Ellwangen (Fpr.)

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Die Fürstpropstei Ellwangen war ein von 1460 bis zur Säkularisation im Jahre 1802 eigenständiges Fürstentum, das in den jeweiligen Fürstpröpsten zugleich weltliche und geistliche Macht vereinte.

Gebiet

Um 1800 wohnten etwa 20.000 Menschen im Territorium der Fürstpropstei, das etwa 500 qkm umfaßte. Es bestand aus den Ämtern Ellwangen, Tannenburg und Kochenburg, Rötlen, Wasseralfingen und Heuchlingen.

Geschichte

Die Fürstpropstei Ellwangen ging aus einer reichsunmittelbaren Abtei in Ellwangen an der Jagst hervor, die im Jahr 764 (750?) von Hariolf und Erlolf (Bischof der französischen Stadt Langres) als Benediktinerkloster gegründet worden war. 1460 wurde die Abtei in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt. Dem Stiftskapitel gehörten zwölf adlige Kanoniker und zehn Chorvikare an. Der Fürstpropst besaß im Reichstag eine Virilstimme und vergab die städtischen Ämter in Ellwangen jeweils für ein Jahr gegen eine Gebühr. Dies betraf sowohl den Stadtschultheißen als auch die Mitglieder des Gerichts, die zugleich den Rat bildeten. Selbst das Hirtenamt und das Amt des Bannwarts wurden auf diese Weise besetzt.[1]


Unter Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1694–1732) und Franz Georg von Schönborn (1732–1756) wurde Ellwangen zu einer barocken Residenzstadt umgebaut. Letzter Fürstpropst war Clemens Wenzeslaus von Sachsen. 1802 wurde die Fürstpropstei durch den Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst und Württemberg zugeordnet. Ellwangen war zunächst Sitz der Regierung von Neuwürttemberg. 1803 wurde der Ort Sitz des Oberamtes Ellwangen, das 1806 Teil des Königreichs Württemberg wurde. Staatsrechtliche Organisation

Herrscher der Fürstpropstei waren die dem Augustiner-Chorherren-Stift Ellwangen vorstehenden Fürstpröpste, die sich aber oftmals nicht in Ellwangen selbst aufhielten, sondern gleichzeitig mehrere geistliche Ämter wie Domherr, Dompropst oder Fürstbischof ausübten.

Ellwangen war ein Konsistorialbenefizium, nach einer Wahl oder Postulation des Fürstpropsten durch das Stiftskapitel wurde das Amt durch den Papst verliehen.[3]



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