Adelheid von Burgund

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Die heilige Adelheid von Burgund ist die erhabenste deutsche Heilige. Sie war Deutsche Königin. Ihr Gedenktag ist der 16. Dezember.

Leben

Die burgundische Königstochter wurde Gemahlin Lothars von Italien. Im Jahr 950 wurde ihr Mann ermordet, Adelheid in einer Burg in Garda eingesperrt. Der jungen Frau gelang die Flucht und sie rettete sich mit ihrer Tochter Emma, der späteren Ehefrau von König Lothar von Frankreich, nach Kanossa. Von dort aus rief sie König Otto den Großen, der Adelheids Bruder Konrad erzogen hatte, zu Hilfe. Otto besiegte Berengar, heiratete Adelheid 951 in der lombardischen Königsstadt Pawei und übernahm die langobardisch-italienische Königswürde.

Adelheid wurde zusammen mit Otto in Rom zur Kaiserin gekrönt. Nach dem frühen Tod ihres Sohnes Otto II. übte sie die Regentschaft für ihren Enkel Otto III. aus. Nachdem sie viele Klöster gegründet hatte, zog sie sich in ihr Lieblingskloster Selz zurück, wo sie starb und bestattet ist.

Regentschaft der Kaiserinnen

Als Otto I. im Jahr 973 starb, verhinderte Adelheid Erbstreitigkeiten unter den Söhnen und begründete so die Durchsetzung der Dynastie der Ottonen.

Mit Teofanu, der griechischen Gemahlin ihres Sohnes, pflegte sie ein freundschaftliches Verhältnis. Es ging den Frauen darum, dem minderjährigen Otto III. die Macht und die Krone des Reiches zu erhalten. Gemeinsam mit dem Erzbischof Willigis von Mainz führten die beiden Frauen die Regierungsgeschäfte in den Jahren 985 bis 994 für den minderjährigen Kaiser, bis Adelheid sich aus der gemeinsamen Regentschaft zurückzog.

Adelheid blieb Statthalterin von Italien. 991 kehrte sie an den Kaiserhof zurück, als ihre Schwiegertochter Theophanu erst 35jährig starb. Bis zur Volljährigkeit ihres Enkels Otto III. führte die Kaiserin die Regierungsgeschäfte nun selbständig.

Nachdem Otto III. die Regierung übernommen hatte, widmete sich Adelheid verstärkt karitativen Aufgaben und förderte Klostergründungen. Besonders am Herzen lag ihr die Reform von Kluny, die sie tatkräftig unterstützte. Schließlich zog sie sich in das von ihr gegründete Kloster Seltz zurück, wo sie 999 starb. Ihr Grab ist nicht erhalten.

Gedenktag

Der Gedenktag der heiligen Adelheid ist der 16. Dezember. Für den Gedenktag der Heiligen gelten folgende Bauernregeln:

  • Die Adelheid liebt weiße Flocken, so bleibt die Erde selten trocken.
  • Um die Zeit von Adelheid, da macht sich gern der Winter breit.

Ehe

Mit ihrer Heirat legten Otto I. und Adelheid die Grundlage für die Verbindung des ostfränkischen und des lombardischen Königreiches, dem Kernstück des heiligen Imperium Romanum. Adelheid war eine gebildete Frau, sie sprach vier Sprachen und war sehr belesen. Sie übte sowohl in Italien als auch in Deutschland großen Einfluß auf die Politik des Römischen Reiches aus. 962 wurden Otto I. und Adelheid zu Kaiser und Kaiserin gekrönt.

Kinder

Adelheid und Otto hatten vier gemeinsame Kinder:

  1. Heinrich (* 952, † 954)
  2. Bruno (* 953, †?)
  3. Mathilde (Äbtissin von Quedlinburg) (* 954, † 999)
  4. Otto (später als Otto II. König und Kaiser) (* 955, † 983)

Bildende Kunst

Die heilige Adelheid wird in fürstlichem Gewand mit Zepter und Krone dargestellt. Als Attribut wird ihr ein Kirchenmodell oder ein Schiff, mit dem sie aus der Gefangenschaft floh, beigegeben.

Die bekannteste Darstellung in der deutschen Kunst gehört zu einer Gruppe von Sandsteinfiguren im Chor des Meißner Doms, die um 1260 entstand. Sie ist hier neben ihrem nicht heiliggesprochenen Gemahl abgebildet, da er gemeinsam mit ihr das Bistum Meißen gründete.

Literatur

  • Gertrud Bäumer: Adelheid, Mutter der Königreiche. Tübingen 1936
  • Friedrich Wilhelm Bautz: Adelheid von Burgund (931–999). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975
  • Amalie Fößel: Adelheid. In: Die Kaiserinnen des Mittelalters. Pustet Verlag, Regensburg 2011
  • Franz Staab: Thorsten Unger (Hgg.): Kaiserin Adelheid und ihre Klostergründung in Selz. Referate der wissenschaftlichen Tagung in Landau und Selz vom 15. bis 17. Oktober 1999
  • Ernst Steindorff: Adelheid (Kaiserin). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 75–77.
  • Stefan Weinfurter: Kaiserin Adelheid und das ottonische Kaisertum. In: Frühmittelalterliche Studien, Bd. 33 (1999), S. 1–19. (Digitalisat)
  • Walter Schlesinger: Adelheid. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953

Verweise