Blut- und Begierdetaufe und theologische Prinzipien

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Welchen Prinzipien muß ein Katholik folgen um die Wahrheit zu erlangen?

In den vergangenen Jahrzehnten bin ich immer wieder Traditionalisten begegnet, sowohl Laien als auch Klerikern, die den extremen Prinzipien von Pater Leonard Feeney und dem St. Benedikt Center bezüglich des Axioms „Außerhalb der Kirche ist kein Heil“ folgten. Diejenigen, die die Position Feeneys konsequent vertreten, weisen die allgemeinübliche katholische Lehre über die Begierde- und Bluttaufe zurück.

Katholiken sind aber an diese Lehre gebunden, da sie von dem universellen und gewöhnlichen Magisterium kommt. Pius IX. schrieb vor, daß die Katholiken diejenigen Lehren glauben müssen, die von den Theologen als „zum Glauben gehörend“ angesehen werden und daß sie sich denjenigen Formen der Lehre unterwerfen müssen, die allgemein als „theologische Wahrheiten und Schlüsse“ bezeichnet werden.

Im Jahre 1998 stellte ich Materialien zur Blut- und Begierdetaufe aus den Werken von 25 Theologen der Zeit vor dem II. Vatikanum in einem Dossier zusammen, unter ihnen zwei Doktoren der Kirche. Alle lehrten einhellig dasselbe!

Hinter der Zurückweisung dieser Lehre durch Feeney liegt eine Zurückweisung der Prinzipien, die Pius IX. aufstellte, Prinzipien, die Grundlage der Theologie sind. Wer diese Kriterien zurückweist, der lehnt die Grundlagen der katholischen Theologie ab und konstruiert eine eigene Theologie, eine Theologie, in der die eigene Interpretation päpstlicher Verlautbarungen ebenso willkürlich und idiosynkratisch ist wie die Interpretation der Bibel durch einen freidenkenden Baptisten. Es ist völlig sinnlos mit einer solchen Person über die Blut- und Begierdetaufe zu diskutieren, denn sie akzeptiert nicht die Kriterien nach denen theologische Sachverhalte beurteilt werden müssen.

Was nun folgt sind Aufzeichnungen einer Konferenz vom 15. 7.2000, in welcher ich die Prinzipien vorstellte, nach denen die Blut- und Begierdetaufe überprüft werden muß. Das erwähnte Dossier ist gegen eine geringe Gebühr in unserem Büro erhältlich.

Welchen Prinzipien müssen wir nach kirchlicher Lehre folgen?

Man muß die Lehre sowohl vom feierlich verkündeten als auch vom universellen ordentlichen Lehramt der Kirche glauben.

Generalprinzip

Durch festen Glauben müssen alle diejenigen Dinge festgehalten werden, die entweder im geschriebenen Wort Gottes oder in der Tradition enthalten sind. Dies sind Gegenstände, die von der Kirche vorgetragen wurden, entweder in feierlicher Verkündigung oder in ihrem gewöhnlichen und universalen Magisterium als göttlich offenbart geglaubt werden.

Der Kodex des kanonischen Rechts legt dieselben Verpflichtungen auf.

(Canon 1323.1)

Daraus ergibt sich, daß mittels des göttlichen und katholischen Glaubens folgende Dinge geglaubt werden müssen:

  1. Enthalten in Schrift und Tradition und
  2. vorgelegt als göttliche Offenbarung durch die Autorität der Kirche entweder durch
  • feierliche Verkündigung (Ökumenische Konzilien oder Päpste ex cathedra) oder
  • universelles ordentliches Magisterium (d.h. Lehre durch die Bischöfe gemeinsam mit dem Papst, entweder in Konzilien oder durch weltweite Lehre).

Dies ist nicht optional oder Meinungsangelegenheit, denn es definiert den Inhalt des Glaubens und es ist unfehlbar definiert.

Man muß diejenigen Lehren des universellen gewöhnlichen Magisteriums glauben, die von den Theologen als Teil des Glaubens angesehen werden.

