoffnung wart' der rechten Zeit

Die Hoffnung wart' der rechten Zeit,
was Gottes Wort zusaget.
Wenn das geschehen soll zur Freud,
setzt Gott kein g'wisse Tage.
Er weiß wohl, wenn‘s am besten ist,
und braucht an uns kein arge List,
des soll'n wir ihm vertrauen.


Verweise