Geschichte Mecklenburgs

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Frühe Geschichte

Mecklenburg war bereits lange vor der Geburt des Erlösers germanisches Gebiet. Hier siedelten Langobarden, Warnen, Semnonen und Sachsen. Im Westen gehörten sie der Gruppe der Elbgermanen an, östlich der Warnow den Odermündungsgermanen. Bereits um das Jahr 0 sind römische Importe archäologisch gut belegt.

Klaudius Ptolemäus nennt östlich der Lübecker Bucht die Flüsse Chalusus, Suevus, Viadua (Oder) und Wistula (Weichsel). Östlich der Sachsen, die "am Nacken der Kimbrischen Halbinsel" wohnten, saßen am Meer vom Chalusus bis zum Suevus die Farodini, dann bis an die Viadua die Sidini. Weiter im Binnenland wohnten von der Elbe bis zum Suevus die Semnonen, als Unterstamm der Sueben, von dort bis an die Weichsel die Burguntae/Burgunden (Burgunder). Die Viruni werden als kleines Volk zwischen Saxones und Semnonen erwähnt. Dies Völker bilden in den folgenden Jahrhunderten die Staatverbände der Abodriten und der Lutizen.

Franken und Sachsen

Schon Ende des 8. Jh. kämpfen die Abodriten im Bündnis mit Karl dem Großen gegen die mit den Wilzen verbündeten Sachsen. Im Jahr 798 fand die entscheidende (Schlacht auf dem Swentanafeld) statt, die siegreich endete. Zum Lohn durften die Abodriten auch auf sächsischem Siedlungsgebiet siedeln. Im Jahr 808 wurde der Hauptort Rerik durch den Dänenkönig Gudfred zerstört. Ab 819 gab es mit Liubitz die erste Befestigung an der Mündung der Schwartau in die Trave. 821 wurde Slawomir von Oldenburg getauft, der erste bekannte christlich getaufte Heidenfürst.

Kaiser Otto I. führt im Jahr 955 Krieg gegen die Abodriten und siegte am 16. Oktober 955 in der Schlacht an der Recknitz. Die Abodriten wurden unterworfen und es wurde auf ihrem Gebiet die Mark der Billunger gebildet. Knapp dreißig Jahre später im Jahr 983 begann der erste große Abodritenaufstand. Es gelang den Abodriten, in dem Gebiet die Herrschaft zu erlangen.

Nakoniden und Haus Mecklenburg

Im Jahr 1043 wurde der Nakonide Gottschalk zum Herzog der Abodriten. Nach dem Vorbild des Adalbert von Bremen bemüht er sich um die Errichtung eines christlichen Staats. Die Nakoniden residierten auf der namensgebenden Mecklenburg im heutigen [[Mecklenburg (Ort)|Dorf Mecklenburg]], die erstmals in einer Urkunde Ottos III. aus dem Jahr 995 genannt wird. Nach dem Sturz Adalberts im Jahr 1066 wurde Gottschalk ermordet. Immer wieder wechselte nun die Herrschaft über die Abodriten zwischen christlichen Herrschern und Führern der heidnischen Reaktion, bis hin zum Heiden Niklot. Seit der Herrschaft von Niklots Sohn Pribslaw wurde Mecklenburg kontinuierlich von christlichen Fürsten beherrscht.

Um 1140 unterwarf der Sachsenherzog Heinrich der Löwe die Abodriten. Niklot fiel im Kampf. Pribslaw erhielt nach seiner Unterwerfung das Erbe seines Vaters als Lehen Heinrichs des Löwen. Er gründet damit das Geschlecht der späteren Herzöge von Mecklenburg. Im westlichen Teil des Abodritenreiches mit Wagrien und Polabien löste sich die Herrschaft Pribislaws nach dem Winterfeldzug des sächsischen Grafen Heinrich von Badewide 1138/1139 auf.

