Die Freude reget sich (BWV 36b)

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche
  • BWV 36 b
  • BC G 38


„Die Freude reget sich“ ist eine Glückwunschkantate von Johann Sebastian Bach.


Zum Werk

Die Kantate wurde für ein Mitglied der Leipziger Gelehrtenfamilie Rivinus geschaffen, wahrscheinlich zum Rektoratsantritt von Jurist und Universitätsprofesssor Johann Florens Rivinus im Jahre 1735.

Text der Kantate

Coro: Die Freude reget sich

Die Freude reget sich, erhebt die muntern Töne,
denn dieser schöne Tag läßt keinen ruhig sein.

Verfolgt den Trieb, nur fort, ihr treuen Musensöhne,
und liefert itzt den Zoll in frommen Wünschen ein!

Recitativo: Ihr seht, wie sich das Glücke

Ihr seht, wie sich das Glücke
des teuersten Rivins durch die gewohnten Blicke
in dieser angenehmen Zeit
zu seines Hauses Wohl verneut.
Der Segen krönet sein Bemühen,
das unsrer Philuris so manchen Vorteil schafft,
und dieser Segen macht durch seine starke Kraft,
daß Not und Ungemach von seiner Seite fliehen.

Aria: Aus Gottes milden Vaterhänden

Aus Gottes milden Vaterhänden
fließt seiner Kinder Wohlergehn.

Er kann das Wahre, Gute schenken,
er gibt uns mehr, als wir gedenken,
und besser, als wir es verstehn.

Recitativo: Die Freunde sind vergnügt

Die Freunde sind vergnügt,
den Fest- und Gnadentag zu schauen.
Sie können ihren Wunsch auf sich're Gründe bauen,
Auf dessen Huld, der alles weislich fügt,
der manche Proben schon gewiesen,
dieser fromme Mann ihn tausendmal gepriesen.
Allein - wie? Dürfen wir auch froh bei seinem Glücke sein?
Verschmähe nicht, du gütiger Rivin,
daß wir uns auch bemühn
und lassen itzt, dich zu verehren,
auch unsre Lieder hören.

Aria: Das Gute, das dein Gott beschert

Das Gute, das dein Gott beschert,
und was dir heute widerfährt,
macht dein erwünschtes Wohlergehn
vor uns auch schön.

Recitativo: Wenn sich die Welt

Wenn sich die Welt mit deinem Ruhme trägt,
den dein gelehrter Fleiß stets zu vermehren pflegt,
wenn deine Frömmigkeit ein wahres Muster gibet,
wie man dem Nächsten dient und Gott dabei doch liebet,
wenn sich dein edles Haus auf deine Vorsicht stützt,
wodurch es auch den Armen nützt,
so sehn wir dies nur mit Bewundrung an,
weil unsre Dürftigkeit nichts Höhers wagen kann.

Aria: Mit zarten und vergnügten Trieben

Mit zarten und vergnügten Trieben
verehrt man deine Gütigkeit.

Erschallet aber einst ein Lied,
das dich der Sterblichkeit entzieht,
so sind wir auch dazu bereit.

Coro/Recitativo: Was wir dir vor Glücke gönnen

Was wir dir vor Glücke gönnen,
wünscht man dir noch zehnmal mehr.

Tenore: Ja wohl, du hast's verdient,
wer dich aus deinem Ruhme kennt,
des Unrechts Geißel nennt,
hingegen der Gerechten Schirm und Schutz,
der bietet Not und Unglück Trutz.

Dich soll kein Verhängnis quälen,
Nichts an deinem Wohlsein fehlen.

Alto: Dein ganzes Haus
seh' als ein Tempel aus,
wo man mehr Lob als bange Seufzer hört,
in dem kein Fall die süße Ruhe stört.

Diese Lust ergötzt zu sehr,
mehr als wir entdecken können.

Soprano: Drum wirst du, großer Mann, verzeihen,
daß wir dabei, nach unsers Lehrers Treu,
uns auch mit ihm bei deinem Feste freuen,
doch auch, daß unsre Pflicht
nichts mehr von neuen Wünschen spricht.

Was wir dir vor Glücke gönnen,
wünscht man dir noch zehnmal mehr.

Verweise