Aufklärung

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Die Aufklärung war eine philosophische Richtung, die im 17. Jahrhundert aufkam. Sie versuchte, den Menschen als Geschöpf an die Stelle Gottes zu setzen.

Deutsche Aufklärung

Die deutsche Aufklärung verlief maßvoller als die französische. In der Ethik strebte man eine rein natürliche Begründung an und entwickelte das „Ideal der Humanität“[1]. Populär ist die Aufklärung in den Gesellschaften des Westens heute noch, trotz ihrer teils fatalen Ergebnisse, vor allem wegen ihrer religionsfeindlichen Tendenz, da die „breite Masse“ die Religion mit Moral, also mit der Befolgung von sittlichen Vorschriften gleichsetzt, denen „man“ sich nicht beugen will. Der weit höhere Anspruch der Aufklärung ist denselben Leuten aber zu anstrengend, wie daran zu erkennen ist, daß die Maximen der „letzten Aufklärer“, etwa Jean-Paul Sartre, keine kulturell relevante Lebensform zu gestalten imstande waren.

Die „Dialektik der Aufklärung“ hat dem 20. Jahrhundert rund 200 Millionen Todesopfer beschert. Wobei einzuräumen ist, daß es keinen Weg zurück in das mittelalterliche Staat-Kirche-Gefüge gab oder jemals mehr geben wird. Aber zum Vergleich: Die Inquisition hatte seit dem 13. Jahrhundert in über 500 Jahren in etwa 6.000 Fällen[2] die Verhängung der Todesstrafe (ausgeführt durch den Staat) zur Folge; auch das sind tausende zuviel, aber keineswegs waren Mittelalter und Frühe Neuzeit „dunkle“ Epochen, in denen ein Menschenleben nichts gegolten hätte.

Antichrist

Die Philosophie der Aufklärung beeinflußte insbesondere die Theologie der deutschen Protestanten, mit Ausstrahlungen nach Skandinavien und Nordamerika. Auch die „Kirche von England“ setzte sich mit diesen Strömungen seit dem 18. Jahrhundert auseinander.

Schon der Rationalist Christian Tomasius kämpfte Seite an Seite mit den Pietisten August Hermann Francke und Lange gegen den amtlichen Lutherismus mit seinem staatsfromm-pessimistischen Menschenbild. Auch der Spott aufklärerischer Gelehrter wie Reimarus und Gotthold Ephraim Lessing brachte den „beschränkten Konfessionsglauben“ in große Verlegenheit.

Charakteristisch für die protestantische theologische Aufklärung ist ihre Bibelkritik und ihre unausgesetzte Polemik gegen den „Wunderglauben“. Das erschüttert den Glauben an die Offenbarung überhaupt und führt zum Versuch, sie als „Kern“ einer naturgegebenen Vernunftreligion zu begreifen. Typische Elemente dieser Kritik sind:

  1. Ablehnung der göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, d. h. durch den Heiligen Geist
  2. Ablehnung der metaphysischen Gottessohnschaft Jesu Christi, d. h. der Christologie
  3. Ablehnung des Erlösungs- und Auferstehungsglaubens, d. h. der Gotteskindschaft des Menschen

Während einerseits die gesamte „aufgeklärte“ Verkündigung einen schrill moralisierenden Ton annahm und „öffentliche Moral“ einklagte, wurde andererseits eine laxe Moral des Individuums im Privaten gestattet („permissive Ethik“).

Der Wind der Aufklärung ergriff schon im 18. Jahrhundert auch Teile der katholischen Theologie. Die Verweltlichung des höheren Klerus, der ganz unter dem Eindruck des Gallikanismus stand, sowie die aufgeklärte Kirchenpolitik des österreichischen Kaisers Joseph II. („Josephinismus“) sind dafür nur Beispiele. Bis hin zur fehlerhaften Rezeption des Vatikanischen Konzils und des „Zweiten Vatikanischen Konzils“ reichen die Ausläufer dieser Mentalität. Der „Geist des Konzils“ ist oftmals nichts anderes als der wiederbelebte Geist der Synode von Pistoia (1786; 1794 mit Auctorem fidei verurteilt), ohne daß die Protagonisten einsehen, daß die Welt von heute längst mehr als weitere 200 Jahre durchlebt und durchlitten hat.

Würdigung

So wie das „einfache Volk“ lieber an Horoskope glaubt oder bei „Wunderheilern“ seine Zuflucht sucht, so „glaubt“ der hedonistische „Bildungsbürger“ weiterhin an die „Aufklärung“, wenn auch nur in dem kleinen Maßstab, den samstags das liberalistische Magazin „Der Spiegel“ oder sonntags der massenverblödende Fernsehsender RTL bieten. Dieser Umgang mit dem Phänomen wird allerdings dem Ernst der Thematik nicht gerecht.

Verweise

  • Aufklärung


Einzelnachweise

  1. Gotthold Ephraim Lessing
  2. Maximal 50.000 Fälle; Hexenwahn inbegriffen