Denn auch wenn es sich um jene Unterwerfung handelt, zu der all jene Katholiken dem Gewissen nach verpflichtet sind, … , so müssen … anerkennen, daß es für katholische Gelehrte nicht genügt, die vorher genannten Lehrsätze der Kirche anzunehmen und zu achten, sondern, daß es auch nötig ist, sich sowohl den Entscheidungen zu unterwerfen, die als zur Lehre gehörig von den päpstlichen Kongregationen vorgelegt werden, als auch den Lehrkapiteln, die in gemeinsamer und beständiger Übereinstimmung der Katholiken als theologische Wahrheiten und derart sichere Schlußfolgerungen festgehalten werden, daß Meinungen, die diesen Lehrkapiteln entgegengesetzt sind, zwar nicht häretisch genannt werden können, jedoch eine andere theologische Zensur verdienen,

Man muß sich den doktrinellen Entscheidungen und anderen Formen der Lehre unterwerfen.

Hauptprinzip

  • Siehe oben Tuas libenter.

Man muß also festhalten an:

  1. Lehrentscheidungen der Vatikanischen Kongregationen, vor allem der Glaubenskongregation.
  2. Formen der Lehre wie a) theologische Wahrheiten und Schlüsse, die b) so sicher sind, daß ein Widerspruch an Häresie grenzt.

Folgende Sätze sind zurückzuweisen:

a) Die Theologen haben die Glaubenswahrheiten verdunkelt.

1. Der Satz, der behauptet: "In diesem letzten Jahrhunderten wurde eine allgemeine Verdunkelung über die Wahrheiten größeren Gewichts gebreitet, die sich auf die Religion beziehen und die die Grundlage des Glaubens und der Morallehre Jesu Christi sind." ist häretisch.

b) Der Katholik muß lediglich an die dogmatisierten Glaubenswahrheiten glauben.

Deshalb weisen wir durch unsere Apostolische Autorität zurück, verbieten und verurteilen wir jede schlechte Meinung und Lehre, die wir einzeln in diesem Brief erwähnt haben, sie muß … von jedem Glied der Kirche [als das] angesehen werden.

(22.) "Die Verpflichtung, durch die katholische Lehrer und Autoren absolut gebunden sind, ist beschränkt auf diejenigen Angelegenheiten, die durch das unfehlbare Urteil der Kirche entscheiden sind, die Dogmen des Glaubens."

c.) Enzykliken verlangen keine Zustimmung, da hier die Päpste nicht ihr höchstes Lehramt ausüben.

Es ist undenkbar, daß das, was in Rundschreiben niedergelegt ist, keine Zustimmung verlangt, weil hier die Päpste nicht ihre Höchstgewalt ausüben. Hier lehrt das gewöhnliche Magisterium, für das das Heilandswort gilt "Wer euch hört, hört mich!".

Warum verlangt die Kirche, daß der gewöhnlichen Lehre ihrer Theologen gefolgt wird?

Einführende Konzeption

Definition "Theologe": Das ist ein Gelehrter, der nach der Zeit der Kirchenväter die Heilige Lehre der Kirche wissenschaftlich vorträgt.

In der Kirche: In kirchlicher Gemeinschaft, und zwar entweder in kirchlicher Sendung oder mit ausdrücklicher und einschlußweiser Erlaubnis.

Lehre: Dogatik oder Moral

B. Generelle Typen der Theologie

  1. Positiv: untersucht und erklärt den Inhalt der Bibel und der Kirchenväter.
  2. Scholastisch: Sucht ein Verständnis des Glaubens mit Hilfe der Bibel, der Kirchenväter, des Verstandes (Syllogismen), philosophischer Prinzipien (Erklären der Offenbarung, Ziehen von Schlußfolgerungen und Formulieren von Definitionen.)

