Goten

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Die Goten waren ein ostgermanisches Volk, das vom 3. bis zum 8. Jh. mächtige Reiche bildete.


Geschichte

Die Goten siedelten zur Zeitenwende in Ostpommern und in Pomerellen, die antiken Autoren wie Takitus unter dem Namen Gotonen bekannt war. Nach dem späteren Bericht des Jordanes stammten die Goten aus Skandinavien.

In der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts zog ein Teil des Volkes vermutlich nach Südosten zum Schwarzen Meer. Nach ersten Auseinandersetzungen mit dem Römischen Reich in Südosteuropa in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts kam es am Ende des 3. Jahrhunderts zur Spaltung in eine östliche ("Greutungen") und eine westliche Gruppe ("Terwingen"), aus denen sich später – vereinfachend gesagt – die Ost- und Westgoten (Ostrogothi, "östliche Goten", und Visigothi, "edle Goten") entwickelten.

Ostgoten

Die Greutungen/Ostgoten wurden um 375 von den Hunnen unterworfen. Sie wurden nach deren Niedergang zu römischen foederati (Verbündete) und eroberten 488 unter Teoderich Italien, dem Schein nach im Auftrag Ostroms. Nach Teoderichs Tod zerfiel das Ostgotenreich um 550 unter dem Ansturm der oströmischen Truppen Kaiser Justinians. Die Terwingen/Westgoten, die noch im Jahre 378 das oströmische Heer unter Kaiser Valens in der Schlacht von Adrianopel schlugen, wurden 382 römische foederati und gründeten Anfang des 5. Jahrhunderts ein Reich in Gallien, das von den Franken nach Hispanien verdrängt wurde.

Im Zuge des Niedergangs der Hunnenherrschaft nach dem Tode Attilas befreiten sich die Gepiden und andere unterworfene Völker 454 in der Schlacht am Nedao vom hunnischen Joch. Die Goten hatten dabei immer noch auf Seiten der Hunnen gekämpft, gewannen aber durch deren Niederlage ebenfalls ihre Unabhängigkeit.

Westgoten

Als Westgoten wurden diejenigen Goten bezeichnet, die zwischen 500 und 700 ein Reich in Südfrankreich und Spanien errichtet hatten.

Hube's Ostgoten Saga

In diesem Buch werden Slawen so gut wie gar nicht erwähnt, und wenn dann ohne Beleg. Er zweifelt sie sogar offen an, wenn er sagt z. B.: "In Skythien fanden die Goten iranische, sarmatische und slawische Stämme vor. … Aber wahrscheinlich waren sie wohl noch keine wirkliche Slawen."[1] oder: "In Bayern gab es um 500 Übersiedlungen aus Böhmen, doch das waren keineswegs Slawen, sondern Türinger, denn Böhmen gehörte bis 521 zu deren Herrschaftsbereich."[2] Weiter wird deutlich, daß Hube die "Slawen" mit Vandalen identifiziert: "In Winitharius (König um 376), steckt der "Wendenbekämpfer", der offenbar erfolgreich gegen Slawen auftrat."[3]

Zeittafel

  • 150 Goten wandern aus Westpreußwn/Pommern zum Schwarzen Meer
  • 250 Goten beanspruchen Mösien[4]
  • 251 Kaiser Dekius fällt in der Gotenschlacht bei Abrittua
  • 378 Schlacht bei Adrianopel: Vernichtungssieg der Goten über Byzanz. Der Kaiser Valens fällt.
  • 395 Westgoten unter Alarich verlassen ihre Wohnsitze in Siebenbürgen.
  • 493 - 552 Ostgotenreich in Italien
  • 493 - 526 Ostgotenkönig Teoderich (Dietrich von Bern)
  • 552 Der letzte König der Ostgoten Teja verliert sein Leben in der Schlacht. Danach wird Italien wieder römisch.
  • 711 Niederlage der Goten gegen die Mauren.


Verweise

  • Goten


Einzelnachweise

  1. Hube, S. 45
  2. Hube, S. 414
  3. Hube, S. 87
  4. d. h. das "rumänisch-bulgarische" Gebiet am Unterlauf der Donau