Alexander von Roes

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Leben

Alexander von Roes wirkte als Kanoniker des Kölner Kanonissenstifts St. Maria im Kapitol. Er gehörte zum römischen Kreis des Kardinaldiakons Giacomo Colonna,[1] des prominentesten Anhängers des Kaisertums im Kardinalskollegium und Sympathisant der Franziskanerspiritualen. Ihm widmete Alexander von Roes im Jahre 1281 seine Hauptschrift, das "Memoriale de praerogativa Romani Imperii".[2]

In Alexander von Roes dürfen wir den mutigsten Streiter zur Verteidigung des Kaisertums gegen ein Bündnis von Papsttum und französischem Königtum sehen. Roes berief sich zu einer Zeit auf "Europa" als Chiffre für den "populus Christianus", als sonst niemand diesen Namen kannte.

Die drei Weltämter

Die drei "Prinzipate" oder "Weltämter" ordnete Roes den drei Hauptnationen seiner Zeit zu. Diese Nationen können nur zusammen – als Dach, Wände und Fundament – innerhalb der einen Kirche die rechte Ordnung erhalten. Dies begründete er ausführlich mit Abstammung, historischer Tradition und nationalen Eigenschaften dieser drei Völker und ordnet ihnen zusätzlich die drei Stände populus, militia, clerus) zu.

Am originellsten ist die Zuteilung des Studiums an die Franzosen, die den traditionellen Dualismus von Imperium und Sacerdotium sprengt und von ihm ebenfalls Karl dem Großen zugeschrieben wird.[3]

Sie ist wohl nicht als bloße Abfindung zu verstehen, die den französischen Druck auf das Papsttum und die politische Rivalität Frankreichs mit dem römisch-deutschen Reich abwehren soll, sondern auch als Ausdruck ehrlichen Respekts vor der geistigen Bedeutung Frankreichs.

Von den Zeitgenossen wird sein Werk noch in erster Linie als historiographischer Text gelesen, aus dem Argumente für die politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart abgeleitet werden können, oder auch – wegen der eschatologischen Bezüge vor allem in der "Noticia seculi" – aus "prophetischer Neugier".

Werke

  • Memoriale de Prerogativa Romani Imperii, 1250
  • Der Pfau,[4] allegorisches Gedicht, 1285
  • Noticia seculi.[5] 1288
  • Grundmann, Herbert/Heimpel, Hermann (Hg.), Die Schriften des Alexander von Roes, (MGH, Deutsches Mittelalter, Kritische Studientexte 4), Weimar 1949.
  • Grundmann, Herbert/Heimpel, Hermann (Hg.), Alexander von Roes. Schriften (MGH Staatsschriften des späteren Mittelalters, 1,1), Stuttgart 1958.

Literatur

  • Wilhelm Schraub: Jordan von Osnabrück und Alexander von Roes, 1910
  • Ottokar Lorenz: Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter: von der Mitte des dreizehnten bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts, 1870, S. 307f
  • Georg Waitz: Des Jordanus von Osnabrück Buch über das römische Reich, 1868; in: Königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen: Abhandlungen der historisch-philologischen Classe der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Band 14, 1869, A 2, S. 3-92
  • Georg Waitz: Jordanus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 500 f.
  • Hermann Heimpel: Alexander von Roes und das deutsche Selbstbewußtsein des Dreizehnten Jahrhunderts
  • Hermann Heimpel: Jordan von Osnabrück. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 194 f. (Onlinefassung)
  • Heinrich Koch: Jordan(us) von Osnabrück. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3. Bautz, Herzberg 1992, Sp. 645–649.
  • Martin Möller: Die Reichstheologie des Alexander von Roes

Verweise


Einzelnachweise

  1. gestorben 1318
  2. Denkschrift über die Vorrangstellung des Römischen Reiches
  3. "Translatio studii" von Rom nach Paris.
  4. Pavo
  5. Übersicht über den Lauf der Welt.