Ilow,[1] Schwerin, Quetzin[2] und Malchow[3] sächsische Stützpunkte ein und befahl den Wiederaufbau der Burg Schwerin. Im Jahr 1167 kam es nach weiteren Kämpfen zum Ausgleich zwischen Heinrich dem Löwen und Pribislaw. Der Abodritenfürst erkannte die Oberhoheit des Sachsenherzogs an und erhielt im Gegenzug Mecklenburg zu Lehen. Lediglich die im äußersten Südwesten neu eingerichtete Grafschaft Schwerin blieb in sächsischer Hand.

Gründung des Bistums Mecklenburg

Im Jahre 1060 gründete Erzbischof Adalbert von Bremen die Bistümer Mecklenburg und Ratzeburg durch Ausgliederung aus dem Bistum Oldenburg. Bereits sechs Jahre später fielen seine Gründungen einem blutigen Aufstand der Wenden zum Opfer, die Abt Answer von St. Georg in Ratzeburg und seine Gefolgsleute im benachbarten Bistum Ratzeburg steinigten.

Erzbischof Hartwig I. von Bremen wollte 1149 die vakanten Bistümer wieder besetzen, geriet darüber aber mit dem Landesherrn, Heinrich dem Löwen in Konflikt. Allein dieser konnte den Bistümern die notwendige wirtschaftliche Grundlage geben und beanspruchte darum das Recht zur Investitur der Bischöfe in seinem Herrschaftsgebiet für sich. Der Streit wurde 1154 auf dem Reichstag zu Goslar entschieden: Friedrich I. Barbarossa übertrug sein königliches Investiturrecht für die nordelbingischen Bistümer seinem Vetter Heinrich dem Löwen. Dieser setzte 1158 den Mönch Berno der Zisterze Amelungsborn zum Bischof von Mecklenburg ein.

Im Jahre 1160 wurde der Bischofssitz von Mecklenburg nach Schwerin verlegt. Damit verbunden war die Umbenennung des Bistums nach der gerade begründeten deutschen Stadt Schwerin, während Bischof Berno sich weiter seiner Siegel bediente, die ihn als Bischof von Mecklenburg bezeichneten. Im selben Jahr unterstellte Erzbischof Hartwig mit Zustimmung Heinrich des Löwen das Bistum Schwerin der Metropolitangewalt der Hamburger Kirche. Bereits 1171 konnte der erste Dom in Schwerin geweiht werden. Um 1180 wurde Bützow unter Bischof Berno bischöfliche Residenz. Ab 1239 war Bützow Hauptresidenz der Bischöfe von Schwerin.

Klostergründungen

Auf Initiative Bischof Bernos wurden die ersten Klöster Mecklenburgs gegründet. Es handelte sich um die Zisterzen Doberan im Jahre 1171 und Dargun im Jahre 1172. Beide Klöster dienten als Kolonisationsklöster.

Siedlung

Ab 1200 holten die Fürsten tausende Siedler aus Westfalen, Engern, Friesland und Holstein ins Land. Deutsche Ministeriale, Dienstleute im Hof- und Verwaltungsdienst, erhielten seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts Landgüter zum Lehen mit dem Auftrag, Mecklenburg zu entwickeln und nach ihren Erfahrungen umzugestalten. Die Bauern erhielten steuerfreie Hufen als Lehnsgut und siedelten von West nach Ost vor allem im Bereich der schweren Böden nördlich des Nordbrandenburgischen Landrückens in Gegenden, die bisher außer inselartigen Wendensiedlungen kaum oder gänzlich unbesiedelt waren an.

