Das allgemeine Recht auf Religionsfreiheit (Manfred Adler)

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Rezension

Adler unternimmt in seinem Buch den vergeblichen Versuch, die Religionsfreiheit des „2. Vatikanums“ zu rehabilitieren. Als Untertitel wählte Adler „Anmerkungen zu einem Buch von Johannes Rothkranz“. Sein Buch soll sich also mit dem opus summum von Johannes Rothkranz über die „Konzilserklärung über die Religionsfreiheit“ von 1995 auseinandersetzen. Dazu ist Adler, und dies erweist das Büchlein, nicht in der Lage.

Adler unterstellt zunächst Rothkranz, er nutze die Kritik an der „zweitvatikanischen Religionfreiheit“ lediglich als Vehikel, um seine These der Sedisvakanz des Heiligen Stuhls zu propagieren. Diese Unterstellung ist offensichtlich haltlos, denn ohne die substanzielle Kritik an Dignitatis humanae (DH) hätte Rothkranz ja die Sedisvakanzthese gar nicht begründen können.

Adler selbst begiebt sich auf sehr dünnes Eis, wenn er seine Widerlegung von Rothkranz ausgerechnet auf einen Vortag von Walter Kasper stützt,[1] einem der schlimmsten Zerstörer des katholischen Glaubens im 20. Jahrhundert, der einem Rosenberg zu vergleichen die Wahrheit der Kirche negierte und dafür den Kardinalshut erhielt. Adler monierte, daß Rothkranz den Vortrag Kaspers nicht in seinem sehr umfangreichen Literaturverzeichnis aufführte, doch spricht es für Rothkranz, daß er den Apostaten Kasper ignorierte.

Als Ziel seiner Schrift nennt es Adler, die Katholizität von Dignitatis humanae nachzuweisen. Rothkranz' These der „Sedisvakanz“ würde dann naturgemäß in sich selbst zusammenfallen. Dem ist zwar nicht ganz so, doch zielt die Argumentation Adlers immerhin tatsächlich auf das Zentrum der Überlegungen von Rothkranz. Ziemlich unseriös beginnt Adler mit der Formulierung, daß „über kein Konzilsdokument von Anfang bis zum Ende des Konzils in leidenschaftlichen theologischen Debatten … so heftig gestritten worden ist, wie über DH“.[2] Adler hätte wissen können, daß DH durchgepeitscht wurde und daß die „Debatten“ der Konzilsväter so gut wie keinerlei Einfluß auf den Gang der Entscheidungen dieser herrlichen Synode gehabt haben. Adler wird recht bösartig, wenn er unterstellt, daß man „in traditionalistischen Kreisen fest davon überzeugt ist, die Wahrheit schon zu haben, weshalb man sie nicht erst suchen muß, am wenigsten mit Nichtchristen zusammen.“[3] Diese Aussage Adlers grenzt an Glaubensabfall.

Adler beschwört dann, daß man die Religionsfreiheit von DH „auf keinen Fall verwechseln darf mit Indifferentismus gegenüber der Wahrheit und der wahren Religion“. Wir möchten Adler gern glauben, daß er selbst diesen Standpunkt nicht eingenommen hat, doch geht das aus dem Text von DH hervor? Wohl kaum. Ebenso wenig geht aus DH hervor, daß „die Religionsfreiheit um der [christlichen] Wahrheit willen da ist. Hier macht Adler den Wunsch zum Vater des Gedankens. Recht frech wird Adler auch, wenn er der pervertierten Logik von DH folgt und behauptet, daß sich die Lehre von der Gewissensfreiheit „schon im Neuen Testament“ findet und „so alt ist wie das Christentum selbst“.[4] Als Beleg dieser wahnwitzige Behauptung führt Adler den hl. Petrus an, der bekannlich vor dem Judenrat bekannte „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!“[5] Hier wird die Bindung des Gewissens an Gott mit der personalen Bindungslosigkeit des Gewissens in DH gleichgestzt. Adler setzt noch eins drauf: „Das lebendige Lehramt ist keine Erfindung der Modernisten, wie manche Traditionalisten meinen … .“ Wie???? Diejenigen, die fest und treu dem Lehramt anhangen, die von der Konzilskirche verraten und verhöhnt werden und die katholische Lehre mit dem Lehramt aller Zeiten verteidigen, werden durch den Dreck gezogen, und das von einem Priester, der selbst die modernen Päpste indirekt des Satanskultes bezichtigt hat?

