Gleich wie ein Hirsch eilt mit Begier

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  • Versmaß: |: 8 - 7 :| 8 - 8 - 7


Links der Psalm in der Übersetzung von Martin Luther, rechts die auf dem Luther-Text basierende Psalm-Dichtung von Kornelius Becker.

Psalm nach Luther Psalmlied von Kornelius Becker
1 Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen
2 Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.

3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?

1. Gleich wie ein Hirsch eilt mit Begier

zum Wasser sich zu 'rfrischen
so schreit mein' Seele, Gott, zu dir,
nach Gott mein Seele dürstet.
Des Lebens Gott lieg mir im Sinn
ach, wenn werd' ich kommen dahin
daß ich sein Antlitz schaue.

4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

5 Wenn ich des innewerde, so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst;
2. Mein täglich' Speise Tränen seind,

mein Leid ich in mich fresse,
wenn ich muß hören von mei'm Feind,
Gott hab' mein gar vergessen.
Von solchem Spott bricht mir mein Herz,
Drum ich's für Gott ausschütt' mit Schmerz,
ihm meine Not zu klagen.

denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen derer, die da feiern. 3. Wie gerne wollt' ich mit hingeh'n,

zum Hause Gottes wallen,
daß ich möcht' bei dem Haufen stehn,
der dich, Herr, preist mit Schalle,
zu danken in der großen G'mein
Mit Frohlockcn dem Namen dein,
wär' meines Herzens Freude.

6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. 4. Was b'trübst du dich doch, meine Seel',

hast Unruh früh und spate?
Harr' nur auf Gott, all'm Ungefäll'
weiß er gar wohl zu raten.
Ich bin's gewiß, Gott läßt mich nicht,
hilft mir mit seinem Angesicht,
des werd ich ihm noch danken.

7 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg. 5. Ach Gott, mein Seel' ist sehr betrübt,

führt manche sehnlich Klage,
dagegen dies den Trost mir gibt,
du hälst g(e)wiß dein Zusage.
Den Berg Zion und Hermonim,
da man hört deines Wortes Stimm',
Hast du deim Volk gegeben.

8 Deine Fluten rauschen daher, daß hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.

9 Der HERR hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.
6. Der Trübsal Flut' rauschen daher,

ein Leid das ander' reget.
Gleichwie auf ungestümem Meer
ein Well die ander' schläget.
Täglich verspricht Gott seine Gnad',
dafür lob' ich ihn früh und spat,
ruf' an den Gott mein's Lebens.

10 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

11 Es ist als ein Mord in meinen Gebeinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?
7. Ich sag: Du bist mein Fels, mein Hort

warum hast mein vergessen?
Ich muß mich grämen fort und fort,
wenn meine Feind mich pressen.
Es gehet mir durch Mark und Bein,
daß ich der Feinde Spott muß sein,
die mir Gott's Gnad' absagen,

12 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 8. Was b'trübst du dich doch, meine Seel',

hast Unruh früh und spate?
Harr' nur auf Gott, all'm Ungefäll'
weiß er gar wohl zu raten,
Ich bin’s gewiß, Gott läßt mich nicht,
tut Hülfe meinem Angesicht,
des werd ich ihm noch danken.

Verweise