Bruder Peter Dimond gegen John Salza

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Die Widerlegung der Argumente des John Salza

Bro. Peter Dimond, ca. 2011


Angriffe von John Salza

Der Anwalt und frühere Freimaurer John Salza griff in einem Aufsatz für den pseudo-traditionalistischen Remnant vom Juli 2010 den Sedisvakantismus an. Bruder Dimond forderte ihn daraufhin mehrfach zu einer öffentlichen Diskussion auf, doch verweigerte sich Salza. Dies ist um so bedauerlicher, als Salzas Argumente gegen den Sedisvakantismus zwar platt waren, jedoch so typisch, daß eine öffentliche Diskussion hier in einzigartiger Weise hätte Klarheit schaffen können.

Dankenswerter Weise hat sich Bruder Peter Dimond in einer ausführlichen Antwort den falschen Behauptungen Salzas entgegengestellt. Dimonds Argumente sind so klar und überzeugend, daß die Überlegenheit der sedisvakantistischen Position unwiderlegbar deutlich wird.

Salzas Argumentation

Was sind Salzas Argumente gegen den Sedisvakantismus? Salza gibt zunächst das Offensichtliche zu, nämlich die Tatsache, daß Kanon 188.4 lehrt, daß ein öffentlich häretischer Kleriker sein Amt ohne erklärtes Urteil verliert. Doch unmittelbar anschließend behauptet er, daß man nur wissen könne, daß es sich um einen Häretiker handelt, wenn die Kirche dies ausdrücklich erklärt.

Nach Salza würden wir also in alle Ewigkeit niemals erfahren, wer Häretiker ist, wenn es uns nicht von der kirchlichen Autorität mitgeteilt würde. Würde die Kirche tatsächlich derartiges lehren, dann wäre das Prinzip, daß ein Häretiker ohne Urteil ausgeschlossen ist, überhaupt nicht existent. Salza dreht also die Lehre der Kirche um: Aus "Es bedarf keiner Deklaration“ wird "Es muß eine Deklaration geben.“

Es ist zu beachten, daß Papst Paul IV. nicht nur lehrt, daß die häretischen Kleriker ihr Amt ohne Erklärung verlieren, sondern auch, daß es den Katholiken erlaubt ist, "jederzeit ohne sich strafbar zu machen, Gehorsam und Verehrung zu verweigern und sie wie Zauberer, Heiden, Zöllner und Häresiarchen meiden", all' dies ohne jede Erklärung!! Es handelt sich hier also um den Zeitraum vor einer Erklärung! Salza jedoch behauptet, man müsse eine "Erklärung" abwarten.

Auch der CIC von 1917 lehrt nichts anderes, denn der Kanon 188.4 dieses Gesetzeswerkes bezieht sich ausdrücklich auf die Bulle Paul's IV. Beide lehren natürlich völlig einmütig. Die Bulle Paul's VI. geht zwar etwas weiter, in der Befähigung der Katholiken, den Häretiker zu erkennen und zurückzuweisen "bevor es die Kirche erklärt", doch lehrt Kanon 188.4 im Kern daßelbe. Ist Salza so kühn zu behaupten, daß der CIC das Gegenteil von Paul IV. lehrt? Nein, der CIC wiederholt das Prinzip Pauls VI., daß ein Häretiker sein Amt verliert, und daß solche Häretiker von den Katholiken erkannt und zurückgewiesen werden können.

Lehre des Hl. Robert Bellarmin

Die Lehre Pauls IV. stimmt auch mit derjenigen des hl. Robert Bellarmin überein, dem Salza glatt widerspricht. Über einen Berwerber für das Papstamt lehrt der hl. Robert:

"Durch Argumente der kirchlichen Autorität und der Vernuft ist beweisen, daß der Häretiker ipso facto ausgeschlossen ist. Das Autoritätsargument basiert auf Titus 3, 10.[1] Die Stelle sagt aus, daß der Häretiker ohne Urteil ausgeschlossen ist. Dies schreibt auch der Heilige Hieronymus, der ausführt, daß gewöhnliche Sünder aus der Kirche durch Exkommunikationsspruch ausgeschlossen wird, der Häretiker aber sich durch seine eigenen Taten aus der Kirche Christi ausschließt."[2]

Von einem Bewerber für das Papstamt sagt der hl. Robert also, daß der Häretiker zurückgewiesen werden müsse, nachdem er sich als hartnäckig erwiesen habe, jedoch vor jedem Urteilsspruch. Das genaue Gegenteil von Salzas Lehre also!!

