Freu' dich sehr, o meine Seele

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Die Hymne im Werk von J. S. Bach

  • Laß dein' Engel mit mir fahren, Schlußchoral der Kantate "Es erhub sich ein Streit"
  • Freu' dich sehr, o meine Seele, Schlußchoral der Kantate "Wachet, betet, betet, wachet"
  • Freu' dich sehr, o meine Seele, Orgelchoral BWV A. 52 (12/8), wohl nicht von Bach
  • Freu' dich sehr, o meine Seele, Orgelchoral Fugato BWV A. 53 (2/2), wohl nicht von Bach
  • Freu' dich sehr, o meine Seele, Orgelchoral (Emans Nr. 72)
  • Freu' dich sehr, o meine Seele, Orgelchoral (Emans Nr. 73)

Text der Hymne

1. Freu dich sehr, o meine Seele,
und vergiß all Not und Qual,
weil dich nun Christus, dein Herre,
ruft aus diesem Jammertal.
Aus Trübsal und großem Leid
sollst du fahren in die Freud,
die kein Ohr hat je gehöret,
die in Ewigkeit auch währet.


2. Tag und Nacht hab ich gerufen
zu dem Herren, meinem Gott,
weil mich stets viel Kreuz betroffen,
daß er mir helf' aus der Not.
Wie sich sehnt ein Wandersmann,
daß sein Weg ein End mög han,
so hab ich gewünschet eben,
daß sich enden mög mein Leben.


3. Denn gleich wie die Rosen stehen
unter spitzen Dornen gar,
also auch die Christen gehen
in viel Ängsten und Gefahr.
Wie die Meereswellen sind
und der ungestüme Wind,
also ist allhier auf Erden
unser Lauf voller Beschwerden.


4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle,
unser eigen Fleisch und Blut
plagen stets hier unsre Seele,
lassen uns bei keinem Mut.
Wir sind voller Angst und Plag,
lauter Kreuz sind unsre Tag;
wenn wir nur geboren werden,
Jammer g'nug find't sich auf Erden.


5. Wenn die Morgenröt herleuchtet
und der Schlaf von uns sich wend't,
Sorg und Kummer daherschleichet,
Müh sich find't an allem End.
Unsre Tränen sind das Brot,
das wir essen früh und spät;
wenn die Sonn nicht mehr tut scheinen,
ist nichts denn nur Klag und Weinen.


6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne,
der du ewiglich aufgehst,
sei von mir auch jetzt nicht ferne,
weil mich dein Blut hat erlöst.
Hilf, daß ich mit Fried und Freud
mög von hinnen fahren heut;
ach sei du mein Licht und Straße,
mich mit Beistand nicht verlasse.


7. In dein' Seite will ich fliehen
an meinm bittern Todesgang,
durch dein Wunden will ich ziehen
ins himmlische Vaterland.
In das schöne Paradeiß,
drein der Schächer tat sein Reis',
wirst du mich, Herr Christ, einführen,
und mit ewger Klarheit zieren.


8. Ob mir schon die Augen brechen,
das Gehör auch gar verschwind't,
meine Zung nicht mehr kann sprechen,
mein Verstand sich nicht besinnt,
bist du doch mein Licht, mein Wort,
Leben, Weg und Himmelspfort;
du wirst selig mich regieren,
die recht Bahn zum Himmel führen.


9. Laß dein’ Engel mit mir fahren
auf Elias Wagen rot
und mein Seele wohl bewahren,
Wie Lazrum nach seinem Tod.
Laß sie ruhn in deinem Schoß,
Erfüll sie mit Freud und Trost,
Bis der Leib kommt aus der Erde
Und mit ihr vereinigt werde.


10. Freu dich sehr, o meine Seele,
und vergiß all Not und Qual,
weil dich nun Christus, dein Herre,
ruft aus diesem Jammertal.
Seine Freud und Herrlichkeit
sollst du sehn in Ewigkeit,
mit den Engeln jubilieren,
ewig, ewig triumphieren.

Verweise