C. Die Erziehung und Karriere von Theologen

  • Seminar: 6 Jahre mit Latein und Geisteswissenschaften
  • 3 Jahre Philosophie, Logik, Metaphysik, Kosmologie, Psychologie, Kriteriologie etc.
  • Theologie an der Päpstlichen Universität: Dogmatik, Moral, 4 -5 Jahre Pastoral - im 1. Jahr Kriterien zur Behandlung theologischer Fragen) STL-Abschluß. Weihe etwa mit 25. Promotion weitere 2 - 4 Jahre. Forschung, Dissertation, öffentliche Verteidigung.
  • Frühe Karriere: Lehre vor Grundstudenten. Assistenz von Senior-Professoren. Schreiben und Veröffentlichen erster eigener Aufsätze. Alles unter wachsamen Augen der Professoren - Imprimatur muß stets erfolgen.
  • Mittlere Karriere (nur bei Erfolg!) Assistent, Professur an der Päpstlichen Universität. Mit-Autor bei wissenschaftlichen Werken. Weitere Veröffentlichungen.
  • Spätere Karriere. Ordentliche Professur etc.
  • Höhepunkt: Chef einer theologischen Abteilung. Autor von einzigartigen Büchern und Lexika, die weltweit benutzt werden. Päpstliche Ernennung an der päpstlichen Kurie, Verfassung päpstlicher Enzykliken, Kardinalshut, Kanonisierung zum Heiligen, Titel "Doktor der Kirche".
  • Schlußfolgerung: Diejenigen Theologen, die vor dem 2. Vatikanum als die Besten ihres Faches genannt wurden, verfügten über Kenntnisse und Expertenwissen der katholischen Lehre, das das gewöhnlicher Priester und Laien um ein Gewaltiges überragt.

Gegner der Autorität der Theologen

Humanisten

Diese lehnen übernatürliche Prinzipien ab und versetzen den Menschen in das Zentrum des Weltalls.

Protestanten

Diese lehnen Doktrinen ab, die die Theologen lehrten, so Luther "Scholastische Theologie ist Ignoranz und Lüge." und Melanchthon "Scholastische Theologie verdunkelt das Evangelium und löscht den Glauben aus!"

Jansenisten

Diese behaupteten ebenfalls, die Theologen hätten die Offenbarung verdunkelt.

Modernisten, linke Rationalisten

Diese leugnen die unveränderliche Natur der Wahrheit.

Lehre der Kirche zum Gegenstand

a) Päpstliche Verlautbarungen 1. Pius VI. verurteilte die folgenden Sätze der Synode von Pistoia:

  • Der Tadel, mit dem die Synode die Scholastik als diejenige rügt, die "den Weg zur Erfindung neuer und untereinander widersprechender Systeme in Bezug auf Wahrheiten von höherem Gewicht bahnte und schließlich zum Probabilismus und Laxismus führte, insofern er die Fehler einzelner, die die Scholastik mißbrauchen konnten oder mißbraucht haben, auf die Scholastik zurückwirft, ist falsch, leichtfertig, gegenüber den heiligsten Männern und Lehrern, die die Scholastik zum großen Gut der katholischen Religion ausbildeten, ungerecht und begünstigt die feindseligen Vorwürfe der Häretiker gegen sie.
  • Die Behauptung, die mit Vorwürfen und Schmähungen in katholischen Schulen vertretene Auffassungen angreift, über die der Apostolische Stuhl bis heute noch nichts bestimmen oder verkünden zu müssen glaubte, falsch, leichtfertig, gegenüber den katholischen Schulen ungerecht und dem Gehorsam, der den Apostolischen Konstitutionen geschuldet wird, abträglich.

c. Der Satz, der behauptet: "In diesem letzten Jahrhunderten wurde eine allgemeine Verdunkelung über die Wahrheiten größeren Gewichts gebreitet, die sich auf die Religion beziehen und die die Grundlage des Glaubens und der Morallehre Jesu Christi sind." ist häretisch.

2. Pius IX. tadelte diejenigen, die die Lehren der scholastischen Theologie zurückweisen.

Zudem haben wir erfahren, daß in Deutschland auch eine falsche Meinung wider die alte Schule und wider die Lehre jener hervorragenden Lehrer Geltung erlangte, die die gesamte Kirche wegen ihrer wunderbaren Weisheit und Heiligkeit des Lebens verehrt. Durch diese falsche Meinung wird die Autorität der Kirche selbst in Zweifel gezogen, da ja die Kirche selbst nicht nur durch so viele Jahrhunderte hindurch ununterbrochen gestattete, daß nach der Methode ebendieser Lehrer und nach Prinzipien, die in gemeinsamer Übereinstimmung aller katholischen Schulen festgelegt wurden, die theologische Wissenschaft ausgebildet werde, sondern ihre theologische Lehre auch sehr oft mit höchstem Lobe pries und sie als stärkstes Bollwerk des Glaubens und furchtbare Waffe gegen ihre Feinde nachdrücklich empfahl.

