Der Mensch vor Gott wohl selig ist

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  • Versmaß |: 8 - 7 :| 8 - 8 - 7


Dieses Lied zeigt sehr schön auf, wie in einen harmlosen Psalm die lutherische Häresie hineingewoben wird. Hinterher wird dann behauptet, die Häresie wäre aus dem Psalm hervorgegangen.


Links der Psalm in der Übersetzung von Martin Luther, rechts die auf dem Luther-Text basierende Psalm-Dichtung von Kornelius Becker.

Psalm nach Luther Psalmlied von Kornelius Becker
1 Eine Unterweisung Davids.
Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! 1. Der Mensch für Gott wohl selig ist,

dem die Sünd' ist vergeben
aus lauter Gnad' durch Jesum Christ
der uns erwarb das Leben.
Deckt zu all unser Missetat[1]
zahlt, was er nicht verschuldet hat
durch sein Blut, Tod und Wunden.

2 Wohl dem Menschen, dem der HERR die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist! 2. Wer auf ihn setzt sein Zuversicht,

der steht in Gottes Hulde,
er kömmt nicht in das streng Gericht,
durchstrichen ist sein Schulde,
doch muß solch Herz in wahrer Reu
Sein Sünd' bekennen ohne Scheu
und Zuflucht habn zur Gnade.

3 Denn da ich's wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen. 3. Da ich mein Sünd verschweigen wollt',

bracht mir's unsäglich Schmerzen.
Ich wußt nicht, wo ich bleiben sollt,
so sehr druckt mich's am Herzen,
das Mark verschwand mir im Gebein
für großer Angst der Seelen mein,
der Herzwurm mich stets naget.

4 Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. 4. Schwer deine Hand war über mir,

druckt mich ohn alle Maßen,
Tag und Nacht ich nicht ruht darfür,
wolltst mir kein Frieden lassen.
Darvon vcrging meins Lebens Kraft,
wie Laub und Gras, wenn's ohne Saft
von steter Hitz' verdorret.

Darum bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde. 5. Drum mein Herz endlich brach herfür,

kunnt's nicht länger verhehlen.
Ich sprach: Ich will, Herr Gott, für dir
rein beichten, was mich quälet.
Sobald ich nur um Gnade bat,
vergabst du mir die Missetat,
darmit ich dich erzürnet.

6 Um deswillen werden die Heiligen zu dir beten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselben gelangen. 6. Dafür all' Heil'gen insgemein

zu rechter Zeit dich bitten,
Du wolltest ihnen gnädig sein,
ob sie wär'n ausgeschritten.
Du nimmst dich ihr' in Gnaden an,
wenn deine Fluten geh'n heran,
werden sie nicht verderbet.

7 Du bist mein Schirm; du wirst mich vor Angst behüten, daß ich errettet gar fröhlich rühmen kann.
8 "Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten."
7. Du bist mein Schirm, wirst durch dein Gnad

für Angst mich wohl behüten,
daß ich errettet, früh und spat
fröhlich rühm' deine Güte.
Du zeigest uns den rechten Weg,
zu gehen auf des Lebens Steg,
durch dein Antlitz geleitet.

9 Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die nicht verständig sind, welchen man Zaum und Gebiß muß ins Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen. 8. Seid doch nicht wie das dumme Vieh,

das nichts weiß noch verstehet,
mit Zaum und G'biß hat man viel Müh',
eh es zur Hand recht gehet.
Bedenkt doch, daß ihr Menschen seid,
Die willig sollten allezeit
Gott ihrem Schöpfer folgen.

10 Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen.
11 Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen.
9. Der gottlos' Hauf' findet viel Plag',

sein' Lohn wird er empfahen.
Wer hofft in Gott und folgt ihm nach,
den wird die Güt' umfahen.
Seid fröhlich, lieben Christenleut,
des Herren Gnad' bringt euch zur Freud',
ewig sollt ihr Gott preisen!


Verweise

Einzelnachweise

  1. Dieser Gedanke ist mit dem christlichen Glauben unvereinbar.