Erhör' mein G'bet, du treuer Gott

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Links der Psalm in der Übersetzung von Martin Luther, rechts die auf dem Luther-Text basierende Psalm-Dichtung von Kornelius Becker.

Psalm nach Luther Psalmlied von Kornelius Becker
1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
2 Gott, erhöre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

3 Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so kläglich zage und heule,
4 daß der Feind so schreit und der Gottlose drängt;
denn sie wollen mir eine Tücke beweisen und sind mir heftig gram.

1. Erhör' mein G'bet, du treuer Gott,

wend' dich nicht von mein'm Flehen.
ich klag', ich heul', merk auf mein Not
zaghaft für dir ich stehe.
der Gottls' tut mir großen Drang
des Feindes Tück' macht mir sehr bang,
beschweret mich mit Lügen

5 Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und des Todes Furcht ist auf mich gefallen.

6 Furcht und Zittern ist mich angekommen, und Grauen hat mich überfallen.

2. Mein Herz im Leib sich ängst und quält,

in Todesfurcht ich schwebe,
Schrecken und Zittern mich anfällt,
Grauen hat mich umgeben,
groß' Finsternis bedecket mich,
mein Herzeleid das mehret sich.
wo soll ich mich hinkehren?

7 Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, da ich flöge und wo bliebe!

8 Siehe, so wollt ich ferne wegfliehen und in der Wüste bleiben.
9 Ich wollte eilen, daß ich entrönne vor dem Sturmwind und Wetter.

3. Ach daß ich mich erheben künnt,

dem Unglück zu entfliehen,
wie ein Täublein wollt' ich geschwind
hinfliehcn, da ich bliebe,
ich wollt' eilen, daß ich entrünn',
fürm Sturm und Wetterungestüm
mich sichern in der Wüsten.

10 Mache ihre Zunge uneins, HERR, und laß sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

11 Solches geht Tag und Nacht um und um auf ihren Mauern, und Mühe und Arbeit ist drinnen.
12 Schadentun regieret drinnen; Lügen und Trügen läßt nicht von ihrer Gasse.

4. Herr, mach uneins ihr' falsche Zung,

laß dein' Zorn sie verschlingen.
Frevel, Gewalt und Lästerung
regiert in allen Dingen
ohn' Unterlaß in ihrer Stadt,
tut lügen, trügen, großen Schad',
man hörts in allen Gassen.

13 Wenn mich doch mein Feind schändete, wollte ich's leiden; und wenn mein Hasser wider mich pochte, wollte ich mich vor ihm verbergen.

14 Du aber bist mein Geselle, mein Freund und mein Verwandter,
15 die wir freundlich miteinander waren unter uns; wir wandelten im Hause Gottes unter der Menge.

5. Wenn doch mein Feind mich schänden tät

und mich mein Hasse pochet,
viel eh ich solchs verschmerzet hätt'
und mich für ihm verkrochen:
So tust du's, mein verwandter Freund,
mein G'sell, die wir beisammen seind
so lang in Gottes Hause.

16 Der Tod übereile sie, daß sie lebendig in die Hölle fahren; denn es ist eitel Bosheit unter ihrem Haufen.


17 Ich aber will zu Gott rufen, und der HERR wird mir helfen.

6. Der Tod komm' plötzlich über sie

und stürz' sie in die Höllen,
es ist doch nur Frevel und Müh'
bei den gottlosen G'sellen,
Ich aber will Gott rufen an
und mein Vertrauen zu ihm han,
der Herr wird mir wohl helfen.

18 Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen, so wird er meine Stimme hören.

19 Er erlöst meine Seele von denen, die an mich wollen, und schafft ihr Ruhe; denn ihrer viele sind wider mich.

7. Wenn ich heul' und klag früh und spat,

wird er mein Stimm erhören,
mein Seel' erlösen in Genad,
mir g'wünschte Ruh' bescheren.
Viel ist der Feinde wider mich,
mein Trost ist, Gott bleibt ewiglich,
der mir hilft und sie plaget.

20 Gott wird hören und sie demütigen, der allewege bleibt. Denn sie werden nicht anders und fürchten Gott nicht.


21 Sie legen ihre Hände an seine Friedsamen und entheiligen seinen Bund.

8. Doch ist bei ihnen all's verlor'n,

Gottsfurcht han sie vergessen.
Sie bleiben nochmal wie zuvorn,
halten sich hoch vermessen.
Den Bund entheil'gen sie allzeit
und legen Hand an friedsam' Leut,
verfolgen den Gerechten.

22 Ihr Mund ist glätter denn Butter, und sie haben Krieg im Sinn; ihre Worte sind gelinder denn Öl, und sind doch bloße Schwerter. 9. Glätter denn Butter ist ihr Mund,

reden aus falscher Seele.
Ihr gute Wort' zu aller Stund
gelinder sind denn Öle.
Ihr Herz dabei ist voller Mord,
verletzen durch ihr falsche Wort',
wie durch mördliche Schwerter.

23 Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen. 10. Dein Anliegen wirf allzumal

getrost auf Gott den Herren,
er wird dich recht versorgen wohl
und allezeit ernähren.
Wer auf Gott setzt sein Zuversicht,
den wird der treue Vater nicht
ewig in Unruh lassen.

24 Aber, Gott, du wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube: die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich. 11. Die falsche, blutgierige Rott'

und all' gottlose Buben
wirst du stürzen, gerechter Gott,
hinunter in die Gruben.
Plötzlich dein Macht sie niederstürzt,
ihr Leben wird die Hälft' verkürzt,
auf dich, mein Gott, ich traue.


Verweise