Claudius, Matthias

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Matthias Claudius R. I. P.


Matthias Claudius war ein christlicher, gegenrevolutionärer Dichter.


Leben

Matthias Claudius war über seine Mutter mit Theodor Storm und Johannes Brahms verwandt. Sein Vater war evangelisch-lutherischer Pfarrer. Claudius studierte in Jena Jus, wollte aber auch Organist werden.

Im Januar 1771 zog Matthias Claudius nach Wandsbeck und wurde dort Redakteur der von Heinrich Carl von Schimmelmann initiierten Tages-Zeitung Der Wandsbecker Bothe, die viermal pro Woche bis 1775 erschien.

Gegenaufklärung

Obwohl die Zeitung nicht mehr erschien, publizierte Claudius weiterhin unter dem Namen „Der Wandsbecker Bote“. In seinen Gedichten und Überlegungen verwendete er auch den Namen Asmus als Pseudonym. Seine Werke gab er ab 1775 in unregelmäßiger Folge unter dem Titel „Asmus omnia sua secum portans“ heraus. Ab dem 4. Band 1783 überwogen religiöse Themen. Dabei trat seine ablehnende Haltung gegenüber der Aufklärung immer stärker hervor. Damit befand er sich in Übereinstimmung mit dem theologisch und politisch konservativen Emkendorfer Kreis. Einen mehrjährigen literarischen Streit führte Claudius deshalb mit August Adolph von Hennings, einem radikalen Befürworter sozialer und kirchlicher Neuerungen.

Claudius' finanzielle Lage war stets prekär, bis er ab 1785 einen Ehrensold des dänischen Kronprinzen Friedrich erhielt; diesen hatten die literarischen Qualitäten von Claudius überzeugt. Friedrich verschaffte ihm 1788 auch ein Revisorenamt bei der Schleswig-Holsteinischen Speciesbank im damals zum dänischen Gesamtstaat gehörenden Altona, das ihm ohne größere Einschränkung seiner literarischen Arbeit ein Auskommen sicherte, denn er mußte lediglich viermal im Jahr zur Prüfung der Quartalsabschlüsse in Altona erscheinen.

Letzte Jahre

Infolge der Kriegsereignisse um Hamburg floh Claudius 1813 über Westensee nach Kiel und Lübeck. Seine letzten Lebensmonate verbrachte der inzwischen Schwerkranke im Hause seines Schwiegersohns Friedrich Christoph Perthes, des Gründers des gleichnamigen Verlages, am Hamburger Jungfernstieg, wo er auch am 21. Januar 1815 verstarb. Vier Tage später wurde er in Wandsbeck bestattet; später fand neben ihm seine Ehefrau Rebekka ihre letzte Ruhe, die ihn um 17 Jahre überlebte.

Familie

Claudius heiratete im März 1772 in Wandsbeck die 17-jährige Anna Rebekka Behn, Tochter des örtlichen Zimmermanns Joachim Friedrich Behn.

Logen

Am 12. August 1774 wurde Matthias Claudius in die Hamburger Freimaurerloge Zu den drei Rosen aufgenommen. Ab 1777 war er drei Jahre lang Redner der Andreasloge Fidelis. Die Loge Zur goldenen Kugel besuchte er bis 1780, die Andreasloge etwas länger, wurde dann aber stillschweigend gestrichen. Vielleicht hing das mit dem Grafen Christian von Haugwitz zusammen, der ihn zur Loge gebracht hatte, nun aber auf seinem Familiengut einen Bund der Kreuzfrommen oder Johannis-Vertrauten mit den Grafen Friedrich und Christian zu Stolberg-Stolberg gründete, dem Claudius – laut Haugwitz – 1784 beitrat.

Gedichte

Von Schubert vertont *

  1. Am ersten Maimorgen (Der Frühling)
  2. Auf und trinkt, Brüder trinkt! (Freimaurer-Trinklied)
  3. Christiane
  4. Daß ich dich verloren habe (Am Grabe Anselmos) *
  5. Der Mond ist aufgegangen (Abendlied) *
  6. Der Säemann säet den Samen (An – als Ihm die – starb)
  7. Der Tod
  8. Die Liebe
  9. Die Sternseherin Lise
  10. Du kleine grünumwachsne Quelle (An eine Quelle) *
  11. Ein Lied hinterm Ofen zu singen
  12. Hier ist alles heilig (Ein Seliger an die Seinen in der Welt)
  13. Ein Wiegenlied bei Mondschein zu singen
  14. Empfangen und genähret (Der Mensch)
  15. Er liegt und schläft an meinem Herzen (An die Nachtigall) *
  16. Friede sei um diesen Grabstein her (Bei dem Grabe meines Vaters) *
  17. Heute will ich fröhlich, fröhlich sein (Am ersten Maimorgen) *
  18. Ich bin vergnügt (Zufriedenheit, Lied) *
  19. Ich danke Gott und freue mich (Täglich zu singen) *
  20. Ich war erst sechzehn Sommer alt (Phidilie) *
  21. Im Winter
  22. Klage aus dem Jahr 1793
  23. Kron' und Szepter
  24. Laßt mich, laßt mich, ich will klagen (Klage um Aly Bey) *
  25. Phidile
  26. Seht meine lieben Bäume an (Das Lied vom Reifen) *
  27. 's ist Krieg! (Kriegslied)
  28. Urians Reise um die Welt
  29. Vorüber, ach vorüber (Der Tod und das Mädchen) *
  30. Wir pflügen und wir streuen

Verweise