Die Siedler vermaßen das Ackerland, legten es in Hufen und rodeten die dichten Buchenwälder der schweren Endmoränenböden. Auf diese Siedlungen deuten heute noch Ortsnamen mit der Endung "-hagen" hin, da die Rodungen Hagen genannt wurden und häufig den Namen einer dominanten Person der Rodungsgemeinschaft trugen. Derartige Namensgebungen finden sich insbesondere in der weiteren Umgebung Rostocks. Die wendischen Bevölkerungsteile wurden in die Besiedlung mit einbezogen. Mit den Bauern strömten auch Kaufleute und Handwerker ins Land. Häufig lagen die neuen Siedlungen auch neben den alten wendischen Siedlungen. Hierauf deuten noch heute Namen wie Groß- und Klein-, Deutsch- und Wendisch- oder Alt- und Neu- hin.[4]

Ein wichtiges bis heute bestehendes Kulturgut war die Niederdeutsche Sprache, die sich mit den Siedlern sowohl in ihrer westfälischen, als auch ihrer nordniedersächsischen Ausprägung in Mecklenburg ausbreitete. In dieser Zeit tritt erstmals der Stierkopf als mecklenburgisches Wappentier auf. Von den Städten Mecklenburgs wurden 45 in der Zeit der Kolonisation gegründet.

Die Phase der Herausbildung und Entwicklung Mecklenburgs zu einem deutschen Territorialstaat nahm etwa zweieinhalb Jahrhunderte in Anspruch.

Landesteilungen

Nach dem es Pribslaw gelungen war, bis auf die Grafschaft Schwerin alle mecklenburgischen Lande unter sich zu vereinen, kam es bereits 1226 nach dem Tod Heinrich Borwins II. zur ersten mecklenburgischen Hauptlandesteilung. Es entstanden die Herrschaften Mecklenburg, Werle, Parchim-Richenberg und Rostock. Auseinandersetzungen, auch mit dem benachbarten Brandenburg schlossen sich an.

Mecklenburg als Reichsstand

Im Jahre 1350 wurde Mecklenburg insgesamt Reichsstand durch König Karl IV., das Haus Mecklenburg empfing den Herzogstitel. Die Herzöge von Mecklenburg waren nunmehr Reichsfürsten. Einhundert Jahre später war Mecklenburg dann auch verwaltungsmäßig und ständisch geeint. In dieser Zeit lag Mecklenburg im Einflußbereich der Hanse. Die mecklenburgischen Städte Rostock und Wismar schlossen sich dem mächtigen Handelsbündnis an. 1419 gründen die Herzöge Johann IV. und Albrecht V. von Mecklenburg und der Rat der Hansestadt Rostock die Universität Rostock als erste Universität in Norddeutschland und des gesamten Ostseeraums. Änlich wie Pommern schloß auch Mecklenburg einen Erbvertrag mit Brandenburg. Gottlob trat dieser Erbfall nie ein.

Ständeherrschaft

1523 vereinigten sich die mecklenburgischen Landstände, Prälaten, Ritter und Städte, zu einer einheitlichen Körperschaft, die bis zum Ende der Monarchie bestand. Die Stände ließen sich 1572 in den Sternberger Reversalen im Gegenzug für die Übernahme herzoglicher Schulden weitreichende Privilegien, wie das absolute Steuerbewilligungsrecht, bestätigen. In den folgenden Jahrzehnten konnten die Stände sich immer mehr herzogliche Zusicherungen festschreiben lassen und so ihre Macht zu Lasten der herzoglichen Zentralgewalt ausbauen.

Ruin durch Reformation

Im Jahre 1549 wurde in Mecklenburg unter ungeheueren Rechtsbrüchen und Gewaltakten die lutherische Pseduoreformation eingeführt. Alsbald folgten Aufstände gegen das Reich, dem Mecklenburg alles verdanke. Nun war der Untergang Mecklenburgs terminiert. Immerhin blieb Mecklenburg von den preußischen Unionsschrecken verschont und konnte sich bis ans Ende des 20. Jh. ein bodenständiges Luthertum bewahren.

Zweite Landesteilung

Nachdem seit 1471 alle Teile von Mecklenburg wieder vereint gewesen waren, wurde das Land 1621 neuerlich geteilt. Es entstanden die Herzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow.