3. Leo ΧΙΙΙ. schrieb den Gebrauch des hl. Tomas und seiner Methoden vor.

b) Kirchliche Praxis

  1. Doktrinen, die sich gegen die Lehre der Theologen richten, werden verurteilt.
  2. Scholastische Lehre und Methode wird angewendet.
  3. Theologen werden zu Doktoren der Kirche erklärt, (Hl. Tomas, Bonaventura etc.)

Kodex des Kanonischen Rechts.

"Diejenigen, die das Studium der Philosophie und der Theologie in den Seminaren lehren, sollen den Methoden, Lehren und Prinzipien des Engelsgleichen Lehrers folgen und an ihnen standhaft festhalten.

These: Die einmütige Lehre von Theologen in Gegenständen des Glaubens und der Moral verschafft Sicherheit für den Beweis eines Dogmas

a) Erster Beweis: Die Verbindung der Theologen mit der Kirche. Als Männer, die Theologie studiert haben, haben Theologen zunächst eine wissenschaftliche Autoritär. Doch als Diener, Organe und Zeugen der Kirche verfügen sie auch über sichere dogmatische Autorität.

Die Lehre der Kirche in Angelegenheiten von Glauben und Moral ist dogmatisch autoritativ und gewiß. Die einmütige Lehre der Theologen bezeugt und drückt die Lehre der Kirche aus, denn die Kirche anerkennt die Lehre der Theologen, wenn sie sie bestätigt, sei es ausdrücklich, sei es stillschweigend. Theologen belehren die Gläubigen über die Glaubenslehre. Das, was von den Theologen gepredigt wird, ist das, was die Kirche glaubt.

Wegen dieser Verbindungen mit der Kirche hat die Lehre der Theologen Autorität, denn die Kirche nimmt eine klare Haltung zu ihrer Lehre ein. Diejenigen, die die Autorität der Theologen leugnen, wollen auch die Autorität der Kirche leugnen oder zumindest ihre Verbindung mit der Kirche zerstören. Alle Feinde der Kirche sind auch Feinde der katholischen Theologie.

b) Zweiter Beweis: Falsche Prinzipien hinter widerstreitenden Argumenten.

Die Gegner leugnen die dogmatische Autorität der Theologen, indem sie die Verbindung zwischen Theologen und Kirche zu unterbrechen suchen, - durch den Versuch, die Autorität der Kirche zu mindern, - durch unmittelbare Angriffe auf die kirchliche Lehre, -sowie durch den Versuch, falsche Lehren zu implementieren.

c) Dritter Beweis: Die Effekte

Die Lehre der Theologen, insonderheit die der Scholastiker, erläutert und verteidigt den Glauben am besten und hilft das christliche Leben zu vervollkommnen. Wenn hingegen die Lehre der Theologen und Scholastiker vernachlässigt wird, verbreiten sich Irrtümer und Häresien und das christliche Leben sinkt hernieder. Die gesamte Kirchengeschichte zeugt davon bis in unsere Gegenwart.

Einwände und Antworten

  • Theologen verfassen Lehren. Sie können sich nicht darum kümmern, ob diese Lehren mit der Lehre der Kirche übereinstimmt.

Antwort: Zwar können Theologen darüber nicht letztentscheiden, doch müssen sie darauf in ihrer Lehre Rücksichtnehmen.

  • Aber Theologen haben sich doch auch schon geirrt!

Antwort: Sicherlich, doch ist es bisher niemals vorgekommen, daß die Theologen einstimmig einen Irrtum verteidigt haben.

  • Theologen können mit Gewißheit nur sagen, was die Kirche gelehrt hat. Wenn sie darüber hinaus gehen, ist ihre Lehre privat und entspricht nur ihrer subjektiven Meinung.

Antwort: Theologen sind Zeugen nicht nur der Definition einer Lehre, sondern auch ihrer Bedeutung. Dabei kommt es auf die Methode ihrer Lehre an. Es ist absurd zu sagen, die Kirchenväter und die Theologen hätten das Dogma nicht erläutern dürfen. Hier nähern wir uns dem jansenistischen Irrtum, die Theologen hätten das Dogma "verdunkelt".