Salza behauptet, es hätte eines Richtspruchs Pius' XII. bedurft, um Roncalli auszuschalten. Dies ist falsch, da Roncalli bereits ohne Richtspruch exkommuniziert gewesen ist.

Die von Salza zitierten Kanones gehören zum Prozeßrecht, der Ausschluß eines Häretikers aus der Kirche geschieht aber ohne Prozeß und ohne Deklaration. Es geht in diesen Kanones darum, daß der Papst in einem Prozeß gegen einen Kardinal Richter sein kann, oder einen Richter benennen kann. Mit dem Prinzip, daß ein offener Häretiker sein Amt ohne Erklärung oder Prozeß verliert, hat das nichts zu tun.

Kanon 1939 CIC

Salza führt dann Kanon 1939 CIC an, der eine Untersuchung bei bestimmten Verstößen fordert. Doch auch in diesem Kanon geht es um Pozesse und um Prozeßrecht, er ist also irrelevant. Es sei betont, daß das Prinzip des Amtsverlustes ohne Erklärung gerade deshalb so deutlich von der Kirche formuliert wurde, damit Katholiken nicht unter die Fuchtel von Häretikern wie den V2-Päpsten geraten können.

Salza behauptet, die Häresien dieser Päpste wären "nicht öffentlich“, sie wären nicht allgemein bekannt etc. Aus dem Kommentar von Bouscaren und Ellis geht jedoch hervor, daß ein bestimmter Sachverhalt öffentlich ist, auch dann, wenn nur wenige ihn kennen. Kanon 2264 sagt aus, daß eine exkommunizierte Person bestimmte jurisdiktionelle Akte gültig setzen kann, z. B. das Bußsakrament spenden. Auch wenn dies der Fall sein sollte, hat die Person natürlich ihr Amt verloren.

Papst Leo XIII.: "Niemand, der nicht in Gemeinschaft mit dem Heiligen Petrus ist, kann seine Autorität ausüben, denn es ist absurd anzunehmen, daß die Kirche regieren kann, wer außerhalb der Kirche steht.[3]

Es bleibt dabei, daß Häretiker in der Kirche ihr Amt und die damit verbundene Jurisdiktion verlieren. Sie können nicht in der Kirche regieren. Kein einziger Paragraph des kanonischen Rechts kann dieses Prinzip außer Kraft setzen. Wie Papst Leo XIII. ausführt, wäre es absurd, anders zu denken.

Der Fall Liberius

Könnte ein Häretiker Haupt der Kirche sein, dann wäre das Dogma, daß die Kirche eins ist im Glauben, falsch.

"Zwei Jahre später erfolgte der Lapsus des Liberius, von dem ich oben gesprochen habe. Der Römische Klerus entkleidete Liberius seiner pontifikalen Würde und statte Felix, den sie als rechtgläubigen Katholiken kannten, damit aus. Seither galt Felix als wahrer Papst. Denn obwohl Liberius kein Häretiker war, sah man ihn doch als einen solchen an, da er Frieden mit den Arianern geschlossen hatte, und durch diese Vermutung konnte ihm das Amt genommen werden. Niemand muß oder kann Gedanken lesen, doch wenn jemand häretisch ist in seinem Tun, dann wird er auch als Häretiker beurteilt und als Häretiker verurteilt."[4]

Hier diskutiert also hl. Robert Bellarmin den Fall des Papst Liberius und die arianische Häresie im vierten Jahrhundert. Man glaubte damals weithin, daß Papst Liberius einen Kompromiß mit den Arianern geschlossen und den hl. Atanasius exkommuniziert habe. Dieses stimmt nicht, wie uns Papst Pius IX. mitgeteilt hat:

"Zuvor beschuldigten die Arianer Papst Liberius, unseren Vorgänger, fälschlich bei Kaiser Konstantin, da Liberius den Heiligen Atanasius, Bischof von Alexandria nicht verdammte und ihre Häresie nicht verurteilte."[5]

Obwohl also Papst Liberius kein Häretiker gewesen ist, stellt der hl. Robert Bellarmin eindeutig fest, daß die Tatsache, daß Liberius lediglich als Häretiker betrachtet wurde, die Katholiken berechtigt habe, ihn als Papst abzulehnen und als nicht zur Kirche gehörig zu betrachten und daß sie rechtmäßig zu Felix übergingen, der zu "herrschen" begann!