Dreißigjähriger Krieg

Die verwirrten mecklenburgischen Herzöge versuchten zunächst, sich aus dem beginnenden Dreißigjährigen Krieg herauszuhalten und durch strenge Neutralität den Frieden in Mecklenburg zu wahren. Als die kaiserlichen Heere näher rückten, schlossen sich die beiden Herzöge Adolf Friedrich von Schwerin und Johann Albrecht von Güstrow 1625 trotz kaiserlicher Abmahnungen mit Braunschweig, Pommern, Brandenburg, den freien Städten und Holstein unter Führung des Königs Christian von Dänemark zu einem reichsfeindlichen Bündnis zusammen.

Nach der Schlacht bei Lutter versuchten die mecklenburgischen Herzöge sich von dem Bündnis loszusagen, wurden jedoch durch Kaiser Ferdinand II. geächtet und abgesetzt und durch dessen Feldherrn Wallenstein als Herzog ersetzt. Die sich beschwerenden Herzöge verwies der Kaiser auf den Rechtsweg.

Die Herrschaft Wallensteins

Wallenstein wählte Güstrow als Residenz. Von dort aus reformierte er in seiner kurzen Amtszeit (1628 bis 1630) das Staatssystem des Landes. Er beließ zwar die landständische Verfassung, formte jedoch das übrige Staatssystem aber weitreichend um. Zum ersten Mal in der Geschichte Mecklenburgs trennte er Justiz und Verwaltung voneinander. Er errichtete eine tatsächliche Regierung, an deren Spitze er selbst stand. Diese bestand aus jeweils einem Kabinett für Kriegs-, Reichs- und Haus-Angelegenheiten und einer Regierungs-Kanzlei für die Oberleitung der Regierung. Er erließ eine Armenversorgungs-Ordnung und führte gleiche Maße und Gewichte ein.

Schwedische Reaktion

Aus dem Exil bemühten sich die mecklenburgischen Herzöge währenddessen um den Wiedergewinn ihrer Länder und setzten sich mit ihrem Vetter, dem schwedischen König Gustav Adolf, in Verbindung. Dieser erklärte 1629 dem deutschen Kaiser den Krieg und kam mit seinem Heer im September 1630 über Pommern nach Mecklenburg wo er die von kaiserlichen Truppen besetzten Städte Marlow und Ribnitz eroberte.

1630 wurden die eidbrüchigen mecklenburgischen Herzöge durch den schwedischen König wieder eingesetzt und sämtliche Reformen Wallensteins wurden aufgehoben. Im Juli 1630 brachen die mecklenburgischen Herzöge mittels schwedischer Gelder und Truppen mit etwa 2.000 Mann von Lübeck aus nach Neubrandenburg auf. Zwei Jahre später war Mecklenburg wieder von den protestantischen Irrgläubigen unterjocht. Bis zum Westfälischen Frieden gab es noch viele Kampfhandlungen auf mecklenburgischem Boden.

Friedensschluß

1648 mußte die mecklenburgische Stadt Wismar mit dem Amt Neukloster und der Insel Poel als Reichslehen an Schweden abgetreten werden. Die Schweriner Linie eignete sich die säkularisierten Hochstifter Schwerin und Ratzeburg und der Johanniterkommende Mirow und die Güstrowsche Linie mit der Kommende Nemerow völlig widerrechtlich an. Wismar wurde Sitz des Obertribunals Wismar, des höchsten Gerichtshofs für die schwedischen Gebiete im Deutschen Reich. Erst 1903 kam Wismar etc. wieder zu Mecklenburg!

Auswirkungen von Krieg und Protestantismus

Die Auswirkungen des durch die Reformation verursachten Krieges in Mecklenburg waren verheerend. Die Einwohnerzahl wurde auf ein Sechstel reduziert.[5] Weite Teile des Landes wurden verwüstet und es wurden Grausamkeiten an der Bevölkerung verübt. Besonders der Bauernstand hatte schwer gelitten und zum größten Teil seine Freiheit verloren. Städte, Ortschaften und Gehöfte waren niedergebrannt oder zur Verwendung als Brennholz und zum Bau von Feldlagern abgebrochen worden. Der rauhe und an Kriegsschrecken gewöhnte schwedische Feldmarschall Johann Baner beschrieb die Lage in Mecklenburg in einem Brief vom September 1638 an den schwedischen Reichskanzler Oxenstern folgendermaßen:

"In Mecklenburg ist nichts als Sand und Luft, alles ist bis auf den Erdboden verheert."

und nachdem auch die Pest ausgebrochen war, welche in den mittleren Landstädten Tausende und in den kleineren Hunderte dahinraffte:

"Dörfer und Felder sind mit krepiertem Vieh besät, die Häuser voller toter Menschen, der Jammer ist nicht zu beschreiben."

