Dich loben die lieblichen Strahlen der Sonne

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An das Hochfürstliche Haus zu Anhalt-Köthen beim Eintritt des Jahres 1720.


Dich loben die lieblichen Strahlen der Sonne ist eine von Johann Sebastian Bach komponierte Festkantate für den Köthener Hof.


Geschichte des Werks

Alfred Dürr schreibt: "Die Komposition ist verschollen. Auch als Umarbeitung hat sich bisher keiner der Sätze in den erhaltenen Werken Bachs nachweisen lassen. Erhalten ist lediglich der Textdruck, nachgewiesen von Spitta,[1] sowie von Smend.[2] Eine Komposition durch Bach ist nicht belegt, aber auf Grund seiner Stellung als Hofkapellmeister mit Selbstverständlichkeit anzunehmenю"

Text des Werkes

Aria: Dich loben die lieblichen Strahlen

Dich loben die lieblichen Strahlen der Sonne,
o Sonne des Lebens, die alles erfreut.

Dich rühmen die Menschen mit frohem Gemüte,
o Höchster, der seine vollkommene Güte
in unserer Sonnen des Landes erneut.

Recitativo: Den Augen ist, der Sonnen Glanz zu seh'n

Den Augen ist, der Sonnen Glanz zu seh'n,
höchst angenehm,
ja süß ist dieses Licht,
wie selbst die Weisheit spricht.

Wir müssen dies zum Preis des Herrn gesteh'n,
der nach dem kürzesten der Tage
der Sonnen Lauf uns wieder zugeschickt,
[die] auf uns, befreit von aller Plage,
beim neuen Jahr in voller Gnade blickt. Der ehemals in unsrer Lebenssonne
in unserm Heiland Lust und Wonne
zu dieser Zeit der Erden zugesandt
Und der anitzt ein ganzes Land
mit lauter Sonnenglanz erquickt,
so uns glückselig macht,
so Anhalts Himmel ausgeschmückt,
so allezeit mit Huld und Gnaden lacht,
daß unser Herz in diese Worte bricht:
Wie lieblich und wie süß ist dieser Sonnen Licht!

Aria und Recitativo: Wie lieblich ist zu Anhalts Wohlergeh'n

Wie lieblich ist zu Anhalts Wohlergeh'n
des Fürsten Licht im hellen Glanz zu sehn.
Wer nicht des Lichtes Schönheit preist,
der lerne [zu]vor, was Nacht und Elend heißt.
Den müssen Finsternissen schrecken,
die manches Land, o welches Leid, bedecken,
der geh' aus unserm Gosen fort:
Ägyptens Nacht wird ihn bald überfallen,
wo Krieg und Mord, wo Ach und Weh erschallen.
Wie manches Reich sah' erst die Sonne
im Gold' und drauf im Blute steh'n?
Erschrecklich's Licht, aus dem nur Blitze geh'n!
Doch aber, ungemeine Wonne,
hier ist der Sonnen Aufgang schön,
und wird, wer kann mehr Heil verlangen,
auch allemal in Huld und Klarheit prangen.
Wir sind befreit von Nacht und Qual:
Denn auf den Purpur seiner Jugend
umleuchtet uns ein Mittagsstrahl
der allerschönsten Fürsten Tugend.
Ja, welche Lust, betrachten wir:
Des Himmels ganze Zier
um der erlauchten Fürstin Geist
und den großmüt'gen Prinzen schweben!
An der Prinzessin hellem Schein
erkennen wir, was Sternen Klarheit heißt
und stimmen noch mit Mund und Herzen ein:
Wie lieblich ist zu Anhalts Wohlergehn,
dies Fürsten Haus in hellem Glanz zu seh'n!
O Hoffnung, die gegründet ist,
Es werde, wie wird schon erfahren,
noch ferner mit des Fürsten Jahren
sein Glanz, wie itzt der Tage Schein,
je länger, je vollkomm'ner sein!
O Hoffnung, die uns freundlich grüßt,
die uns das Leben so versüßt,
was können wir, o Hoffnung, weiter sprechen,
als noch entzückt in diese Worte brechen?
Wie lieblich ist zu Anhalts Wohlergehn
dies Fürsten Licht in hellem Glanz zu sehn!
Wir sind befreit von Nacht und Qual,
denn auf den Purpur seiner Jugend
umleuchtet uns ein Mittagsstrahl
der allerschönsten Fürsten Tugend.
Wie lieblich ist zu Anhalts Wohlergeh'n
dies Fürstenhaus im hellen Glanz zu seh'n!

Recitativo: Die ganze Kreatur

Die ganze Kreatur
muß dich anitzt, o weiser Schöpfer, loben.
Doch durch das herrlichste, so hier in der Natur,
wird auch Dein Preis vor andern hoch erhoben:
Durch dieser Sonnen Pracht,
die Anhalts Himmel heiter macht,
durch welche, Du, der Du die Welt erquickest,
auf uns mit Gnadenstrahlen blickest.
Wir kommen, Herr, mit Beten
vor dir wie Josua getreten:
Laß unsre Sonne stille steh'n.
Herr gönn' uns die Glückseligkeit
sie bis in späte Zeit
an unserm Horizont zu sehn.
Erfülle doch das brünstige Verlangen,
schütt' alle deine Güter aus
und laß dies hohe Fürstenhaus
im hellem Lichte prangen.

Aria

So strahle holde Fürstensonne,
ihr Himmelslichter, unsre Wonne
glänzt fort in hohen Wohlergeh'n,
daß Anhalt freudig rühmen müsse:
wie herrlich, lieblich und wie süße,
ist dieser Sonnen Licht zu sehn!

Literatur

NBA I/35, Kr. Ber., S. 117.


Verweise



Vorlage:Bachkantate Neujahr


Einzelnachweise

  1. Fs. Curtius und Aufsätze. S. 94
  2. VI., S. 8; Kö. S. 27