Die Zeit, die Tag und Jahre macht

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  • Geburtstagskantate (Serenata) von Christian Friedrich Hunold 1719 für das fürstliche Haus von Anhalt-Köthen.
  • Komponiert von J. S. Bach (BWV 134a).
  • Schriftlesungen: Epistel: Galaterbrief 3, 23-29; Evangelium: Lukas 2, 21
  • Personen: Göttliche Vorsehung (Alt), Zeit (Tenor)


Das Werk

Köthener Glückwunschkantate zum Neujahrstag. Diese Kantate konnte allerdings (von Alfred Dürr) vollständig rekonstruiert werden und ist dementsprechend in der NBA I, 35 erschienen.

Text des Werkes

Recitativo: Die Zeit, die Tag und Jahre macht

Zeit: Die Zeit, die Tag und Jahre macht,
hat Anhalt manche Segensstunden
und itzo gleich ein neues Heil gebracht.

Göttliche Vorsehung: O edle Zeit, mit Gottes Huld verbunden!

Aria Tenore: Auf, Sterbliche, lasset ein Jauchzen ertönen

Auf, Sterbliche, lasset ein Jauchzen ertönen,
euch strahlet von neuem ein göttliches Licht!

Mit Gnaden bekröne der Himmel die Zeiten,
auf, Seelen, ihr müsset ein Opfer bereiten,
Bezahlet dem Höchsten mit Danken die Pflicht!

Recitativo: So bald, als dir die Sternen hold

Zeit:
So bald, als dir die Sternen hold,
o höchstgepries'nes Fürstentum,
bracht' ich den teuren Leopold
zu deinem Heil, zu seinem Ruhm
hab' ich ihn manches Jahr gepfleget
und ihm ein neues beigeleget.
Noch schmück ich dieses Götterhaus,
noch zier' ich Anhalts Fürstenhimmel
mit neuem Licht und Gnadenstrahlen aus,
noch weicht die Not von diesen Grenzen weit,
noch fliehet alles Mordgetümmel,
noch blüht allhier die güldne Zeit,
so preise dann des Höchsten Gütigkeit!
Göttliche Vorsehung:
Des Höchsten Lob ist den Magneten gleich,
von oben her mehr Heil an sich zu ziehen,
so müssen weise Fürsten blühen,
so wird ein Land an Segen reich.
Dich hat, o Zeit, zu mehrem Wohlergeh'n
für dieses Haus der Zeiten Herr ersehn.
Zeit:
Was mangelt mir an Gnadengaben?
Göttliche Vorsehung:
Noch größre hab ich aufgehaben.
Zeit:
Mein Ruhm ist itzt schon ungemein.
Göttliche Vorsehung:
Zu Gottes Preis wird solcher größer sein.

Aria Duetto: Es streiten, es siegen

Es streiten, es siegen die künftigen Zeiten,

Es streiten, es prangen die vorigen Zeiten,

beide: Im Segen für dieses durchlauchtigste Haus.

Dies liebliche Streiten beweget die Herzen,
Zeit:
Die Saiten zu rühren,
Göttliche Vorsehung:
zu streiten,
Zeit:
zu scherzen,
beide:
Es schläget zum Preise des Höchsten hinaus.

Recitativo: Bedenke nur, beglücktes Land

Göttliche Vorsehung:
Bedenke nur, beglücktes Land,
Wieviel ich dir in dieser Zeit gegeben.
An Leopold hast du ein Gnadenpfand.
Schau an der Fürstin Klugheit Licht,
Schau an des Prinzen edlem Leben,
An der Prinzessin Tugendkranz,
Dass diesem Hause nichts an Glanz
Und dir kein zeitlich Wohl gebricht.
Soll ich dein künftig Heil bereiten,
So hole von dem Sternenpol
Durch dein Gebet ihr hohes Fürstenwohl!
Komm, Anhalt, fleh um mehre Jahr und Zeiten!
Zeit:
Ach, fleh' um dieses Glück,
denn ohne Gott und sie
würd' ich nicht einen Augenblick
für dich glückselig sein.
Ja, Anhalt, ja, du beugest deine Knie,
dein sehnlichs Wünschen stimmt mit ein. Göttliche Vorsehung:
Allein, o gütigstes Geschick!
Gott schauet selbst auf die erlauchten Herzen,
Auf dieser Herrschaft Tugend-Kerzen,
Sie brennen ihm in heißer Andacht schön.
Um ihre Gott beliebte Glut
Kömmt selbst auf sie ein unschätzbares Gut
Und auf dies Land viel zeitlich Wohlergehn.

Aria Alto: Der Zeiten Herr

Der Zeiten Herr hat viel vergnügte Stunden,
du Götterhaus, dir annoch beigelegt.

Weil bei der Harmonie der Seelen,
die Gott zum Hort und Heil erwählen,
des Himmels Glück mit einzustimmen pflegt.

Recitativo: Hilf, Höchster

Zeit:
Hilf, Höchster, hilf, daß mich die Menschen preisen
Und für dies weltberühmte Haus
Nie böse, sondern gülden heißen.
Komm, schütt auf sie den Strom des Segens aus!
Ja, sei durch mich dem teursten Leopold
Zu vieler Tausend Wohl und Lust,
Die unter seiner Gnade wohnen,
Bis in ein graues Alter hold!
Erquicke seine Götterbrust!
Laß den durchlauchtigsten Personen,
Die du zu deinem Ruhm ersehn,
Auf die bisher dein Gnadenlicht geschienen,
Nur im vollkommnen Wohlergehn
Die schönste Zeit noch viele Jahre dienen!
Erneure, Herr, bei jeder Jahreszeit
An ihnen deine Güt und Treu!
Göttliche Vorsehung:
Des Höchsten Huld wird alle Morgen neu,
er will sein Schutz, sein Geist insonderheit
auf solchen Fürsten schweben,
die in dem Lebensfürsten leben.

Ensemble: Ergötzet auf Erden

Zeit:
Ergötzet auf Erden,
Göttliche Vorsehung:
erfreuet von oben,
alle:
Glückselige Zeiten, vergnüget dies Haus!
Göttliche Vorsehung, Zeit:
Es müsse bei diesen durchlauchtigsten Seelen
Die Gnade des Himmels die Wohnung erwählen;

Der Segen des Himmels die Wohnung erwählen;

alle:
Sie blühen, sie leben, ruft jedermann aus.

Verweise