Christiane Eberhardine von Bayreut

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  • Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth
  • * 29. Dezember 1671 in Bayreut
  • † 4. September 1727 in Pretzsch


Christiane Eberhardine war Kurfürstin von Sachsen und Titularkönigin von Polen.


Ehe

Christiane Eberhardine war die Gattin des Kurfürsten Friedrich August von Sachsen. Die Trauung des Paares fand am 20. Januar 1693 in Bayreuth, der Heimatstadt der Braut statt. Über die vier Wochen dauernden Festlichkeiten wurde wenig berichtet. Ein Opern-Libretto von Antonio di Nepita in der Landesbibliothek Dresden gehört zu den raren Erinnerungsstücken. Nach den Festivitäten reisten die Jungvermählten nach Dresden. Wenige Wochen später nahm Friedrich August zusammen mit seinem Bruder an einem Waffengang gegen Ratzeburg teil, seine Frau blieb alleine zurück. Kurz nach seiner Rückkehr zog es ihn in der Fastenzeit zum Karneval nach Venedig, welche Reise er nach Rom und Neapel ausdehnte, das sprach nicht für seine Treue. Am 11. Februar 1694 schrieb die einsame und unglückliche Christiane Eberhardine von ihrer Hoffnung auf ein glücklicheres Eheleben und ihrer Sorge um seine Gesundheit an ihre Mutter einen Brief, in dem ihre Verliebtheit zu ihrem Gemahl zu spüren ist:

"Der Hertzog würd stüntlich erwartet und verlanget mich gar ser, ihm wider hir zu wißen. Er ist alle zeit gesunt geweßen. Die lustparkeiten aber zu Venisse sollen gar Schlegt geweßen seyn, als glaube, es würd ihm wohl gereuen diese reise gethan zu haben, welche ich wünsche, so verbleibt er ein anter mahl bey mir."

Im vierten Ehejahr gebar Christiane Eberhardine am 17. Oktober 1696 in Dresden den Kurprinzen Friedrich August. Anlässlich dieser Geburt des Thronfolgers schenkte ihr der Kurfürst das Schloß Pretzsch an der Elbe. Im selben Monat gebar die Mätresse Augusts Aurora von Königsmarck ebenfalls einen Sohn. Christiane Eberhardine, die ihre dynastische Pflicht erfüllt hatte, zog sich bald vom Hofleben in ihr Schloß nach Pretzsch zurück.

Glaubenswechsel des Ehemanns

Friedrich August kämpfte bald darauf um die polnische Krone, dafür konvertierte er am 2. Juni 1697 zum Katholizismus und wurde schließlich als polnischer König im September 1697 gekrönt. Ein Ziel erreichte er jedoch nicht: Die Gemahlin Christiane Eberhardine konvertierte nicht. Sie blieb ihrem protestantischen "Glauben" treu und betrat niemals polnischen Boden. Wegen ihres Widerstandes gegen die Pläne ihres Ehemanns, des Kurfürsten und polnischen Königs, wurden die mütterlichen Obhutsrechte über ihren Sohn, den Erbprinzen beschnitten. Die Erziehung des jungen Thronfolgers wurde damit ihrer Schwiegermutter, Anna Sophie anvertraut. Die räumliche Trennung vertiefte die eheliche Entfremdung zum Kurfürsten und führte zu einer Kluft zum einzigen Sohn.

Dessen Übertritt zum Katholizismus im jugendlichen Alter wurde von seinem Vater eingefädelt und belastete Christiane Eberhardines Muttersein. Sie ließ lutherische Andachtssbücher drucken und kostenlos verteilen. In den Augen ihrer Untertanen avancierte sie zur Bewahrerin des lutherischen Glaubens.

Leben

Christiane Eberhardine lebte vorzugsweise auf Schloß Pretzsch an der Elbe, zeitweise wechselte sie auf das Schloß Hartenfels in Torgau. Sie nahm nur gelegentlich an bestimmten Anlässen und Festlichkeiten am Dresdner Hof teil. Ihre Heimatstadt Bayreuth besuchte sie oft, wo ihr zu Ehren Opern gegeben wurden. In ihrem freiwilligen Exil entfaltete sie nach dem Vorbild des kurfürstlichen Hofes ein beachtliches kulturelles Leben. Sie hielt sich den Kammermusikus und maitre de musique Stephan Jänichen. Dazu werden im Zusammenhang mit Musik als Gäste aus Bayreuth der Auffenthalt in Pretsch der Komponisten Georg Heinrich Bümler (1669–1745) und Conrad Friedrich Hurlebusch (1691–1765) genannt. Neben der Musik an ihrem Hof in Pretzsch lag ihr besonders das Schicksal von Waisenkindern am Herzen. Auch wirtschaftlich betätigte sie sich: 1697 übernahm sie die von Constantin Fremel gegründete Glashütte in Pretzsch. Vereinsamt starb Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth im Alter von 55 Jahren und wurde am 6. September 1727 in der Stadtkirche von Pretzsch beigesetzt. Weder ihr Ehemann noch ihr Sohn erschienen zu ihrer Beisetzung.

Zur von Hans Karl von Kirchbach organisierten Leipziger Trauerfeier schrieb Johann Sebastian Bach die Trauerode "Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl" auf einen Text von Johann Christoph Gottsched, die am 17. Oktober 1727 in der Paulinerkirche aufgeführt wurde.

Verweise