  • Theologen und das II. Vatikanum: Die Lehren der Theologen waren für die doktrinellen Irrtümer des II. Vatikanums verantwortlich. Wenn wir ihre falschen Lehren zurückweisen, dann können wir auch jede frühere Lehre zurückweisen, wenn sie uns nicht einleuchtet.

Antwort: Die europäischen Modernisten, die für die Irrtümer des II. Vatikanums verantwortlich waren, waren Gegner der traditionellen scholastischen Theologie und sind zensuriert worden: Murray, Schillebeeckx, Congar, de Lubac, Teilhard, etc. Erst durch Aufhebung der Beschränkungen unter Johannes XXIII. konnten sie ihre Irrtümer frei verbreiten. Die Tatsache, daß sie alle zensuriert worden sind, beweist, daß die Kirche gegen die Irrtümer der Theologen gefeit ist.

  • Private Interpretation: "Ich glaube, alles ist so klar, daß sich jede weitere Erläuterung erübrigt."

Antwort: "Derartige do-it-yourself-Methoden sind protestantisch, nicht katholisch. Die Theologie wirkt unter dem wachsamen Auge der Kirche und nicht als Hobby von jedermann, der einen Denzinger besitzt. Wie jede andere Wissenschaft verfügt die Theologie über objektive Kriterien in der Hand von Experten. Wer nicht über die entsprechende Ausbildung verfügt, kann auch keine eigenen Interpretationen liefern. Bestenfalls wird derjenige als Ignorant angesehen, im schlimmen Falle wird er zum Häretiker.

Weitere Erklärungen von Theologen

Der Konsens von Theologen in Gegenständen von Glauben und Moral ist ein sicheres Kriterium der göttlichen Wahrheit der Tradition. Dies ist katholische Lehre Pius‘ IX. und sichere theologische Lehre (Trient, 1. Vatikanum)

Beweis dieser These

  1. Der Konsens der Theologen in Sachen von Glauben und Moral steht in so innigem Zusammenhang mit der Lehre der Kirche, daß ein Irrtum in diesem Konsens die ganze Kirche in den Irrtum hinein führen würde.
  2. Doch kann die Kirche in Sachen von Glaube und Moral nicht irren.
  3. Schlußfolgerung: Der Konsens der Theologen in Sachen von Glauben und Moral ist ein sicheres Kriterium der göttlichen Tradition.

Beweisführung

Zitieren aus theologischen Werken: Päpste, Bischöfe und Geistliche lehrten seit dem 8. Jahrhundert Dinge, die von Theologen erarbeitet wurden.

Supervision: Seit dem 12. Jahrhundert beaufsichtigte die Kirche alle Schulen der Theologen. Rechtsprechung: Seit dem Tridentinum wurden theologische Werke in Seminaren und Schulen verwendet, die von den Päpsten und Bischöfen beaufsichtigt wurden.

Konsultation: Die Kirche zog Theologen zu Konsultationen in doktrinellen Fragen heran. Implizite Bestätigung: Wenn ein theologisches Werk nicht zensuriert wird, kann es als implizit bestätigt gelten.

Empfehlungen: Viele theologische Werke wurden von Päpsten gelobt und als beispielhaft gepriesen.

Theologen, die vor dem 2. Vatikanum Blut- und Begierdetaufe lehrten

Die folgende Tabelle enthält eine Liste von Theologen vor dem 2. Vatikanum, die die Begierdetaufe[1] und die Bluttaufe[2] lehrten.

Zwei von ihnen, der hl. Alphonsus von Liguori und der hl. Robert Bellarmin sind Doktoren der Kirche. Eine große Anzahl weiterer Theologen könnte leicht ausfindig gemacht werden.

Ich führe auch die theologische Kategorie an, die jeder der Theologen hier angeführt hat. Diese Kategorie gibt an, wie nah die jeweilige Lehre bei der göttlichen Offenbarung angesiedelt ist, also, ob sie z.B.: als "sicher" gilt oder "de fide".

