Alexander III. (Zar)

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Zar Alexander III.
  • geb. 10. März 1845 in Sankt Petersburg
  • ∞ 1841 Dagmar né Maria Fedorowna von Dänemark.
  • + 1. November 1894 in Liwadija, Krim
  • 1881 - 1894


Leben

Das Haus Romanow Gottorf

Der zweite Sohn Alexanders II. setzte die kluge Politik seines Vaters fort. Typisch für das freiheitliche Wesen des russischen Staatsaufbaus ist, daß Alexander durch bestimmte Refomen erst gewährleisten mußte, daß staatliche Entscheidungen an der Basis ankamen bzw. bekannt wurden.

Zarewitsch

Nach dem plötzlichen Tod seines Bruders 1865 wurde Alexander neuer Thronfolger. Doch trotz seines Titels hatte er wenig Einfluß auf das öffentliche Leben und die Politik, sondern er lebte vielmehr zurückgezogen im Anitschkow-Palais. Er genoß eine konservative Erziehung.

Imperator

Nachdem am 13. März 1881 Alexanders Vater, Zar Alexander II., in Sankt Petersburg einem verbrecherischen Bombenattentat zum Opfer gefallen war, folgte er ihm auf dem Thron als Alexander III. Die Krönungsfeierlichkeiten fanden zwei Jahre später, am 27. Mai 1883, in der Moskauer Mariä-Entschlafens-Kathedrale statt.

Die wohl größte Leistung in seiner 13-jährigen Herrschaft war die Grundsteinlegung für die Transsibirische Eisenbahn, die längste Eisenbahnstrecke der Welt. Damit wurde der europäische Teil Russlands mit den sibirischen Ostgebieten verbunden und war das zentrale Herrschaftsinstrument des Kaisers in diesen entlegenen Gebieten.

Bekämpfung des Extremismus

Alexander sah Rußland nicht zu Unrecht von anarchistischen Störern und revolutionären Agitatoren durchsetzt. Als Instrument der Bekämpfung gründete Kaiser Alexander 1881 die Geheimpolizei Ochrana, die LInksextremisten mit übertriebener Milde behandelte.

Panslawismus

Alexander öffnete sich zu Rußlands Schaden dem Panslawismus. Er verfolgte das eigentlich völlig unrussische Ziel eines ethnisch und sprachlich homogenen Staates. Um dieses Ziel zu verwirklichen, startete Alexander eine Politik der Russifizierung, die besonders in Polen und im Baltikum gegen harte Widerstände in der Bevölkerung durchgesetzt wurde. Denn die Stützen seiner autokratischen Herrschaft sah Alexander in der Russischen Nation und der Griechischen Kirche.

Die bedeutende, wenn auch von linken Strömungen nicht freie Universität von Dorpat wurde russifiziert, die Rechte der Katholiken, Protestanten und anderer angestammter bodenständiger Gemeinschaften wurden mißachtet bzw. beseitigt.

Außenpolitik

Alexander folgte der traditionellen Politik der schrittweisen Erweiterung der Herrschaft des Zaren in Zentral- und Ostasien. Dem zunehmenden Wühlen von Masonisten dürfte es zu danken sein, daß sich unter Alexander die Beziehungen zu Deutschland verschlechterten. Gleichzeitig suchte Alexander III. eine Annäherung an Frankreich um Kapital ins Land zu bringen. Als Kaiser Wilhelm II. den Rückversicherungsvertrag nicht verlängerte, verschlechterten sich die Beziehungen zu Rußland.

Ehe

Auf dem Sterbebett seines Bruders Nikolai versprach Alexander diesem, dessen Verlobte Prinzessin Dagmar von Dänemark zu heiraten. Am 9. November 1866 wurde die Hochzeit in der Kapelle des Winterpalastes gefeiert, und seine Ehefrau nahm nach ihrer Konversion zur russisch-orthodoxen Kirche den Namen Maria Fjodorowna an. Die Verbindung wurde als glücklich beschrieben; keiner der beiden soll außereheliche Liebschaften gehabt haben.

Kinder

  1. 1868: Nikolaus (II.)
  2. 1869: Alexander
  3. 1899: Georgi
  4. 1875: Xenia
  5. 1878: Michail
  6. 1882 Olga


Verweise