Donatismus

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Der Donatismus war eine Häresie, die im 4. Jh. entstand.


Geschichte

Am Anfang der Bewegung betraf dieses Prinzip besonders Christen, die während der Christenverfolgung durch Diokletian von 303 bis 311 zeitweilig als „Lapsi“ abgefallen oder als „Traditores“, als Auslieferer heiliger Schriften und Gegenstände, Schwäche gezeigt hatten.

Als diese Christen nach der Mailänder Toleranzvereinbarung 313 wieder in die Kirche zurückkehrten, verlangten die Donatisten ihren Ausschluß. Insbesondere erklärten sie alle Sakramente (Taufe, Eucharistie, Priesterweihe) für ungültig, die von einem Priester gespendet worden waren, der zeitweilig abgefallen war.

Im Winter 312/313 entbrannte deshalb ein heftiger Streit um den Bischof von Karthago, Käkilianus, der seines Amtes enthoben werden sollte, da unter denen, die ihn zum Bischof gewählt hatten, auch ein Traditor namens Felix gewesen sein soll. Hintergrund für die Eskalation war die gewandelte Haltung des römischen Staates: Kaiser Konstantin der Große, der seit 312 uneingeschränkt im Westen herrschte, hatte kurz zuvor verfügt, daß die während der Verfolgungszeit konfiszierten Werte der Kirche zurückerstattet und christliche Kleriker mit Privilegien versehen werden sollten. Damit gewann die Frage, wer der rechtmäßige Vertreter der Christen Nordafrikas sei, plötzlich gewaltige Sprengkraft, die über rein theologische Fragen hinausging.

Käkilianus unterlag zunächst seinen Gegnern; er wurde von der Kirche Kartagos ausgeschlossen und ein neuer Bischof trat an seine Stelle. Der Konflikt dauerte jedoch an, da die Anhänger des Käkilianus diese Entscheidung nicht hinnehmen wollten. Dreimal wurde in den darauffolgenden Jahren ein Bittgesuch an Kaiser Konstantin gestellt, er möge den Streit beilegen. Alle drei Male wurde dabei von einem unabhängigen Kollegium Käkilianus die rechtmäßige Einsetzung als Bischof bestätigt.

Der Name Donatistenstreit leitet sich von einem der Beteiligten an den Auseinandersetzungen her, wenn auch dieser im Grunde keine tragende Rolle in dem Konflikt hatte: Dieser Donatus war der Nachfolger des ersten Gegenkandidaten des Käkilianus, als dieser anfangs seines Amtes enthoben worden war. Donatus wurde verbannt, wie letztlich alle Gegner des Käkilianus.

Als die römische Kirche die zeitweilig Abgefallenen wieder aufnahm, trennten sich die Donatisten von ihr. Daß mittlerweile nachgewiesen worden war, daß bei der Weihe Käkilians gar kein Traditor anwesend war, spielte dabei keine Rolle mehr. Auf dem Konzil von Arles 314 erlitten die Donatisten eine klare Niederlage, und Konstantin schloß sich dem Votum der Versammlung an.

Die Donatisten akzeptierten jedoch die Entscheidung des Kaisers nicht. Donatus habe, so überliefert es Optatus von Mileve, ihn (den die Donatisten ursprünglich selbst als Richter angerufen hatten) mit einer rhetorischen Frage nun für unzuständig erklärt: „Quid est imperatori cum ecclesia?“

Konstantin gebot Bischof Käkilianus, gegen die Abweichler einzuschreiten, was dieser tat. Die Donatisten nannten sich fortan selbst die „Kirche der Märtyrer“ und erklärten, daß alle, die mit einem Sünder in Kontakt blieben, deshalb exkommuniziert seien.

Noch Augustinus setzte sich um 400 als Bischof von Hippo mit den Donatisten auseinander. Er sah die christliche Kirche im Gegensatz zu den puristischen Donatisten als eine Gemeinschaft an, die voll von Sündern ist. Darüber hinaus meldet er der donatistischen Heiligkeitsforderung gegenüber an, daß auch die Heiligen, solange sie im Leibe leben, als Menschen stets der Sünde unterworfen blieben, auch wenn es sich nur um geringe Verstöße handele. Im Jahr 411 kam es zu einem „Religionsgespräch“ zwischen Augustinus und Vertretern des Donatismus, der collatio.

Der Einfluß der Donatisten in Afrika wurde zwar verringert, sie konnten sich aber auch unter der Herrschaft der Vandalen (ab 429) und deren Verfolgung der Trinitarier bis zur Rückeroberung Nordafrikas unter Justinian (534) halten. Danach verliert sich ihre Spur.


Verweise