Hayek, Friedrich August von

Aus Monarchieliga
(Weitergeleitet von Friedrich August von Hayek)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Friedrich August von Hayek war ein österreichischer freiheitlicher Ökonom.


Leben

Hayek studierte zunächst Psychologie, wechselte jedoch zur Ökonomie. Nach der Lektüre des Buches „Die Gemeinwirtschaft“ von Ludwig von Mises wandte sich Hayek von sozialistischen Ideen ab. Er war auch regelmäßiger Teilnehmer eines Privatseminars von Ludwig von Mises, als dessen Musterschüler er galt.

Hayek wurde promoviert in der Rechtswissenschaft 1921 und Volkswirtschaft 1923. Ab 1927 leiteten Hayek und Mises gemeinsam das Österreichische Institut für Konjunkturforschung. Hayek forschte besonders über die Theorie von Konjunkturschwankungen. 1931 wurde er an die „London School of Economics“ berufen, wo er während der 1930er und 1940er Jahre als bedeutendster Vertreter der Österreichischen Schule und Opponent von John Maynard Keynes galt.

Im Jahre 1947 lud Hayek 36 dem Liberalismus nahestehende Gelehrte zu einem Treffen am Mont Pèlerin in der Schweiz ein, woraus die Mont Pelerin Society hervorging. Beteiligt war auch Erik von Kuehnelt-Leddihn. 1950 wechselte Hayek an die University of Chicago. 1962 nahm er eine Professur an der Universität Freiburg im Breisgau an, wo er bis zu seinem Lebensende verblieb. In den Jahren 1977 und 1981 besuchte er Chile, wo er unter anderem mit General Augusto Pinochet persönlich sprach, dessen Regime er daraufhin warmherzig verteidigte. Hayeks Thesen wurden von Augusto Pinochet, Ronald Reagans und Margaret Thatchers praktisch und erfolgreich angewendet.

Hayek empfand Sympathie für die Leistungen von Ludwig Erhard bei der Wiederherstellung einer freien Gesellschaft in Deutschland, lehnte aber zu Recht den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ ab.

Gegner des Zentralismus

In seiner gesamten Lehre galt Hayeks Aufmerksamkeit der Auseinandersetzung mit jeder Art von Sozialismus. Im methodischen Mittelpunkt seiner Arbeit steht bei ihm immer das Wissensproblem, das seine sozialwissenschaftliche Arbeit mit seinem Interesse für Psychologie verbindet. Schon in den 1920er-Jahren argumentierte er, daß in einer arbeitsteiligen Gesellschaft auch das Wissen aufgeteilt sei und einzelne Planer das Gesamtsystem nicht bis ins Detail überblicken könnten, eine Zentralverwaltungswirtschaft also prinzipiell nicht funktionsfähig sei.

Der Weg zur Knechtschaft

1944 erschien Hayeks „The Road to Serfdom“[1] in England und in der Schweiz. In diesem Werk legte Hayek dar, daß der Nationalsozialismus in Deutschland und der Faschismus in Italien nicht – wie sozialistische Intellektuelle behaupteten – Formen der kapitalistischen Reaktion seien, sondern „Weiterentwicklungen des Sozialismus“. Ziel des Buches war es laut Hayek, die damals gegen den Liberalismus tendierende Mehrheitsmeinung umzukehren und sie für die Gefahren des Sozialismus zu sensibilisieren. Hayeks Hauptargument ist, daß alle Arten von Sozialismus, Kollektivismus und Planwirtschaft zwangsläufig in Widerspruch zu liberalen Individualrechten und rechtsstaatlichen Prinzipien geraten. Die Gewaltherrschaft in den totalitären Staaten – damals neben Deutschland und Italien vor allem die Sowjetunion – sei also nicht Folge von besonderer Bosheit der entsprechenden Völker, sondern die Umsetzung der sozialistischen Lehre einer geplanten Wirtschaft. Diese führe notwendig zu Unterdrückung, selbst wenn dies nicht die ursprüngliche Absicht der Sozialisten war.

