Antonius von Padua

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  • Fernando Martim de Bulhões e Taveira Azevedo oder Ferdinand Martin von Bulhon und Taveira Azevedo
  • lat. Antonius Patavinus
  • * 15. Ernting 1195 in Lissabon
  • † 13. Brachet 1231 in Arcella bei Padua


Antonius von Padua war ein portugiesischer franziskanischer Heiliger.

Leben

Antonius stammte aus Lissabon. Mit 15 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr. Er studierte in Lissabon und Coimbra und empfing die Priesterweihe. 1220 trat er in den Franziskanerorden über und ging als Missionar nach Marokko. Wegen einer Krankheit musste er Marokko wieder verlassen; durch einen Sturm gelangte er nach Sizilien, lebte dann einige Zeit als Einsiedler bei Assisi, wo er auch 1221 am Generalkapitel der Franziskaner teilnahm. Hier traf er den Ordensgründer Franz von Assisi. Antonius fiel durch seine außergewöhnliche Redebegabung auf. Daher wurde er beauftragt, in Italien den Albigensern und Waldensern und in Südfrankreich den Katharern zu predigen. Hans Fries: Predigt des heiligen Antonius von Padua, 1506 Skulptur in der Kirche St. Anna in Heidelberg

1227 kehrte er nach Oberitalien zurück, wo er als Bußprediger, Ordensprovinzial und an der Universität Bologna als Lektor der Theologie für die Franziskaner wirkte.

Von seinen zahlreichen Aufgaben und Reisen erschöpft, zog er sich 1230 von seinen Ämtern zurück. Er starb am 13. Juni 1231 bei Padua. Verehrung

Die Legendenbildung um das Leben des heiligen Antonius begann bereits zu seinen Lebzeiten. Schon in frühen Quellen werden ihm zahlreiche Wunder nachgesagt. Sein berühmtestes Wunder soll er nahe der Stadt Rimini vollbracht haben: Da sein Versuch, den Stadtbewohnern eine Predigt gegen die Lehren der Albigenser darzubieten, fehlschlug, richtete der Heilige seine Worte am Ufer des Meeres an die Fische, die ihm genauso andächtig zugehört haben sollen wie dem heiligen Franz von Assisi die Vögel.

Antonius wurde auf stürmisches Verlangen des Volkes bereits elf Monate nach seinem Tod am 30. Mai 1232 von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. In der ganzen Kirchengeschichte gab es bislang keine kürzere Zeitspanne zwischen Tod und Kanonisation (Heiligsprechung). Am 16. Januar 1946[1] wurde Antonius von Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer ernannt.

Antonius wird oft als Franziskaner mit dem Jesuskind auf dem Arm oder einer Lilie in der Hand dargestellt.

Über seinem Grab in Padua erhebt sich eine mächtige Basilika, die Basilica di Sant’Antonio, voller Kunstschätze und Reliquien (wie bspw. seine Zunge). Diese Kirche ist seit vielen Jahrhunderten Ziel einer sehr großen Zahl von Pilgern. Patronate

Der Heilige ist Schutzpatron der Städte Padua, Lissabon, Paderborn und Hildesheim sowie der Berufe Bäcker, Schweinehirten, Bergleute und Sozialarbeiter. Er wird bei Unfruchtbarkeit, Fieber, Pest, Schiffbruch, Kriegsnöten und Viehkrankheiten als auch für das Wiederauffinden verlorener Gegenstände (daher der Scherzname Schlampertoni) angerufen. Auch soll er bei der Partnersuche helfen, wozu z.B. Single-Wallfahrten nach Padua angeboten werden. Dies wurde auch in mehreren TV-Produktionen thematisiert.[2][3] Zudem soll er zu einer guten Geburt, zum Altwerden und zu einer guten Ernte verhelfen. Besonders bekannt ist sein Patronat über die Armen (unter dem Namen Antoniusbrot werden Spenden für Notleidende gesammelt).

   siehe auch Kirchen mit Antonius-Patronat

Gedenktag

Sein katholischer Gedenktag ist der 13. Juni. Es handelt sich dabei um einen gebotenen Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender. Bauernregel

Die dem Namenstag entsprechenden Bauernregeln lauten:

   Wenn Sankt Anton gut Wetter lacht, Sankt Peter (29. Juni) viel ins Wasser macht.
   Regnet's am Antoniustag, wird's Wetter später wie es mag.

