Friede von Teschen

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Der Friede von Teschen beendete den Bayerischen Erbfolgekrieg.


Friedensschluß

Der Friede kam auf Initiative Rußlands zustande und wurde von Frankreich sowie Rußland garantiert. Der Vertrag wurde am 13. Mai 1779, dem Geburtstag von Kaiserin Maria Teresia, in der deutschen Stadt Teschen unterzeichnet und am 28. Februar 1780 vom Reich, sowie am 8. März 1780 von Josef II. ratifiziert.

Bestimmungen

Österreich erhielt von Bayern die östlich von Inn und Salzach gelegenen Gebiete des Rentamtes Burghausen, also einen Gebietsstreifen von Passau bis zur Nordgrenze des Erzstifts Salzburg. Dazu gehörten die Gerichte Wildshut, Braunau/Inn, Mauerkirchen, Friedburg, Mattighofen, Schärding und Ried im Innkreis. Dieses Gebiet wurde unter dem Namen "Innviertel" dem Herzogtum Österreich ob der Enns angegliedert.

Im Gegenzug wurden die Ansprüche Preußens auf die beiden hohenzollernschen Markgraftümer Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth anerkannt. Das Kurfürstentum Sachsen erhielt von Karl Theodor sechs Millionen Gulden als Allodialgut. Die Kurwürden Bayerns und der Pfalz wurden zusammengelegt. Österreich erkannte zudem die Hausverträge der Wittelsbacher von 1766, 1771 und 1774 an, in denen die gegenseitige Erbfolge der Wittelsbacher Linien geregelt war.

Nicht geregelt war allerdings der Komplex der sogenannten Innviertler Schulden. Dabei handelt es sich um Zahlungsverpflichtungen der bayrischen Kurfürsten über 848.143 Gulden bei diversen Städten, Korporationen und Privatpersonen, welche zwischen 1592 und 1750 aufgenommen worden waren; die Bayern verweigerten jedoch die Rückzahlung. Dieses Problem konnte erst 1895 durch Verhandlungen zwischen dem österreichischen Staat und dem Land ob der Enns gelöst werden.

Vollzug

Am 29. Mai 1779 vereidigte der Landeshauptmann von Oberösterreich, Graf Christoph Wilhelm II. von Thürheim, in Braunau die bisher landesfürstlich-bayerischen Beamten. Zwei Tage später wurde zum ersten Mal das "Innviertel" genannte Gebiet der oberennsischen Landeshauptmannschaft unterstellt. Am 2. Juli 1779 leistete der Innviertler Adel die Huldigung und feierte zusammen mit den oberösterreichischen Ständen ein Te Deum. Am 27. November 1779 erging ein abschließendes kaiserliches Patent, das die Eingliederung des Innviertels in das Land ob der Enns verfügte.

Bekannt ist in diesem Zusammenhang eine Besichtigungsreise des Kaisers Josef II. im Oktober 1779 durch den neuen Landesteil, die ihn über Gmunden, Frankenmarkt, Straßwalchen, Perwang, Wildshut, Ach, Braunau/Inn, Schärding nach Passau und von dort nach Engelhartszell und Linz führte. In einem Brief an Kaiserin Maria Teresia drückt er eine gewisse Enttäuschung darüber aus, daß es nicht gelungen war, ganz Bayern oder zumindest Niederbayern zu erwerben:

"Es ist ein winziger Gegenstand, wenn man bedenkt, was vielleicht hätte gelingen können; aber an und für sich ist dieser Landstrich schön und gut für Österreich sehr gelegen."[1]

Vertragsausgaben

  • Johann Jakob Moser: Der Teschenische Fridensschluß vom Jahr 1779 mit Anmerkungen. Als eine Fortsetzung der Staatsgeschichte des Krieges zwischen Oesterreich und Preußen in denen Jahren 1778, und 1779 geführten Krieges. Frankfurt am Main: Johann Gottlieb Garve 1779. (Bestimmungen im französischen Original, in deutscher Übersetzung und Anmerkungen)
  • Vertragstext auf der Website Europäische Friedensverträge der Vormoderne – online, Institut für Europäische Geschichte (Mainz)

Verweise



Einzelnachweise

  1. Zit. nach Siegfried Haider 1987, S. 222