Geibel, Emanuel

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  • * 17. Oktober 1815 in Lübeck
  • † 6. April 1884 ebenda


Emanuel Geibel war ein deutscher Lyriker.


Leben

Franz Emanuel Geibel wurde als siebtes von acht Kindern in der Fischstraße 25 in Lübeck geboren. Er ging nach Berlin, wo er 1836 während seiner Studien mit Chamisso, Bettina von Arnim und Eichendorff Freundschaft schloß.

Seine Dichtungen fanden beim preußischen König Friedrich Wilhelm IV. großen Anklang. 1842 erhielt Geibel von ihm eine – die bisherigen kärglichen und unsteten Einkunftsverhältnisse behebende – lebenslange Pension.

Wirken in Bayern

1852 erhielt er eine Ehrenprofessur für deutsche Literatur und Poetik von seinem Bewunderer, Maximilian II. Geibel zog nach München und unterrichtete dort bis 1868. 1853 wurde die Tochter Ada Marie Caroline (1853–1906) geboren, die spätere erste Frau von Emil Ferdinand Fehling. Schon zwei Jahre später starb seine Frau Amanda hier am 21. November 1855 und wurde auf dem Alten Südfriedhof beigesetzt.

Nach dem Tode Maximilians II. 1864 wurde Geibel in Bayern wegen seiner preußenfreundlichen Gesinnung angefeindet; er verlor 1868 seine – vom bayerischen Königshaus zugewandte – lebenslange Pension. Geibel verließ den Münchner Dichterkreis "Die Krokodile" und die königliche Tafelrunde, an denen er seit 1852 beteiligt gewesen war.

Wieder in Lübeck

Als der preußische König Wilhelm am 12. September 1868 Lübeck besuchte, begrüßte Geibel den Gast mit jenem Gedicht, durch das er bei König Ludwig II. in Ungnade gefallen war und das somit Anlaß für die Rückkehr des Dichters in seine Vaterstadt wurde.

In den Jahren 1873 bis 1875 verbrachte er die Sommer in Schwartau, wo er in der näheren Umgebung wanderte. Emanuel Geibel starb am 6. April 1884 in Lübeck, wo er als Stadtdichter verehrt und zum Ehrenbürger ernannt worden war. Seine Grabstelle befindet sich auf dem Burgtorfriedhof. Den meisten heutigen Lübeckern ist er durch sein Gedicht "Zu Lübeck auf der Brücken" bekannt. Darin geht es um den Gott Merkur, der als Statue auf der Puppenbrücke steht.

Künstlerisches Schaffen

Geibel war ein Spätromantiker, dessen Werke in ihrer Formvollendung einem klassizistischen Schönheitskult folgten. Sie waren noch vom Stil der Romantik beeinflusst, als diese längst verstrichen war. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war er einer der bekanntesten deutschen Dichter. Seine patriotischen Gedichte standen in scharfem Kontrast zu den Werken der kriminellen Jungdeutschen, von denen er heftig angegriffen wurde.

Theodor Fontane setzte Geibel ein literarisches Denkmal in der Prägung "Geibelei", unter der er schöne, aber formal stereotype Lyrik verstand, die sich mit beliebigen Inhalten füllen ließe. Theodor Storm echauffierte sich noch beim Mahl, das im Rahmen der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Husum für ihn abgehalten wurde, darüber, daß sein Werk zeit seines Lebens hinter das von Geibel zurückgestellt wurde.

Gedichte

Geibel hat hunderte Gedichte geschrieben, u.a.:

Dramen und Lustspiele

  • König Roderich
  • König Sigurds Brautfahrt. Eine nordische Sage
  • Meister Andrea. Lustspiel in zwei Aufzügen
  • Brunhild, Eine Tragödie
  • Sophonisbe. Tragödie in fünf Aufzügen
  • Echtes Gold wird klar wie Feuer. Ein Sprichwort


Verweise