Nachwirken in Literatur und Musik

Das Motiv der Fischpredigt wird in der von Achim von Arnim und Clemens Brentano zusammengestellten Volksliedsammlung Des Knaben Wunderhorn in dem Volkslied Des Antonius von Padua Fischpredigt aufgegriffen und parodiert. Zwar zeigen sich die Fische als Zuhörer begeistert, bekehren sich aber trotzdem nicht:

Antonius zur Predig (sic!) Die Kirche findt ledig Er geht zu den Flüssen und predigt den Fischen . . .

Die Krebs gehn zurücke, Die Stockfisch bleiben dicke, Die Karpfen viel fressen, Die Predig vergessen. Die Predig hat gfallen, Sie bleiben wie alle [4][5]

Gustav Mahler vertonte diesen Text in seinen Liedern aus des Knaben Wunderhorn. Im dritten Satz seiner Zweiten Sinfonie griff er das musikalische Material des Liedes erneut auf.

   Wilhelm Busch schrieb 1870 die Bildergeschichte Der heilige Antonius von Padua, in der er jedoch auch Motive aus dem Leben des Einsiedlers Antonius des Großen verwendete, wie dessen Versuchung.

Literatur

   Andreas-Pazifikus Alkofer: Antonius von Padua. Franziskaner auf Umwegen. Echter, Würzburg / Ed. Messaggero, Padua 1994, ISBN 3-429-01619-3.
   Andreas-Pazifikus Alkofer: Der heilige Antonius von Padua (= Reihe „Hagiographie, Ikonographie, Volkskunde“; Nr. 40118). Schnell und Steiner, Regensburg 1995.
   Jean Rigaud: The life of St. Antony of Padua. Catholic Truth Society, London 1904.
   Anton Rotzetter: Antonius von Padua. Leben und Legenden. Dietrich-Coelde-Verlag, Werl / Antonius-Verlag, Solothurn 1995, ISBN 3-87163-212-0 / ISBN 3-85520-034-3.
   Maximilian Wagner: Da berühren sich Himmel und Erde. Symbol und Sakrament in den Sermones des Antonius von Padua. Butzon und Bercker, Kevelaer 2002, ISBN 3-7666-2092-4 (zugl. Dissertation, Päpstliche Hochschule Rom, 2000/2001).
   Beda Kleinschmidt: „Antonius von Padua in Leben und Kunst, Kult und Volkstum“, Düsseldorf 1931, erschienen als Heft 6-8 in der Reihe „Forschungen zur Volkskunde“, hrsg. von Georg Schreiber (wohl noch immer eines der profundesten Werke über Antonius)
   Friedrich Wilhelm Bautz: ANTONIUS von Padua (eigentlich: Fernando Martini). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 194.
   Antonius de Padua, S. 21). In: Johann E. Stadler, Franz Joseph Heim, Johann N. Ginal (Hrsg.): Vollständiges Heiligen-Lexikon ..., 1. Band (A–D), B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg 1858, ‎ S. 255–259.

Weblinks

Commons: Antonius von Padua – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Wilhelm Busch: Der heilige Antonius von Padua – Quellen und Volltexte
Wikiquote: Antonius von Padua – Zitate
   Literatur von und über Antonius von Padua im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
   Antonius von Padua im Ökumenischen Heiligenlexikon
   Gesamtwerk von Migne Patrologia Latina

Einzelnachweise

   ↑ heiligerantonius.org: Prediger und Bekehrer. Abgerufen am 15. Januar 2012.
   ↑ „Drei Frauen für Toni“: Dokumentarfilm von Johanna Bentz 2010 (ARD.de)
   ↑ „Pilgerfahrt nach Padua“: TV-Komödie von Jan Ruzicka 2011 mit Gisela Schneeberger, Herbert Knaup u.a. (NDR.de)
   ↑ Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder gesammelt von L. Achim von Arnim und Clemens Brentano, Winkler Verlag, München 1980 ISBN 3-538-06560-8, S. 237.
   ↑ Vollständiger Text in: Die deutschen Gedichtebibliothek

Normdaten (Person): GND: 118503510 | LCCN: n50051888 | VIAF: 95165150 | Wikipedia-Personensuche Kategorien:

   Antonius von Padua
   Franziskaner
   Augustiner-Chorherr
   Heiliger (13. Jahrhundert)
   Katholischer Theologe (13. Jahrhundert)
   Kirchenlehrer
   Geboren 1195
   Gestorben 1231
   Mann

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