Teile der Bevölkerung konnten in die befestigten Städte Rostock, Lübeck und Hamburg fliehen. Die Städte mit festen Schlössern – Dömitz, Plau am See, Boizenburg – waren während der Belagerungen fast vollständig in Schutt und Asche gelegt worden, ebenso die Städte Warin, Laage, Teterow und Röbel. Besonders brutal gingen die Kroaten unter ihrem obersten Befehlshaber Oberst Lossi und die kaiserlichen Truppen unter Oberst Graf Götzen gegen die Zivilbevölkerung vor. In einem Tagesbefehl von 1638, in dem er seinen Offizieren befahl, jegliche Ausschreitungen gegenüber der Bevölkerung zu unterlassen, schildert der schwedische Feldmarschall Johan Banér die Grausamkeiten der Soldateska gegenüber der Landbevölkerung. Er berichtet von

"grausamen Exzessen, Raub, Mord, Plünderung, Brand, Schändung der Frauen und Jungfrauen, ohne Unterscheidt des Standes und Alters, Devastirung der Kirchen und Gottes Häuser, und Beleidigung der Prediger und Kirchendiener, Verwüstung der Gaben Gottes, und anderen barbarischen Krudeliteten."

Nach dem Krieg versuchte die Herzöge die Wirtschaft des Landes, welche überwiegend aus der Landwirtschaft bestand wieder aufzubauen. Allerdings konnte nur etwa ein Viertel der verlassenen und verwüsteten Bauernstellen wieder besetzt und bewirtschaftet werden. 1662 sollten auf Befehl des Herzogs in jedem Amt 10 Bauern angesiedelt werden und ihnen auf herrschaftliche Kosten die Gebäude errichtet, die Felder besät und auch mehrere Freijahre gegeben werden.

Aus der Mark Brandenburg, aus Holstein und aus Pommern kamen zahlreiche Einwanderer, welche dort ihren Besitz verloren hatten. Dennoch konnte die Anzahl der früheren Bauern bei Weitem nicht erreicht werden. Wie häufig in Norddeutschland konnten die Gutsherren leicht das Bauernrecht verschlechtern. Die weitgehende Entvölkerung des Landes führte rätselhafter Weise zum Bauernlegen in großem Ausmaß – verlassene Bauernhöfe wurden durch die ritterschaftliche Gutsherrschaft eingezogen und dem eigenen Grundbesitz einverleibt, die Bauern auf den besetzten Bauernstellen gerieten in Abhängigkeit.

Nordische Kriege

Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden die Nordischen Kriege, ebenfalls durch die "Reformation" verursacht, teils auf mecklenburgischem Boden ausgetragen. Im Zweiten Nordischen Krieg marschierten 1658 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten in Mecklenburg ein und es kam bis zum Ende des Krieges mit dem Friede von Oliva zu kriegerischen Belastungen.

Die Güstrowsche Linie erlosch 1695 mit Gustav Adolf. In der Linie Mecklenburg-Schwerin regierte Adolf Friedrich I., der mit den Ständen und allen Mitgliedern seiner Familie fortwährend im Streit lag, bis 1658. Sein Sohn und Nachfolger Christian Ludwig I. lebte meist in Paris am Hof des Sonnenkönigs, wo er 1663 zur katholischen Konfession übertrat und Ludwig XIV. nahestand.

