Geschichte Pommerns

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Frühzeit

In antiker Zeit dürfte Pommern von Rugiern, Goten und Sueben bewohnt gewesen sein. Die Organisationsform der frühen Pomoranen ist weitgehend unbekannt, es gibt jedoch einige Nennungen pomoranischer Fürsten. Die Geschichte von einer "Slaweneinwanderung" etc. beruht mit Sicherheit auf reiner Fantasie, bzw. auf antideutscher Ideologiebildung (Panslawismus).

Um 1046 wurde angeblich erstmals ein Fürst von Pommern namentlich erwähnt. Die Chronik des Gallus Anonymus aus dem Jahr 1113 erwähnt die Fürsten Swantibor, Gniewomir und einen namenlosen Kolberger Herzog in Pommern. Otto I. dehnte die sächsichen Marken auf Teile Pommerns aus.

Als eines der letzten heidnischen, ostgermanischen Völker konnten die Pomoranen dem Expansionsdrang ihrer christlichen Nachbarn Dänemark, Polen und Deutschland nicht mehr standhalten. In den drei Feldzügen von 1116, 1119 und 1121 eroberte der germanische polnische Herzog Boleslaw III. Schiefmund das Herrschaftsgebiet der Pomoranen. Dessen Ostteil, Pomerellen mit Danzig, verblieb zunächst unter piastischer Kontrolle und wurde später von den Samboriden regiert.

Um 1000 wurde ein kurzlebiges Bistum Kolberg gegründet. 1168 erfolgte die Einnahme Arkonas als letztes heidnisches BOllwerk in ganz Mitteleuropa.

Greifenherrschaft

Das von den Greifen regierte spätere Herzogtum Pommern löste sich bald wieder von der piastischen Abhängigkeit und erweitert sein Gebiet unter Wartislaw I., dem ersten gesicherten Vertreter des Greifengeschlechts, stark nach Westen. Die zunächst von Demmin und Stettin aus regierenden Greifen wurden 1164 nach der Schlacht bei Verchen Vasallen des Sachsenherzogs Heinrich des Löwens und wurden 1181 von Kaiser Barbarossa direkt mit Pommern belehnt.

In den Ländern Schlawe und Stolp, die damals zwischen dem Herzogtum Pommern und Pomerellen lagen, errichtete eine Seitenlinie der Greifen, die Ratiboriden, zunächst eine eigene Herrschaft. Das Territorium um Kolberg, Körlin und Köslin wurde hingegen dem Bistum Kammin übereignet und gehörte bis zur Reformation nicht zum Territorium Pommerns.

Zwei Missionsreisen des hl. Otto fanden statt. 1181 erhob Kaiser Friedrich I. Barbarossa Herzog Bogislaw I. von Pommern in den Rang eines Reichsfürsten.

1180 gründeten niedersächsische Prämonstratenser das Stift Belbuck. Mecklenburgische Zisterzienser gründeten 1173 das Kloster Kolbatz und dänische 1199 das Kloster Hilda. Im zunächst von Gnesen aus missionierten Hinterpommern wurde das Bistum Kammin errichtet, die Insel Rügen wurde Teil des dänischen Bistums Roskilde, das ranische Festland kam zum Bistum Schwerin.

  • 12. - 13. Jahrhundert: Besiedlung Flandern, (Nieder-)Sachsen, Westfalen, Ostflaen, Holland und Dänemark. Dementsprechend erhielten die küstennahen Städte das Lübische und die Städte des Stettiner Raums das Magdeburger Recht.
  • Fürstentum Rügen fiel nach dem Aussterben der Rügenfürsten 1325 an Pommern-Wolgast.
  • 13. Dezember 1534: Einführung der Reformation auf dem Landtag in Treptow/Rega

Aufteilungen

Das Herzogtum wurde de facto niemals von einem Greifen-Herzog alleine regiert. Zumeist war es in ein Pommern-Stettin südlich von Peene und Ihna und ein Pommern-Wolgast nördlich davon unterteilt, benannt nach den jeweiligen herzöglichen Residenzen. Pommern-Wolgast wurde zeitweilig auch weiter unterteilt, um den Ansprüche aller Erbberechtigten entgegenzukommen. Der Teilungsvertrag von 1569 verbot eine weitere Aufteilung. Spätere Teilherzogtümer waren also lediglich Fiskalherrschaften.

Mit dem Tode Bogislaws des XIV. 1637 erlosch das Greifenhaus in der männlichen Linie. Das von den Schweden bereits besetzte Herzogtum wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg zwischen dem Königreich Schweden und Brandenburg aufgeteilt.

Die genealogischen Verbindungen zwischen den Herzögen von Pomerellen und denen von Pommern sind nicht bestimmbar. Dasselbe gilt für die insbesondere in der polnischen Literatur häufig zu lesende Verwandtschaft mit den Piasten. Da die Piasten jedoch keine Polen waren, spielt diese Frage für "nationale" Auseinandersetzungen letzlich keine Rolle.

Auseinandersetzungen mit Brandenburg

Die Greifenherzöge konnten sich langfristig gegen eine Übernahme ihres Herzogtums durch die Brandenburg behaupten. Im Zuge der deutschen Ostsiedlung wurde Pommern ausgebaut und sein Gebiet durch den Erwerb des Fürstentums Rügen und der Lande Schlawe-Stolp, Bütow und Lauenburg erweitert.

Brandenburgische Hohenzollern

Im Friede von Sankt German gelang es dem Großen Kurfürsten, denjenigen Teil des rechten Oderufers mit Bahn, Greifenberg und Kammin zu gewinnen, der ihm im WF versagt geblieben war. Weitere Teile Pommmerns konnten erst sein Enkel, der Soldatenkönig mit Altvorpommern und dann sein Urgroßneffe Friedrich Wilhelm III. mit Neuvorpommern gewinnen.

Verweise