Albrecht, Wilhelm Eduard

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Wilhelm Eduard Albrecht war linker Staatsrechtler und Demokrat.

Leben

Vom 18. Mai bis zum 17. August 1848 war er Abgeordneter für Harburg (Elbe) in der Frankfurter Nationalversammlung, wo er der Casino-Fraktion angehörte. Im Jahr 1863 wurde er zum Geheimen Hofrat ernannt, 1868 trat Albrecht in Ruhestand.

Staatsrechtliche Position

Bis heute bedeutsam ist seine Konstruktion des Staates als juristischer Person, die er 1837 in einer Rezension über Maurenbrechers „Grundsätze des heutigen Staatsrechts“ entwickelte. In der Staatslehre des Konstitutionalismus war bis dahin ungeklärt, wem eigentlich die Souveränität zukomme, da auf der einen Seite das monarchische Prinzip weiterhin stark betont wurde, während aber auf der anderen Seite die damaligen landständischen Verfassungen bereits Mitwirkungsrechte der Untertanen bei der Ausübung der Herrschaftsgewalt enthielten.

Vor diesem Hintergrund kam Albrecht zu dem Schluß, daß der Staat selbst juristische Person sein müsse. In Bezug auf die Allgemeinheit würden Herrscher und Untertanen ausschließlich als Haupt bzw. Glieder des Staates als eigener Rechtspersönlichkeit berechtigt und verpflichtet, während sie ansonsten gewissermaßen im privaten Bereich um ihrer selbst willen Rechte und um eines Anderen willen Verpflichtungen als individuelle Rechtspersönlichkeiten hätten. Im Gegensatz dazu stand insbesondere die u. a. von Otto von Gierke vertretene Lehre vom Staat als realer Verbandsperson, der an Albrechts Theorie insbesondere kritisierte, daß der Staat Albrechts eine bloße (juristische) Fiktion sei und der Herrscher sein Amt danach nach Art eines Vormunds eines geschäftsunfähigen Geisteskranken ausüben und das Reichsgericht im Namen eines Schatten Recht sprechen müsse.

Obwohl er 1869 zu einem lebenslangen Mitglied der I. Kammer des Sächsischen Landtags ernannt worden war, nahm er nur im Winter 1869/70 an den Sitzungen teil. Nur eine einzige Wortmeldung ist überliefert.

Verweise