Frantz, Konstantin

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  • * 12. September 1817 in Börnecke, südlich von Halberstadt
  • † 2. Mai 1891 in Blasewitz


Konstantin Frantz war ein ostfälischer Publizist.


Leben

  • Gegner des Nationalliberalismus
  • in einem zentralisierten deutschen Nationalstaat nach westeuropäischem Vorbild sah er eine Gefahr für die Weltstellung der europäischen Völker. Sein föderativer Gegenentwurf selbständiger Staaten sollte neben Gliedern des ehemaligen Rheinbundes, den Niederlanden, der Schweiz, Preußen, Litauen und Österreich auch ein wiederhergestelltes Polen als Vize-Königreich umfassen (regiert von einer litauischen und katholischen Nebenlinie des preußischen Königshauses, in Personalunion mit einem Preußischen Kaisertitel und einem litauischen Großfürstentitel).
  • eine Lösung der Deutschen Frage durch bloße Gewalt, wie in den Kriegen von 1866 und 1871, lehnte er als lebensfremd ab.
  • In seinem Buch „Von der deutschen Föderation“ von 1851 wies er nach, daß Preußen geschichtlich nicht legitimiert sei, eine Führungsrolle in der deutschen Frage zu übernehmen.
  • Außerdem würde sich die „Militärstaatlichkeit“ Preußens nicht mit der Parlamentstaatlichkeit eines deutschen Nationalstaates vertragen.
  • Frantz bezeichnete das von Bismarck geschaffene Reich als „Deutsches Reich jüdischer Nationalität“. Er bezweifelte die Loyalität der Juden zu dem Land, in dem sie lebten, kritisierte einen vermeintlichen zu großen jüdischen Einfluß in Wirtschaft und Pressewesen
  • in seiner Schrift „Ahasverus oder Die jüdische Frage“ von 1844 schrieb Frantz im Gegensatz zum christlichen Stanpunkt, daß auch Konversion und Taufe nichts am grundsätzlichen Judentum und dem sich daraus ergebenden Wesen änderten.
  • Wie Friedrich List war Frantz zu Lebzeiten mehr oder weniger vergessen.
  • In Anlehnung an Friedrich Ratzel arbeitet er den grenzkolonisatorischen Aspekt weiter aus, wobei er sich auf Johann Karl Rodbertus (1805-1875) beruft, der die Deutschen ein „kolonisierendes Volk“ nennt: „Aber unsere Kolonien liegen nicht jenseits des Meeres, sie sind unmittelbar aus dem alten Stamm heraus gewachsen. Östlich von der Elbe erstrecken sie sich bis an den Peipussee und bis in die südöstlichste Bastion der Karpathen. In der Arbeit des Kolonisierens wurde das deutsche Volk geführt von zwei Fürstenhäusern, beide Grenzwächter des Reichs, im Norden den Hohenzollern, deren Vorläufer die Hanse und der Deutsche Orden waren, im Süden den Habsburgern“.

Posen

Die Vorbehalte gegenüber der „Judenwirtschaft“ hängen mit einer anderen Beobachtung Frantz’ zusammen, die sich gegen eine „Verpreußung“ bzw. Germanisierung polnischer Gebiete richtet: Den Juden der Provinz Posen sei nämlich auf Grund der neuen preußischen Verfassung von 1848 wie den Polen das preußische Staatsbürgerrecht gewährt worden.

“Seitdem zogen sie immer zahlreicher in Berlin ein, und so ist die Hauptquelle der Verjudung der Hauptstadt gerade die Provinz Posen geworden. Das Großherzogtum Posen, wenn es sein besonderes Indigenat bekam, hätte wohl seine Juden für sich behalten müssen. Daß man das polnische Element zu verdeutschen strebte und seit einiger Zeit sogar auszumerzen sucht, hat keinen Segen gebracht und wird auch keinen bringen.“

Werke

  • Grundsätze des wahren und wirklichen absoluten Idealismus.
  • Philosophie der Mathematik.
  • Versuch über die Verfassung der Familie.
  • Über Gegenwart und Zukunft der Preußischen Verfassung.
  • Polen, Preußen und Deutschland, ein Beitrag zur Reorganisation Europas.
  • Unsere Politik
  • Die Konstitutionellen
  • Unsere Verfassung
  • Von der deutschen Föderation
  • Louis Napoleon
  • Die Staatskrankheit
  • Drei und dreißig Sätze vom deutschen Bund
  • Kritik aller Parteien
  • Der dänische Erbfolgestreit und die Bundespolitik
  • Die Wiederherstellung Deutschlands.
  • Die Schattenseite des Norddeutschen Bundes.
  • Die Naturlehre des Staates
  • Das neue Deutschland
  • Die Religion des Nationalliberalismus
  • Abfertigung der nationalliberalen Presse
  • Der Nationalliberalismus und die Judenherrschaft
  • Deutsche Antwort auf die orientalische Frage
  • Die Weltpolitik unter besonderer Bezugnahme auf Deutschland.
  • Die Gefahr aus Osten.[1]

Verweise


Einzelnachweise

  1. Nachgelassene Arbeit, publiziert von Ottomar Schuchardt in „Die deutsche Politik der Zukunft“, Bd. 1, Zelle 1899.