Ärg're dich, o Seele nicht I (BWV 186a)

Aus Monarchieliga
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  • BWV 186a
  • BC A 5
  • Komponiert für den 3. Adventssonntag 1716 (13. Dezember)
  • Das Libretto ist von Salomo Franck.


Geschichte

Die Kantate "Ärg're dich, o Seele nicht" (BWV 186 a) komponierte Bach für den 3. Adventssonntag 1716 am 13. Dezember in Weimar. Da der 3. Adventssonntag in Leipzig tempus clausum war, arbeitete Bach die Kantate für den 7. Sonntag nach Trinitatis um (BWV 186). Bis auf den Schlußchoral ist die gesamte Musik in diese Kantate eingegangen. Der Schlußchoral nach der Melodie "Von Gott will ich nicht lassen", könnte in BWV 73 eingegangen sein.

Libretto

Chorus: Ärg're dich, o Seele, nicht

Ärg're dich, o Seele, nicht,
daß das allerhöchste Licht,
Gottes Glanz und Ebenbild,
sich in Knechtsgestalt verhüllt.

Aria: Bist du, der da kommen soll

Bist du, der da kommen soll,
Seelenfreund, in Kirchengarten?

Mein Gemüt ist zweifelsvoll,
soll ich eines andern warten![1]
Doch, o Seele, zweifle nicht,
laß Vernunft dich nicht verstricken,
deinen Schilo[2], Jakobs Licht,
kannst du in der Schrift erblicken.

Aria: Messias läßt sich merken

Messias läßt sich merken
aus seinen Gnadenwerken,
Unreine werden rein.

Die geistlich Lahme gehen,
die geistlich Blinde sehen
den hellen Gnadenschein.

Aria Die Armen will der Herr umarmen

Die Armen will der Herr umarmen
mit Gnaden hier und dort.

Er schenket ihnen aus Erbarmen
den höchsten Schatz, das Lebenswort.

Aria (Duetto): Laß, Seele, kein Leiden von Jesu dich scheiden

Laß, Seele, kein Leiden
von Jesu dich scheiden,
sei, Seele, getreu!

Dir bleibet die Krone
aus Gnaden zu Lohne,
wenn du von Banden des Leibes nun frei.

Corale: Darum, ob ich schon dulde

Darum, ob ich schon dulde[3]
hier Widerwärtigkeit,
wie ich’s auch wohl verschulde,
kommt doch die Ewigkeit,
die aller Freuden voll,
dieselb’ ohn’ alles Ende,
dieweil ich Christum kenne,
mir widerfahren soll.

Verweise





Einzelnachweise

  1. d.h. "ob ich eines anderen warten soll"
  2. "Schilo" ist ein hebräisches Wort für "Messias"
  3. Strophe 6 "Von Gott will ich nicht lassen" von Ludwig Helmbold