Im Dritten Nordischen Krieg wurde Mecklenburg daher trotz "Neutralität" von brandenburgischen und von dänischen Truppen besetzt. Im Jahr 1675 eroberten die Dänen Wismar, das aber bereits 1680 wieder schwedisch und zur Festung ausgebaut wurde. Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) kam es zu Plünderungen durch alle Kriegsparteien. All dies Folge der unseligen Luther-"Reformation", die Mecklenburg nichts als endloses Elend eingebracht hat.

Dritte Landesteilung

1701 eingte sich das Herzogshaus auf das Prinzip der Primogenitur bei gleichzeitiger Teilung des Landes in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Dabei blieb es bis zum Ende der Monarchie. Immerhin waren nun die notorischen Erbstreitigkeiten aus der Welt geschafft.

Reichsexekution

Im Jahr 1713 versuchte Herzog Karl Leopold, es den Preußen gleichzutun und ein stehendes Heer einzurichten. Die Stände und Städte riefen das Reich an und es wurde Reichsexekution gegen ihn verhängt. Hannover und Preußen marschierten gegen den Herzog auf. Hier hatte man die Böcke zum Gärtner gemacht. Der Herzog verschanzte sich in der Festung Dömitz und mußte alsbald das Land verlassen. Endlose Streitigkeiten waren die Folge. Letztlich setzten sich die Landstände durch, auch dies behielt bis zum Ende der Monarchie Bestand.

Preußen hielt Mecklenburg weiterhin unter Kontrolle und wartete begierig auf eine Möglichkeit der Annexion, die gottlob aber niemals eintrat. Besetzungen und Zwangsrekrutierungen durch Preußen waren allerdings an der Tagesordnung bei der rechtwidrigen und kriegerischen Politik der Borussenherrscher.

Verfassung Mecklenburgs

Trotz etlicher Trennungsversuche blieben Schwerin und Strelitz ein gemeinsamer Staat. Sie hatten eine gemeinsame Verfassung und einen gemeinsamen Landtag, der als Legislative in jährlichem Wechsel in Sternberg oder Malchin zusammentrat und als Exekutive in Rostock den Engeren Ausschuß unterhielt.

Jeder der beiden Landesteile, deren Regenten sich in Hausverträgen Nichteinmischung in Angelegenheiten des jeweils anderen Landesteils garantiert hatten, unterhielt jedoch eigene Regierungsbehörden und besaß eigene Publikationsorgane für Gesetze und Verordnungen. Gemeinsam blieben das Oberappellationsgericht in Parchim, später in Rostock und die säkularisierten Landesklöster. Grenzkontrollen zwischen beiden Landesteilen gab es nicht. Auch Zölle wurden zwischen den Landesteilen nicht erhoben.

Unabhängigkeit von der kaiserlichen Jurisdiktion

Der mecklenburgische Diplomat Ernst Friedrich Bouchholtz vertrat Mecklenburg beim Friede von Teschen (1779) und erreichte für Mecklenburg das Privilegium de non appellando.

Rückkauf von Wismar

Mit dem Malmöer Pfandvertrag von 1803 wurden Wismar, die Insel Poel und das Amt Neukloster zunächst für 99 Jahre wieder mecklenburgisch, durch einen weiteren Verzicht 1903 auch endgültig. Das Wismarer Tribunal wurde 1803 nach Greifswald verlegt.

Mecklenburg als Tauschobjekt

Bei der vorgeblichen Auflösung des HRRDN übten beide Herzöge Verrat am Reich. Sie traten dem Rheinbund bei. Dennoch bot Napoleon am Vorabend des Rußlandfeldzugs dem schwedischen Pseudo-Herrscher Bernadotte 1812 Mecklenburg und Altvorpommern an. Mecklenburg hingegen versuchte ich Neuvorpommern anzueignen.

Verweise


Einzelnachweise

  1. südlich von Neubukow
  2. nördlich von Plau am See
  3. Wohl nördlich von Parchim.
  4. Aber natürlilch niemals irgend etwas mit "slawisch"
  5. Von 300.000 auf ca. 50.000.