Alles, was von Gott geboren (Bachkantate 80 a)

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Die Kantate „Alles, was von Gott geboren“ ist eine Kantate zum Sonntag Oculi 1715.


Erläuterungen

Die Kantate könnte von Bach auch für einen anderen Sonntag komponiert worden sein. Sie ist in Weimar entstanden, in Leipzig konnte Bach sie nicht verwenden, da die Fastenzeit tempus clausum war. So formte Bach die Oculi-Kantate um, und dies nicht nur einmal, denn die bekannte "Reformations"-Kantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ (K. 80) ist bereits die Umformung einer Umformung (K. 80 b).

Libretto

Aria: Alles, was von Gott geboren

Alles, was von Gott geboren,
ist zum Siegen auserkoren.

Was bei Christi Blutpanier
in der Taufe Treu' geschworen,
siegt in Christo für und für.

Recit.: Erwäge doch, Kind Gottes, die so große Liebe

Erwäge doch, Kind Gottes, die so große Liebe,
da Jesus sich mit seinem Blute dir verschriebe,
womit er dich zum Kriege wider Satans Heer
und wider Welt und Sünde geworben hat!
Gib nicht in deiner Seele dem Satan und den Lastern statt!
Laß nicht dein Herz, den Himmel Gottes auf der Erden
zur Wüste werden!
Bereue deine Schuld mit Schmerz
daß Christi Geist mit dir sich fest verbinde.

Aria: Komm in mein Herzenshaus

Komm in mein Herzenshaus,
Herr Jesu, mein Verlangen!

Treib' Welt und Satan aus
und laß dein Bild in mir erneut prangen!
Weg, schnöder Sündengraus,
Herr Jesu, mein Verlangen.

Recit.: So stehe denn bei Christi blutbefärbten Fahne

So stehe denn bei Christi blutbefärbten Fahne, o Seele, fest
und glaube, daß dein Haupt dich nicht verläßt,
ja, daß sein Sieg auch dir den Weg zu deiner Krone bahne!
Tritt freudig an den Krieg!
Wirst du nur Gottes Wort
so hören als bewahren
so wird der Freind gezwungen, auszufahren.
Dein Heiland bleibt dein Hort.

Aria: Wie selig ist der Leib

Wie selig ist der Leib,
der Jesu, dich getragen?
doch sel'ger ist das Herz,
das dich im Glauben trägt.
Es bleibet unbesiegt
und kann die Freinde schlagen
und wird zuletzt gekrönt
wenn es den Tod erlegt.

Corale: Mit unser Macht ist nichts getan

Mit unsrer Macht ist nichts getan,
wir sind gar bald verloren;
es streit' für uns der rechte Mann,
den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist?
Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaot,
und ist kein andrer Gott,
das Feld muß er behalten.

Verweise