Der Himmel dacht auf Anhalts Ruhm und Glück

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Der Himmel dacht auf Anhalts Ruhm und Glück ist eine Kantate von Johann Sebastian Bach.


Das Werk

Hier handelt es sich um eine Serenata zum Geburtstag von Fürst Leopold von Anhalt-Köthen am 10. Dezember 1718. Der vollständige Titel der Serenade lautet „Das frohlockende Anhalt, als der durchlauchtigste Fürst und Herr, Herr Leopold, Fürst zu Anhalt-Köthen, Herzog zu Sachsen, den 10. Dezember 1718 den höchsterfreulichen Geburtstag bei des ganzen Fürstentums blühenden Wohlstand beging.“ Der Text des Werkes wurde von Christian Friedrich Hunold gedichtet. Als handelnde Personen treten auf: Die Glückseligkeit Anhalts; Fama.


Text des Werks

Recit. Glückseligkeit

Der Himmel dacht’ auf Anhalts Ruhm und Glück,
so ward Fürst Leopold geboren.
Das Land gedenkt an diese Zeit zurück
und hat sie sich zum Jubelfest erkoren.

Aria Glückseligkeit

Traget ihr Lüfte den Jubel von hinnen,
bringet dem Himmel unsterbliches Lob!

Leopold lebet, in welchem wir leben,
Leopold herrschet, dem Himmel ergeben,
welcher den göttlichen Prinzen erhob.

Recit. Glückseligkeit, Fama

Fama:
Die Klugheit auf dem Thron zu seh'n,
und Tugenden, wie sie im Purpur geh'n,
ja Gnad’ und Huld, die Land und Leut erquicken,
bei der Gewalt des Szepters zu erblicken,
hab ich [von] der Großen Burg beschaut.
Ich bin umsonst zu manchem Thron geflogen,
der nur auf Weh und Ach gebaut.
Kaum daß ich hier den edlen Hof bezogen,
So lebt mein Wunsch: Dies' Kleinod treff ich an;
Man hat von jener Sternenbahn
der Klugheit, Tugend, Gnad' und Güte,
die Macht und Hoheit anvertraut.
"O Fürst, von fürstlichem Gemüte!
wie herrlich, wohl und fest
hast Du den Fürstenstuhl gesetzet!
Der Grund ist Gott, der ihn nie wanken läßt,
der dich, o Fürst, nach seinem Sinn ergötzet."
Fama, Glückseligkeit:
Ich aber will auf meinem Ehrenwagen
Dein Lob zu allen Völckern tragen.

Du aber kanst auf deinem Ehrenwagen
Sein Lob zu allen Völkern tragen.

Fama:
Wie, find ich dich, Glückseligkeit allhier?
Glückseligkeit:
Ist dieses ein so seltsam Ding?
Fama:
Kaum sah' ich dich noch auf dem Landen,
als ich durch Anhalt-Köthen ging.
Glückseligkeit:
Mir gab bei seinem Fürstenstande
zwar Leopold am Hofe das Quartier,
doch auf des Landes sehnlichs Flehen,
mich auch bei sich zu sehen,
hat mir der Fürst, der seinen Untertan
nicht höher lieben kann,
viel Wohnungen im Fürstentum erbauet,
du findest mich, wohin dein Auge schauet.

Aria Fama, Glückseligkeit

Fama, Glückseligkeit:
Ich weiche nun, ich will der Erden sagen:

Ich weiche nicht, du sollst der Erden sagen:

Nur Tugend kann Glückseeligkeit erjagen.

Nur Tugend kann des Landes Wohl erjagen.

Dir Anhalt sei der Himmel hold,

Mir Anhalt bleibt der Himmel hold,

Ich will den teuren Leopold

Und wird den teuren Leopold

Mit Ruhm auf meinen Flügeln tragen.

Mit Ruhm auf Adlersflügeln tragen.

Recit. Glückseligkeit, Fama

Glückseligkeit:
Wie weit bist du mit Anhalts Götterruhm,
die noch die Welt in ihren Taten ehrt,
die schon im grauen Altertum
die Kunst zu herrschen wohl gelehrt,
wie weit bist du mit ihrem Ruhm geflogen?
Fama:
bis an der Sternenbogen.
Glückseligkeit:
Nun dieser Fürsten Tugendgold
glänzt in dem teuren Leopold.
So bringe dann bis an der Sternen Achsen
den edlen Zweig der hochgepries'nen Sachsen.
Wie oft hat Gott das Land zuvor ergötzt?
Fama:
So oft ein Fürst sein Heil auf Gott gesetzt.
'Glückseligkeit:
Sprich: Leopold hat himmlische Gedanken,
Gott wird von ihm und er von Gott nie wanken.
Was hat vor dem das Land so hoch geziert,
und ihm des Fürsten Huld verschrieben?
Fama:
Gehorsam, treu zu sein und lieben.
Glückseligkeit:
Sprich: Daß noch nie ein Herr regiert,
der im Triumph die Herzen mehr geführt.
Nenn' ihn der Untertanen Lust,
sprich, daß sie ihm den Namen Vater geben,
geh', aller Welt sei unser Heil bewußt.
Fama:
So sprich mit mir:
Fama, Glückseeligkeit:
Fürst Leopold soll leben!

Aria

Beglücktes Land von süßer Ruh' und Stille,
in deiner Brust wallt nur ein Freudenmeer.

Du siehst von fern die Kriegesfluten schlagen,
und Sturm und Not so manches Ufer plagen,
Hier weht allein ein Gnadenwest daher.

Recitativo Glückseligkeit, Fama

Glückseligkeit:
Nun teurer Fürst, der seinen Purpur schmücket,
Gott mache dich je mehr und mehr beglücket.
Fama:
Ein Palmenbaum blüht schön bei seinesgleichen:
Jedoch vielleicht denkt dieser Herr allein
Unsterblichkeit durch Tugend zu erreichen.
Glückseligkeit:
Die hat er schon.
Fama:
Ja, die ist ungemein.
Wird aber Anhalts Götterzahl
nicht durch sein teures Fürstenblut
annoch unsterblich sein?
Glückseligkeit:
Du wünschest ein unschätzbar Gut.
Fama:
Man preist der holden Sonnen Strahl.
Die ihren Glanz auch Mond und Sternen gibt.
Glückseligkeit:
Ich weiß, daß mich der Himmel liebt;
Ich weiß, daß der die Zeit ersehn,
in welcher noch ein himmlisch Licht
wird neben unsrer Sonne stehn.
Dies' ist ein Wunsch, der durch die Wolken bricht:
Glückseligkeit, Fama:
Es blühe denn durch ihn dies' Götterhaus,
es blüh und sterbe nimmer aus.

Aria Glückseligkeit, Fama, Tutti

Glückseligkeit:
Es strahle die Sonne,
Fama:
es lache die Wonne,
Tutti:
es lebe Fürst Leopold ewig beglückt.
Glückseligkeit, Fama:
Ach Himmel, wir flehen;
dies' holde Licht sechzigmal wiederzusehen,

die frohe Zeit sechzigmal wiederzusehen,

Tutti:
gib Höchster, was unsern Regenten erquickt.

Verweise