Verhältnis zu Keynes

Hayeks intellektueller Gegenspieler war ein gewisser John Maynard Keynes. Keynes lehnte sowohl die Geld- als auch Konjunkturlehre des Österreichers ab. Nach dem Erscheinen von „The Road to Serfdom“ schrieb er Hayek einen Brief, in dem er zwar die ökonomischen Theorien im Buch nochmals kritisierte, aber auch schrieb: „Moralisch und philosophisch finde ich mich in Übereinstimmung mit praktisch allem darin.“ Hayeks Werk „Preise und Produktion“ hingegen bewertete er als „fürchterliches Wirrwarr“.

Positionen

Neben Ludwig von Mises war Hayek einer der bedeutendsten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Er zählt zu den wichtigsten Denkern des Liberalismus im 20. Jahrhundert. 1974 wurde er aufgrund seiner bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

Hayek setzte sich für Marktwirtschaft, sowie gegen Planwirtschaft und Sozialismus ein. Er erkannte allerdings nicht, daß Demokratie ein eben so sicherer „Weg zur Knechtschaft“ ist, wie der Sozialismus in allen Facetten. Und obwohl sich der Sozialismus in allen demokratischen Staaten durchsetzte, korrigierte HAyek seine irrigen Ansichten nicht.

Hayek machte für Abweichungen des Zinssatzes vor allem die Zentralbanken verantwortlich, denen es aus politischen Gründen nicht gelingen kann, den Geldwert in einem Maß stabil zu halten, mit dem sich Krisen vermeiden lassen. Aus diesem Grund befürwortet er, die Produktion von Zahlungsmitteln in private Hände zu legen. Ihm gelang es mit einer Reihe von Texten, die Debatte um die Bankfreiheit neu zu beleben.

Zitate

Die heute praktizierte Form der Demokratie ist zunehmend ein Synonym für den Prozeß des Stimmenkaufs und für das Schmieren und Belohnen von unlauteren Sonderinteressen, ein Auktionssystem, in dem alle paar Jahre die Macht der Gesetzgebung denen anvertraut wird, die ihren Gefolgsleuten die größten Sondervorteile versprechen, ein durch das Erpressungs- und Korruptionssystem der Politik hervorgebrachtes System mit einer einzigen allmächtigen Versammlung, mit dem Wortfetisch Demokratie belegt. [2]

Werke

  • Geldtheorie und Konjunkturtheorie. Wien und Leipzig 1929.
  • Preise und Produktion. 1931
  • The Pure Theory of Capital. 1941
  • The Road to Serfdom. 1944[3]
  • Wahrer und falscher Individualismus, in: ORDO, Band 1, 1948, S. 19–55
  • Die Anschauungen der Mehrheit und die zeitgenössische Demokratie, in: Ordo, Band 15/16, 1962/63, S. 19–42
  • Die Anmaßung von Wissen, in: Ordo, Band 26, 1973, S. 12–21
  • The Fatal Conceit: The Errors of Socialism. 1988[4]
  • The Constitution of Liberty, Routledge and Kegan Paul, London 1960[5]
  • Law, legislation and liberty: a new statement of the liberal principles of justice and political economy, Routledge & Kegan Paul, London 1998[6]
  • Freiburger Studien: Gesammelte Aufsätze. 2. Auflage, Tübingen 1994
  • The Sensory Order: An Inquiry Into the Foundations of Theoretical Psychology. University of Chicago Press, 1953[7]
  • Choice in Currency. London 1976 (online)
  • Denationalisation of Money. Institute of Economic Affairs, London 1976 online[8], Erweiterte Neuauflage 2010:

Verweise

Einzelnachweise

  1. dt. Der Weg zur Knechtschaft
  2. Recht, Gesetzgebung und Freiheit, Bd. 1, München 1980
  3. deutsch: Der Weg zur Knechtschaft. Eugen Rentsch, Erlenbach ZH 1943
  4. deutsch: Die verhängnisvolle Anmaßung. Die Irrtümer des Sozialismus. Mohr-Siebeck, Tübingen 1988
  5. deutsch: Die Verfassung der Freiheit. Übersetzt von Ruth Temper, Dietrich Schaffmeister und Ilse Bieling, Mohr-Siebeck, Tübingen 1991
  6. deutsch: Recht, Gesetz und Freiheit. Mohr-Siebeck, Tübingen 2003
  7. deutsch: Die sensorische Ordnung. Eine Untersuchung der Grundlagen der theoretischen Psychologie. Mohr-Siebeck, ISBN
  8. deutsch: Entnationalisierung des Geldes. Mohr-Siebeck, Tübingen 1977