Als Häretiker angesehen, betrachtete man ihn als des Amtes verlustig gegangen, denn Katholiken können keine Gemeinschaft haben mit denjenigen, die häretische Akte setzen! Bellarmin beschreibt die Handlungsweise der Zeitgenossen als angemessen in dieser Situation. Damit vernichtet er auch die Argumentationsweise von Leuten wie John Salza und zahllosen anderen Nichtsedisvakantisten. Und wenn der Hl. Robert klar sagt, daß diejenigen Katholiken im Recht waren, die angenommen haben, daß Papst Liberius ein Häretiker und nicht Teil der Kirche war, obwohl dies lediglich eine Vermutung war, um wieviel mehr ist das der Fall bei Gegenpapst Benedikt XVI., der ohne jeden Zweifel Häretiker und Apostat ist.

Jetzt, während ich dies schreibe, bereitet sich Benedikt XVI. in England auf eine gemeinsame "Segnung" und Gebetszeremonie mit dem notorisch häretischen und schismatischen Protestanten, dem "Erzbischof" von Kanterburg in einer protestantischen Kirche vor.

Sedisvakantisten exkommuniziert?

Anschließend legt Salza noch einmal nach und behauptet, daß Sedisvakantisten automatisch aus der Kirche ausgeschlossen seien, und das nach göttlichem und kirchlichem Recht. Welche Autorität hat denn nun die Sedisvakantisten ausgeschlossen? Hatte er nicht behauptet, "die Kirche müsse uns das sagen"? Keine "Autorität" der Kirche hat erklärt, daß Sedisvakantisten ausgeschlossen und Schismatiker sind. Wenn er erklärt, daß Sedisvakantisten ausgeschlossen sind, dann anerkennt er, daß Katholiken den Glaubensabfall erkennen können! Er wendet, wenn auch in falscher Weise, das katholische Prinzip an, daß diejenigen, die klar den katholischen Glauben zurückweisen oder sich vom Stuhl Petri trennen, als häretisch bzw. schismatisch betrachtet werden müssen, genau dasjenige Prinzip, von dem Salza behauptet, es könne nicht angewendet werden, "bevor die Kirche gesprochen hat". Höchst eigentümliche Widersprüche!

Nun kommen wir zum Kern der Angelegenheit. Und das ist die tradierte katholische Lehre, daß diejenigen, die vom Glauben oder von der vollen Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri abfallen, als außerhalb der Kirche betrachtet werden müssen, selbst dann, wenn es die Kirche nicht explizit erklärt hat.

Bitte beachte Sie die Zitate unten bezüglich der Altkatholiken, denn sie zeigen, daß alle die zur Kategorie "Altkatholiken" gehören, als außerhalb der Kirche betrachtet werden müssen, selbst wenn uns die Kirche das nicht in jedem Einzelfalle sagt. Dieses Prinzip ist in jedem Falle auf Benedikt XVI. anzuwenden, der gemeinsame Gebete und Glaubenserklärungen mit den führenden Schismatikern der Welt verübt. Die Aussagen des hl. Roberts, ganz zu schweigen von der Bulle Papst Pauls IV., zeigt auch, daß dieses Prinzip auf den anzuwenden ist, der vorgibt, Papst zu sein.

"Die Kirche hat stets gleich gehandelt, wie man aus der Väterlehre erkennen kann, die jeden als außerhalb der Kirche betrachtet hat, der sich vom Magisterium getrennt hat."[6]

Papst Pius IX. schreibt in Graves ac diuturnae vom 23. März 1875:

"Die Altkatholiken haben wiederholt gesagt, daß sie weder die Kirche Christi, noch ihr sichtbares Oberhaupt zurückweisen, sondern daß sie für die Reinheit der katholischen Lehre eifern. Doch in der Tat weigern sie sich, die Autorität des Stellvertreters Christi anzuerkennen und sich seinem höchsten Magisterium zu unterwerfen. …
Die neuen Häretiker, die sich "Altkatholiken" nennen sind Schismatiker und Häretiker, und eine verderbliche Sekte, Söhne der Dunkelheit, … die die Grundlagen der katholischen Religion zerstören wollen, die Definitionen des Vatikanums zurückweisen und sich dem Verderbnis der Seelen widmen. In Unserem Brief vom 21. November 1873 haben wir erklärt und dekretiert, daß die Unglücklichen, die dieser Sekte angehören, als Schismatiker und außerhalb der Kirche Christi betrachtet werden. müssen."

