Es lebe der König, der Vater im Lande

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  • BWV A 11
  • Dramma per musica bei der hohen Namensfeier Sr. Königlichen Maj. in Polen und kurfürstl. Durchl. zu Sachsen
  • 3. August 1732


Das Werk

Verschollene Glückwunschkantate. Teile in K. 30, 213? Gemeinsam mit K. A 11 zum Namenstag von KF August III.


Text des Werks

Coro: Es lebe der König, der Vater im Lande

Es lebe der König, der Vater im Lande,
der weise, der milde, der tapf're August!

Er ist unser Schmuck und Ruhm,
er ist unser Eigentum,
er ist selbst des Himmels Lust,
der weise, der milde, der tapf're August.

Recitativo: August

August, unsterblicher August,
wo ist ein Land
an Ruh und Segen, Heil und Lust,
wie Sachsen so bekannt?
Wer ist wie Du, wer ist Dir gleich?
Durch Dich allein
muß Land und Reich
in dem Besitz der fetten Jahre sein.
Wer siehet einem Untertan Not oder Kummer an?
Wir sind beschützt, wir sind ernährt,
und jauchzen im Genuß der Gaben,
die Deine Vaterhuld gewährt:
Hier wohnet die Befriedigung,
ein iedes hat genung,
weil wir an Dir ja alles haben!

Aria: Lobt, ihr Völker, unsre Wonne

Lobt, ihr Völker, unsre Wonne,
habet Lust an unsrer Lust!

Sagt, gesegnet sind die Sachsen,
aber sagt auch, dieses Wachsen
gibt uns unser Herr, August.

Recitativo Landesliebe: Und darum, Herr, versichre Dich

Und darum, Herr, versichre Dich,
so viel Dir Seelen untertan,
so viel triffst Du auch Herzen an,
die Dir zu Liebe sich
die Jahre kürzen lassen wollten,
daß Deine Jahre für und für
und sonder Ende währen sollten.
Wir hangen stets und ganz an Dir,
und ob Du gleich seit einer langen Frist
der Zärtlichkeit entrissen bist,
so sind wir dennoch deiner Spur
mit Beten und Verlangen
in wahrem Geiste nachgegangen. Dein Herze fühlet es,
dies Vaterherze frage nur!

Aria: Entferne Deine holden Blicke

Entferne Deine holden Blicke,
verstelle gleich dein Angesicht,
die Liebe wankt und weicht doch nicht.

Sie folgt dir nach, sie schließt Dich ein,
und weil sie muß Dein Gleitsmann sein,
so kommt sie auch mit Dir zurücke.

Arioso Landes-Glückseligkeitund Landes-Liebe: Geneigter Himmel

Geneigter Himmel, dem bekannt,
wie das getreue Sachsenland
den König, seinen August, schätzet,
erhöre das Gebet,
das früh und spät
an Deinen Thron mit Innbrunst setzet:
Mehre, spare,
seine Jahre,
daß Sein Lauf, wie Seine Taten,
Übermenschlich mag geraten.

Aria Landesliebe: Frommes Schicksal

Frommes Schicksal, wenn ich frage,
ob das Wachstum froher Tage
meines Königs ferner da?
Ach so sage, sage: Ja!
Echo: Ja!
Und vor solchem Untergange
schütz uns mächtig, schütz uns lange!
Echo: lange!

Recitativo Landesvorsehung: Getrost, ihr treuen Untertanen

Getrost, ihr treuen Untertanen,
das ist der Allmachtsschluß:
Wie August mehr als alle Trefflichkeit
der Helden seiner Ahnen
in Seine Seele schließt,
so will der Himmel Seiner Zeit,
die er schon hier selbst göttlich preist,
derselben Jahre Ziel
zusammen übergeben.
Getrost, Er wird noch viel,
er wird der Zeit zum Wunder leben.

Aria Ich will Ihn hegen

Ich will Ihn hegen,
ich will Ihn pflegen
und deiner Seele freundlich tun.

Mein Auge soll Ihn leiten,
mein Arm soll vor Ihn streiten,
auf meinen Händen soll er ruhn.

Recitativo: Wohl mir

Landesglück: Wohl mir, mein Wohlergehn
wird, wie ein Fels, so unbewegt,
so fest und ewig stehn,
und, wo es möglich ist, sich annoch mehr erhöhn.
Landesliebe: Nun werd ich unersättlich sein,
den milden August zu umfassen
a. 2.: und keinen Tag vorüber lassen,
Ihm Lippen und Herze zum Wunsche zu weihn.

Aria: Es lebe der König

Es lebe der König, der Vater im Lande,
zum Troste, zur Freude, zur Zierde der Welt.

Und sein Prinz, Sein Salomo
grün' und blühe gleichfalls so,
wie es Seiner Lust gefällt,
so bleibet noch alles gesegnet im Stande.

Verweise