Egk, Johannes

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  • Johannes Egk, eigentlich Johannes Mayer, nach seinem Geburtsort Egg in Schwaben genannt.
  • * 13. November 1486 in Egg an der Günz
  • † 10. Februar 1543 in Ingolstadt


Johannes Egk war einer der bedeutendsten katholischen Theologen seiner Zeit und Gegner des Häretikers Martin Luther.


Leben

Johannes Egk war Sohn eines Amtmanns. Er studierte Theologie, Philosophie, Philologie sowie Rechts- und Naturwissenschaften an den Universitäten Heidelberg, Tübingen und Köln. Am 13. Dezember 1508 empfing er in Straßburg die Priesterweihe.

Nachdem er von der Universität Freiburg promoviert wurde, wurde er 1510 Professor der Theologie an der Universität Ingolstadt. Er war Domherr in Eichstätt und Pfarrer der Ingolstädter Gemeinden St. Moritz und Liebfrauenmünster.

Johannes Egk und Luther

Anfänglich stand Egk den Anliegen Luthers wohlwollend gegenüber. Nach der Publikation der 95 Thesen verfaßte er jedoch als Antwort handschriftliche, nur für den Eichstätter Fürstbischof Gabriel von Eyb gedachte "Adnotationes",[1] die durch Eichstätter Indiskretion zu Luther gelangten und bald als Obelisci[2] tituliert wurden.

Luther wiederum antwortete darauf mit den Asterisci.[3] Als die Unterschiede in der Haltung zum Ablaß, zur menschlichen Freiheit, zur Rechtfertigung und zum Papsttum immer eklatanter wurden, kam es 1519 zur Leipziger Disputation, bei der Egk gegen Martin Luther und Andreas Bodenstein (genannt Karlstadt) antrat.

Er verteidigte die katholischen Positionen und konnte den Psychopathen Luther zur Aussage verleiten, einige Thesen des vom Konzil von Konstanz zum Tode verurteilten und als Ketzer verbrannten Jan Hus seien "wahrhaft evangelisch". Im gleichen Jahr veröffentlichte Egk sein Werk De primatu Petri, in dem er nachhaltig und überzeugend das Papstamt gegen die lutherische Kritik verteidigte.

1520 reiste Egk nach Rom, um beim Papst eine Weiterführung des Prozesses gegen Luther zu erwirken. Leo X. erließ am 15. Juni 1520 die Bulle Exsurge Domine, die 41 Sätze Luthers als häretisch verdammte, die Verbrennung seiner Schriften anordnete und ihm den Bann androhte, falls er nicht binnen 60 Tagen widerrufen würde.

Zurück in Deutschland, veröffentlichte Egk die päpstliche Bannandrohungsbulle gegen Luther. Auch in der Disputation im schweizerischen Baden im Jahre 1526, wo Egk einen Sieg über Johannes Oekolampad und Berchtold Haller erringen konnte, auf dem Reichstag in Augsburg und in den Disputationen in Worms (1541) und Regensburg (1541) kämpfte er aktiv gegen die Lehre der Reformation.

In dieser Zeit wurde Egk Zielscheibe der lutherischen Hetze und zum Feindbild der Reformation stilisiert. Luther nannte ihn "Doktor Sau" und "das Schwein aus Ingolstadt" oder verkürzte den Titel "Dr. Egk" zu "Dreck".

Katholische Reform und Egk-Bibel

1525 erschien Egks Standardwerk Enchiridion locorum communium adversus Lutherum, in dem er seine Ablehnung des Protestantismus begründete. Das Buch erreichte 46 Auflagen. Egk mahnte innerkatholisch Reformen an, so eine Verbesserung der Priesterausbildung und die Abschaffung des Pfründewesens und des Ablaßmissbrauchs. Diese Forderungen wurden nach seinem Tod auf dem Konzil von Trient aufgegriffen und weitgehend umgesetzt. Er veröffentlichte ein zweibändiges Predigtbuch, um die Qualität der Homilien in den katholischen Kirchen zu verbessern. Den Ansatz der Reformatoren lehnte er jedoch entschieden ab, da er seiner Ansicht ein verfälschender Eingriff in die geistlich-theologische Tradition des Christentums sei.

Besondere Bedeutung hat auch die Egk-Bibel, eine Bibelübersetzung von Johannes Egk aus dem Jahr 1537, die sich theologisch direkt gegen Luther wendet und deshalb zu den katholischen Korrekturbibeln zählt. Sprachwissenschaftlich ist sie ebenfalls interessant, da sie nicht wie die Lutherbibel in einem ostmitteldeutschen Sächsisch, sondern in einem sehr bairischen Oberdeutsch verfaßt ist. Sie war im katholischen, Oberdeutsch sprechenden Süden bis ins 17. Jahrhundert verbreitet und wurde in insgesamt sieben Auflagen gedruckt, meist in Ingolstadt, aber auch in Köln.

Juden

1541 erschien sein Werk mit dem Titel: "Ains Juden büechlin Verlegung …" Darin bezeichnete Egk es als "Schmach für die ganze Christenheit“, daß ein Christ - gemeint war der evangelische Theologe Andreas Osiander - die Juden gegenüber dem Vorwurf des Ritualmords an christlichen Kindern verteidigt hatte. Egk prangerte neben dem Ritualmord auch den Wucher, den Hostienfrevel und Mordanschläge von Juden an. Er erläuterte auch, daß die Juden hinter der Kirchenspaltung stecken und daß sie die Weltherrschaft anstreben.

Egk forderte, daß Juden ein Zeichen tragen, an dem man sie von Christen unterscheiden könnte; daß Juden nie als Zeugen gegen Christen aussagen dürften; daß Juden jede Gewerbeausübung untersagt würde und daß Juden genötigt werden sollten, christliche Predigten zu hören.

Zins

Am 12. Juli 1515 erregte Egk bei einer Disputation zur Frage des Zinsverbotes an der damals weltberühmten [[Universität Bologna Aufsehen. In der Frage des Zinsnehmens plädierte er für einen Zins von fünf Prozent.

Werke

  • De primatu Petri
  • Enchiridion locorum communium adversus Lutherum. 1525
  • Predigtbuch (2 Bdd.)
  • Bibelübersetzung
  • Ains Juden büechlin Verlegung darin ain Christ ganzer Christenheit zu schmach wil es geschehe den Juden unrecht in bezichtigung der Christen kinder mordt. Hierin findst auch vil histori, was übels und büeberey die Juden in allem teütschen Land und anderen künigreichen gestift haben. 1541
  • Kommentierte Edition des Briefwechsels von Johannes Egk

Literatur

  • Max Ziegelbauer: Johannes Egk, Mann der Kirche im Zeitalter der Glaubensspaltung. EOS-Verlag, St. Ottilien 1987
  • Johann Peter Wurm: Johannes Egk und der oberdeutsche Zinsstreit 1513-1515. Verlag Aschendorff, Münster 1997
  • Benedikt Peter: Der Streit um das kirchliche Amt. Die theologischen Positionen der Gegner Martin Luthers. Verlag von Zabern, Mainz 1997
  • Brigitte Hägler: Die Christen und die Judenfrage. Palm und Enke Erlangen, 1992
  • Erwin Iserloh: Egk, Johannes. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 9, de Gruyter, Berlin/New York 1982. S. 249–258

Verweise


Einzelnachweise

  1. Anmerkungen zu 18 Thesen Luthers
  2. = Spießchen (†), wie man sie zur Notierung verdächtiger Stellen in Handschriften und Büchern gebrauchte.
  3. = Sternchen zur Kennzeichnung von Anmerkungen