Aus diesdem Zitat geht hervor, daß wir diejenigen Personen (z.B. Antipapst Benedikt XVI. und seine Bischöfe) als Schismatiker und Häretiker betrachten müssen, die katholische Lehren zurückweisen, auch wenn sie behaupten katholisch zu sein und nicht namentlich exkommuniziert wurden.

Hätte Salza unsere Einladung akzeptiert, dann hätter er vor einer Vielzahl nicht lösbarer Probleme gestanden. Im Lichte der oben angeführten Prinzipien wäre er gefragt worden, ob antikatholische Protestanten, Führer der "Orthodoxen" etc. außerhalb der Kirche stehen und "automatisch exkommuniziert sind". Angesichts seiner Haltung zum Sedisvakantismus müßte er die Frage bejahen. Wenn er sagt, daß sie nicht außerhalb der Kirche seien, verleugnet er den Glauben und macht die Kirche zum Spott. Sagt er Ja, dann widerspricht er sich selbst und bestätigt unsere Position.

Unsere Argumente

Nach meiner sorgfältigen Analyse der Argumente von Salza war ich bestürzt über mein Ergebnis. Es zeigte sich nämlich, wie heimtückisch Häretiker wie Salza wirklich sind. Seine Handhabung des kanonischen Rechts ist diabolisch. An Anfang steht ein tatsächliches Prinzip, in unserem Falle, "Häretiker verlieren ihr Amt ohne Urteil", dann folgt ein Jonglieren mit Paragrafen des kanonischen Rechts und am Ende ist dieses Prinzip verschwunden. Plötzlich glaubt ihm jedermann, daß ein Urteil erforderlich ist. Sein Mittel ist es, Verwirrung mittels einer nur scheinbar hochgestochenen Diskussion des kanonischen Rechts zu stiften. Dieses klar zu erkennen, bedeutet die Maske vom Gesicht eines Monstrums zu reißen.

Dies ist ein geistiger Kampf und die Katholiken müssen wissen, daß die Kräfte der Finsternis am Werk sind mit dem Ziel die Wahrheit zu zerstören, die Menschen zu verwisrren und sie zu Sklaven der Häretiker zu machen. Diejenigen, die die katholische Lehre pervertieren wollen, kann man nur als böse bezeichnen.

Für die Widersprüch, die ich in meinem Atrtikel gekennzeichnet habe, gibt es nur zwei Erklärungen:

  1. Entweder kann er nicht sehen, weil er zu tief in dem diabolischen Nebel steckt, oder
  2. es ist ihm egal und es geht ihm nur darum, möglichst viel Applaus von den falschen Traditionalisten zu bekommen.

Dieselbe Person, die Gott als Freimauer widerstand, verweigert auch jetzt noch den wahren Gottesdienst.

Hl. Ambrosius: "Die wahre Stärke beruht weniger in der Kraft des Arms oder des Körpers, als in der Kraft des Geistes.[7]

Verweise


Einzelnachweise

  1. Wenn Du einen Sektierer zwei Mal ermahnt hast, so meide ihn. Du weißt, daß ein solcher Mensch auf dem verkehrten Wege ist, er sündigt und spricht sich selbst das Urteil.
  2. Hl. Robert Bellarmin, De Romano Pontifice II., 30
  3. Satis cognitum, Nr. 15 vom 29. Juni 1896
  4. Robert Bellarmin: Vom Römischen Pontifex, Buch IV, c. 9, # 15
  5. Pius IX. 1873 in "Quartus Supra"
  6. Satis Cognitum, Nr. 9
  7. St. Ambrose (390): “The glory of fortitude does not rest only on the strength of one’s body or of one’s arms, but rather on the courage of the mind.” (Väterlehre, Serie 2, Bd. 10, 30 - 31)