Später redet Adler von der „gleichsam neu entdeckten 'Würde der menschlichen Person' und von 'unveräußerlichen Menschenrechten'“[6]. Dies ist ein Schlag gegen die gesamte Kirchengeschichte mit allen Lehrern, Päpsten, Heiligen und Märtyrern. Adler legt dann „Pacem in terris“ dar, das Rundschreiben des Pseudopapstes „Johannes XXIII.“ Er verschweigt jedoch, daß es sich bei Pacem in terris um den plumpen Versuch handelte, eine „Tradition“ zu simulieren, die der tatsächlichen Tradition der Kirche kraß entgegen steht. Adler behauptet, die Religionsfreiheit, die Mirari vos verurteilt, sei nicht dieselbe wie diejenige, die das „2. Vatikanum“ preist. Schauen wir uns die diesbezügliche und einige weitere Aussagen von Mirari vos an. Mirari vos verbietet zunächst im Gegensatz zum "2. Vatikanum" jede Veränderung des Glaubensinhaltes:

„Erwägt in Eurem Sinn, daß durch jede Neuerung die gesamte Kirche getroffen wird. … Von dem, was nach der Ordnung bestimmt wurde, darf nichts vermindert, geändert oder hinzugefügt werden!“

Die ist das glatte Gegenteil von der Handlungsweise der Synode und von DH. Mirari vos verbietet es auch, von einer Wiederbelebung oder Erneuerung der Kirche zu reden:

„Es wäre widersinnig und für die Kirche höchst beleidigend, von einer Erneuerung und Widerbelebung der Kirche zu sprechen, die notwendig wäre, um ihren Bestand und ihr Wachstum zu sichern.“

Vom Staat ganz im allgemeinen fordert Mirari vos im Einklang mit der gesamten kirchlichen Tradition:

„Die Regierenden haben ihre Macht nicht nur zur Regierung der Welt, sondern ganz besonders zum Schutz der Kirche erhalten.“

Und last not least die „Gewissens- und Glaubensfreiheit“ nach Mirari vos:

„Aus der Quelle der Gleichgültigkeit fließt jene törichte und falsche Ansicht, die man besser als Wahnsinn bezeichnet, für jeden die Gewissensfreiheit zu fordern und zu verteidigen. Der Wegbereiter für diesen überaus verderblichen Irrtum ist diese vollkommen übermäßige Meinungsfreiheit, die auf weiten Gebieten zum Verderben der Kirche und des Staates verbreitet ist. … Der heilige Augustinus sagt: Was ist tödlicher für die Seele, als die Freiheit des Irrtums! Wenn jeder Zaum entfernt wird, durch welchen die Menschen auf den Pfaden der Wahrheit geführt werden, und dadurch ihre zum Bösen geneigte Natur in die Tiefe stürzt, sehen wir den geöffneten Abgrund der Hölle.“

Von diesen Aussagen zu denjenigen von DH führt kein Weg, nicht einmal ein krummer. Es ist sonnenklar, daß DH nicht in der Lehrtradition der römisch-katholischen Kirche steht. Adler ist also derjenige, der „nach wissenschaftlichen Maßstäben“ unredlich handelt und nicht Mag. Rothkranz.[7] Daß das Gewissen des Menschen durch Sünde und Schuld korrumpiert und deformiert ist, kommt übrigens weder bei Adler noch in DH vor.

Sedisvakantismus

Es war Manfred Adler anscheinend bekannt, daß es außer Mag. Rothkranz noch weitere Sedisvakantisten gibt. Deshalb „schlachtet“ er im Anschluß an die verunglückte „Erledigung“ von Rothkranz noch die Sedisvakantisten in toto. Seine Argumentation ist noch plumper als im Falle Rothkranz. Er behauptet schlicht, daß niemand einen Papst verurteilen, richten oder absetzen kann und verschweigt, daß kein Sedisvakantist je vorhatte „einen Papst zu verurteilen“.

Von der recht umfangreichen sedisvakantistischen Literatur hat Adler nichts gelesen, die Argumente der Sedisvakantisten nicht zur Kenntnis genommen, er kann ihnen nichts entgegenstellen außer der lügenhaften Unterstellung, sie wollten „den Papst richten“. Und das schreibt ein Mann, der „Johannes Paul II.“ wohl nicht ganz zu Unrecht in die Nähe des Satanismus]] gestellt hat. Aber nach weit verbreiteter Auffassung ist ja der Satanismus]] auch durch „Dignitatis humanae“ abgedeckt. Kann ein Satanist Papst sein? Nach der Lehre von Manfred Adler gewiß. Und diese wird ja durch die Realität seit 1965 allemal „bestätigt“.


Verweise


Einzelnachweise

  1. Vortrag Kasper vor der Heidelberger Pseudoakademie der Wissenschaften vom 28. November 1987
  2. Adler, S. 17
  3. ebenda S. 20
  4. S. 24
  5. Apg. 5, 29
  6. ebenda S. 30
  7. ebenda S. 40