Alle Menschen müssen sterben (I)

Aus Monarchieliga
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A. F. C. Vilmar kommentierte das Lied:

„Das war das Lied, welches ehedem auf allen Leichenbegängnissen gesungen wurde, und dieser Liedesanfang ganz allein war schon imstande, mir die Wanderung zur Grabesstätte in christlicher Begleitung, wie die vielen im Herrn entschlafenen sie vor mir gemacht, wie ich sie auch bald machen werde und wie sie des unverkünstelten Christen inniger Wunsch auf dem Sterbebette ist, zu vergegenwärtigen.“


Die Weise im Werk Bach's

  • Ach ich habe schon erblicket. Schlußchoral der Kantate 146
  • Alle Menschen müssen sterben. Vierstimmiger Choralgesang BWV 262 (Laut BWV II ist dieser Satz von Pachelbel.)
  • Alle Menschen müssen sterben. Choral aus dem Orgelbüchlein
  • Alle Menschen müssen sterben. Orgelchoral BWV 1117


Text der Hymne

1. Alle Menschen müssen sterben,
alles Fleisch vergeht wie Heu.
Was da lebet, muß verderben,
soll es anders werden neu.
Dieser Leib, der muß verwesen,
wenn er anders soll genesen
zu der großen Herrlichkeit,
die den Frommen ist bereit.


2. Drum so will ich dieses Leben,
wenn es meinem Gott beliebt,
auch ganz willig von mir geben,
bin darüber nicht betrübt.
Denn in meines Jesu Wunden
hab' ich schon Erlösung funden,
und mein Trost in Todesnot
ist des Herren Jesu Tod.


3. Jesus ist für mich gestorben
und sein Tod ist mein Gewinn.
Er hat mir das Heil erworben,
drum fahr' ich mit Freuden hin,
hin aus diesem Weltgetümmel
in den schönen Gotteshimmel,
da ich werde allezeit
schauen die Dreieinigkeit.


4. Da wird sein das Freudenleben,
da viel tausen Seelen schon
sind mit Himmelsglanz umgeben,
dienen Gott vor seinem Thron.
Da die Seraphinen prangen
und das hohe Lied anfangen:
Heilig, heilig, heilig heißt
Gott der Vater, Sohn und Geist.


5. Da die Patriarchen wohnen,
die Propheten allzumal,
da auf ihren Ehrenthronen
sitzet die gezwölfte Zahl,
da in so viel tausend Jahren
alle Frommen hingefahren,
da wir unserm Gott zu Ehr'n
ewig Halleluja hör'n.


6. O Jerusalem, du Schöne,
ach, wie helle glänzest du!
ach, wie lieblich Lobgetöne
hört man da in sanfter Ruh'!
O der großen Freud' und Wonne,
jetzund gehet auf die Sonne,
jetzund gehet an der Tag,
der kein Ende nehmen mag.


7. Ach, ich habe schon erblicket
diese große Herrlichkeit!
Jetzund werd' ich schön geschmücket
mit dem weißen Himmelskleid
und der goldnen Ehrenkrone,
stehe da vor Gottes Throne,
schaue solche Freude an,
die kein Ende nehmen kann.


Verweise