De servo arbitrio

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De servo arbitrio ist eine häretische Schrift Martin Luthers.


Gegenstand

Arbitrium ist das lateinische Wort für "Wahlvermögen", im Unterschied zu voluntas, das den Willen als kraftvolle Gemütsregung meint.

Thema der Schrift Luthers ist die wiederholt diskutierte Fragestellung christlichen Denkens, ob der Mensch nach dem Sündenfall die Freiheit behalten habe, sich aus eigener Kraft für die göttliche Gnade zu entscheiden, oder ob diese Entscheidung selbst bereits Geschenk der Gnade sei. Mit Paulus und Augustinus und gegen die optimistische Anthropologie des Humanismus betont Luther vehement die Alleinwirksamkeit der Gnade.

Er bestritt ganz entschieden, daß der Mensch bezüglich des Willens Gottes einen freien Willen habe, also gegenüber dem, was Heil bewirkt. Über ewiges Heil oder ewige Verdammnis entscheidet allein der souveräne Wille Gottes. Da hat der Mensch keinen freien Willen.

Mehrere Sätze in de servo arbitrio wie

"Wenn wir glauben, es sei wahr, daß Gott alles vorherweiß und vorherordnet, dann kann er in seinem Vorherwissen und in seiner Vorherbestimmung weder getäuscht noch gehindert werden, dann kann auch nichts geschehen, wenn er es nicht selbst will. Das ist die Vernunft selbst gezwungen zuzugeben, die zugleich selbst bezeugt, daß es einen freien Willen weder im Menschen noch im Engel, noch in sonst einer Kreatur geben kann."

sowie die späteren Auseinandersetzungen unter anderem mit Erasmus von Rotterdam führen dazu, daß Luthers Theologie meist prädestinatorisch aufgefaßt wird. Johannes Kalvin schloß sich dieser theologischen Sicht an, Philipp Melanchthon suchte dagegen in seiner Confessio Augustana (CA 18) eher die Nähe zur Position der Katholischen Kirche.


Verweise