Gott, der du selber bist das Licht

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Das Lied bei J. S. Bach

  • Gott, der du selber bist das Licht. Choralgesang BWV 316 von hoher Schönheit.


Text des Liedes

1. Gott, der du selber bist das Licht,
des’ Güt’ und Treue stirbet nicht,
dir sei jetzt Lob gesungen!
Nachdem durch deine große Macht
der helle Tag die finst’re Nacht
so kräftig hat verdrungen.[1]
und deine Gnad’ und Wundertat
mich, da ich schlief, erhalten hat.


2. Laß ferner mich in deinem Schutz
o Vater, vor des Satans Trutz
mit Freuden auferstehen!
Damit ich diesen ganzen Tag
dich ja mit meinen Augen mag
im Glauben fröhlich sehen.
Vor allem sei du selber mir
das Licht des Lebens für und für.


3. Des Glaubens Licht in mir bewahr
o stärk und mehr’ es immerdar,
erwecke Treu’ und Liebe!
Die Hoffnung mach’ in Nöthen fest,
hilf, daß ich mich auf’s allerbest
auch in der Demut übe,
daß deine Furcht stets vor mir steh’
und ich auf guten Wegen geh.


4. Herr, halte meinen Gang gewiß,[2]
treib’ aus von mir die Finsternis
und Bosheit meines Herzens
Behüte mich den ganzen Tag
vor Aberglauben, Zorn und Plag
auch vor verbot’nen Scherzen,
bewahre mich vor Stolz und Pracht
und allem was mich lästern macht.


5. Gib, daß ich dir gehorsam sei
und mich vor Zank und Hader scheu’
auf daß der Sonnen Strahlen
mich diesen Tag nicht zornig seh’n
und nachmals traurig untergeh’n,
ach laß mich nicht bezahlen;
dem nächsten seine Bitterkeit,
mit Feindschaft, Hassen, Grimm und Neid.


6. Vor Unzucht und vor böser Lust,
vor Kargheit und des Geistes Wust
behüte mich in Gnaden!
Gib, daß die Falschheit dieser Zeit
zusammt der Ungerechtigkeit
mein Herz ja nicht beladen!
Ach daß dein heilig’s Angesicht,
doch solche Sünd’ erblickte nicht!


7. O treuer Gott, erweck in mir
nur einen Hunger stets nach dir,
daß ich die Welt verliere
Ach lehre mich, du starker Held,
zu tun allein, was dir gefällt,
dein guter Geist mich führe
damit ich außer bösem Wahn[3]
stets wandeln mög auf rechter Bahn!


8. Befiehl auch deiner Engel Schar,
daß sie mein Leben vor Gefahr
den ganzen Tag beschützen
und auf den Händen tragen mich
daß nicht der Satan grausamlich
mich könn’ allhie beschmitzen[4]
so wird’ ich gegen Löwen steh’n
und unverzagt auf Drachen geh’n.


9. So nimm von mir, o Vater hin
mein Herz, Gedanken, Mut und Sinn
daß ich dir ganz vertraue.
Behüt’ auch, du getreuer Hort
mein Dichten, Reden, Werk und Wort
daß es nur stetig schaue
auf deines teuren Namens Ehr
auch meines Nächsten Nutz verehr!


10. Herr Jesu Christe, laß allein
mich Armen ein Gefäße sein
und Werkzeug deiner Gnaden!
Richt’ all’ mein Tun, Beruf und Stand
halt’ über mir dein Hilf’ und Hand,
so kann mir niemand schaden!
Du wollest auch ja gnädiglich
vor den Verleumdern schützen mich!


11. Mit Herz und Mund ich dir befehl’
Herr Jesu Christ mein Leib und Seel,
auch Ehr’ und Gut daneben.
Wenn ich nun sitze, geh’ und steh’
alsdann so schaffe, daß ich seh
Herr, über mir dich schweben!
Gib ja, daß deine Gnadenhand
sei nimmer von mir abgewandt!


12. Vor bösen Pfeilen, die bei Tag
auf Erden bringen große Plag’,
als vor des Todes Seuche,
vor Pestilenz behüte mich,
damit sie nicht so grausamlich
bei Nacht, Herr, mich umschleiche,
Bewahr’ uns auch vor Kriegesnot
wend’ einen bösen, schnellen Tod!


13. Gib, lieber Herr, zu dieser Frist
so viel im Leben nötig ist,
doch nur nach deinem Willen!
Wenn du die speis’ und Nahrung hier
auf Erden segnest spät und früh,
kannst du uns reichlich füllen,
doch, daß man deine milde Gab’
auch nicht zu einem Mißbrauch hab’.


14. Allein zu dir hab ich gesetzt
mein Herz, o Vater, gib zuletzt
auch mir ein selig’s Ende!
Auf daß ich deinen jüngsten Tag
mit großer Freud’ erwarten mag,
drauf streck ich aus die Hände.
Ach komm, Herr Jesu, komm mein Ruhm,
und nimm mich in dein Eigentum!


15. Mein Gott und Vater segne mich,
der Sohn erhalte gnädiglich,
was er mir hat gegeben!
Der Geist erleuchte Tag und Nacht
sein Antlitz über mir mit Macht
und schütze mir mein Leben,
Nur dieses wünsch ich für und für
der Friede Gottes sei mit mir.

Verweise



Einzelnachweise

  1. verdrängt
  2. fest und sicher
  3. nicht berührt von diesem Wahne
  4. beschmutzen, mit Schmutz bewerfen