Theologe oder Kanonist Seite im Dossier Theol. Kategorie BOD Theol. Kategorie BOB
1 Abarzuza 2 theol. cert. de fide, theol. sicher
2 Aertnys 7 de fide wird gelehrt
3 Billot, Louis 10-20 wird gelehrt wird gelehrt
4 Cappello 23 wird gelehrt sicher
5 Coronata 28 de fide wird gelehrt
6 Davis 23 wird gelehrt wird gelehrt
7 Herrmann 35 de fide gehört zum Glauben
8 Hervé 38 theol. sicher theol. zum. sicher
9 Hurter 44 wird gelehrt wird gelehrt
10 Iorio 47 wird gelehrt wird gelehrt
11 Lennerz 49-59 wird gelehrt wird gelehrt
12 Alfons Maria von Liguori 61-62 de fide wird gelehrt
13 McAuliffe 67 kath. Lehre wird gelehrt
14 Merkelbach 71 Sicher Sicher
15 Noldin 74 wird gelehrt wird gelehrt
16 Ott 77 Sicher Sicher
17 Pohle 81 kath. Lehre cert. Doctrine
18 Prümmer 89 de fide ständige Lehre
19 Regatillo 91, 96 de fide Wird gelehrt
20 Sabetti 98 wird gelehrt Wird gelehrt
21 Sola 102 fidei proxima theol. Sicher
22 Tanquerey 107, 111 sicher sicher
23 Zalba 114 wird gelehrt wird gelehrt
24 Zubizarreta 118 Wird gelehrt wird gelehrt
25 Robert Bellarmin 120 wird gelehrt wird gelehrt

Resümee der theologischen Kategorien (Begierdetaufe/Bluttaufe)

  • Gewöhnliche Lehre: 25 (alle)/25 (alle)
  • Theologisch sicher, sicher: 3/8
  • Katholische Lehre, konstant: 2/1
  • fidei proxima, gehört zum Glauben: 2/2
  • de fide: 7/0

Schlußfolgerungen

Alle 25 Theologen lehren Blut- und Begierdetaufe, kein einziger bestreitet diese Lehre. Beide Lehren können also Übereinstimmung beanspruchen. Einige Theologen stufen die Lehre als theologisch sicher ein. Einige Theologen zählen sie zur Katholischen Lehre. Einige Theologen halten sie sogar für de fide.

Anwendung der Prinzipen von Papst Pius IX. auf die Lehren dieser Theologen

  1. Generalprinzip: Alle Katholiken sind verpflichtet, eine Lehre anzunehmen, wenn diese von den katholischen Theologen einheitlich vorgetragen oder für de fide, als katholische Lehre oder als theologisch sicher erklärt wird.
  2. Dieser spezielle Fall: Katholische Theologen schätzen die Lehre der Blut- und Begierdetaufe als theologisch sicher, als katholische Lehre oder als de fide ein.
  3. Schlußfolgerung: Deshalb sind alle Katholiken verpflichtet, an der Lehre von der Blut- und Begierdetaufe festzuhalten.

Grad des Irrtums und der Sünde wenn Blut- und Begierdetaufe zurückgewiesen wird

Jeder theologische Kategorie entspricht eine theologische Zensur, entsprechend dem Grad des Irrtums, dem jemand verfallen ist, wenn er eine Lehre der hl. Kirche zurückweist.

Unten finden wir die Kategorien, die von den Theologen der Lehre Blut- und Begierdetaufe zugewiesen wurde, samt den entsprechenden Zensuren und einer Einschätzung der Schwere der Sünde.


Theologen kategorisieren die Lehre über Blut- und Begierdetaufe wie folgt: Grad des Irrtums (Zensur bei Zurückweisung der Lehre) Grad der Sünde gegen den Glauben, wenn du die Lehre nicht annimmst
Theologisch sicher Theologischer Irrtum Todsünde, Indirekt gegen den Glauben
Katholische Lehre Irrtum in der katholischen Lehre Tödlich, indirekt gegen den Glauben.
De fide Häresie Tödlich, direkt gegen den Glauben.

Schlußfolgerung

Alle Katholiken sind verpflichtet, an der allgemeinen Lehre bezüglich der Blut- und Begierdetaufe festzuhalten. Entsprechend den oben ausgeführten Normen repräsentiert die Position von Feeney entweder theologischen Irrtum, Lehrirrtum oder Häresie.

Diejenigen Katholiken, die an der Position Feeneys zur Blut- und Begierdetaufe festhalten, begehen eine Todsünde gegen den Glauben

P. Anthony Cekada

Verweise


Einzelnachweise

  1. desiderii, flaminis, in voto, etc.
  2. = sanguinis, martyrii, etc.