Gernrode (Sf.)

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kirche des Stiftes Gernrode


Das Damenstift Gernrode hatte den Status einer Reichsabtei.

Lage

Gernrode liegt nördlich des Harzes zwischen Tale und Ballenstedt.

Reichsstandschaft

Das Stift Gernrode war stets reichsunmittelbar und dem Status einer Reichsabtei gleichgestellt. Es gehörte als Reichsstand dem obersächsischen Reichskreis und dem Rheinischen Reichsprälatenkollegium an. Das Territorium des Stiftes betrug etwa 50 km². Vögte waren nachweisbar ab dem 12. Jahrhundert die Askanier, zuerst Albrecht der Bär. Durch die Reformation wurde das Stift "protestantisch". Im 17. Jahrhundert kam das Stift als Amt zu Anhalt-Bernburg.

Taufstein in der Stiftskirche Gernrode

Geschichte

Das Kanonissenstift wurde 959 vom Markgrafen Gero begründete. Es bestand bis ins 17. Jahrhundert. Otto I. stellte das Stift 961 unter königlichen Schutz und verlieh ihm Immunität. Dies galt auch für die Tochtergründung Frose nordöstlich von Gernrode. Nachdem das Stift zunächst Maria und Petrus geweiht war, erwarb Graf Gero eine Armreliquie des Heiligen Kyriakus. In der Folge wurde Gernrode eine Zentrum der Verehrung des Kyriakus. Die Stiftskirche aus dem 10. Jh. ist dem Heiligen geweiht.

Zweite Äbtissin war Adelheid, eine Schwester von Otto III.. In dieser Zeit war Gernrode in Personalunion mit dem Stift Quedlinburg verbunden. In der ottonischen Zeit hatte Gernrode eine ähnliche Bedeutung wie die Stifte Quedlinburg, Gandersheim, Essen und Werden.

Königsnähe und Bedeutung konnten langfristig nicht bewahrt werden. Den Vögten gelang es, die Vogtei über die Abtei auszubauen und Ansprüche auf die Landeshoheit zu erheben. Königliche Aufenthalte sind nur wenige überliefert. Offenbar haben nur Kunigunde, Gemahlin König Heinrichs II., König Heinrich V. und Kaiser Friedrich I. das Stift besucht. Dieser hielt 1188 einen Hoftag in Gernrode ab.

Die Zahl der Stellen betrug zunächst 24. In Frose waren es noch einmal zwölf. Die Stiftsdamen in Frose und Gernrode zusammen wählten in Gegenwart des Vogtes, der Kanoniker und Ministralen die Äbtissin.

Das Leben im Stift verlangte kein Gelübde wie im Kloster. Auch eine Abtrennung von der Außenwelt durch die Klausur gab es nicht. Es war nur der Gehorsam gegenüber der Äbtissin zu geloben. Das Stift verfügte über eigene Regeln des Zusammenlebens.

Besitzungen

Zu dem späteren Amt Gernrode der Fürsten von Anhalt-Bernburg gehörten die Stadt Gernrode, das Vorwerk Stammefeld, das Lusthaus Stubenberg und das Wirtshaus Haberfeld, aber keine Dörfer.

1545 wurde der evangelische Gottesdienst eingeführt. Das Stift wurde zu einem evangelischen Damenstift umgewandelt. Die Äbtissin blieb aber Reichsstand, hatte weiterhin Sitz und Stimme im Reichstag und auf den obersächsischen Kreistagen.

Verweise