Gott, hilf mir, denn das Wasser dringt

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  • Versmaß |: 8 – 7 :| 8 - 8 - 7


Links der Psalm in der Übersetzung von Martin Luther, rechts die auf dem Luther-Text basierende Psalm-Dichtung von Kornelius Becker.

Psalm nach Luther Psalmlied von Kornelius Becker
1 Ein Psalm Davids, von den Rosen, vorzusingen.

2 Gott, hilf mir;
denn das Wasser geht mir bis an die Seele.

3 Ich versinke im tiefen Schlamm, da kein Grund ist;
ich bin im tiefen Wasser, und die Flut will mich ersäufen.

1. Gott hilf mir, denn das Wasser dringt

mir bis an meine Seele!
In tiefem Schlamm ich gar versink,
in der grundlosen Höhle
die Ström’ geh’n her gewaltiglich,
und wollen gar bedecken mich,
die Flut will mich ersäufen.

4 Ich habe mich müde geschrieen, mein Hals ist heiser;
das Gesicht vergeht mir, daß ich so lange muß harren auf meinen Gott.
2. Ich hab mich müd geschrien zwar,

mein Hals ist mir ganz heischer,
das G’sicht vergeht mir ganz und gar,
so sehr werd ich gekreischet.
Ich seh mich um nach meinem Gott,
der mir zuspring in solcher Not,
ach Gott, wie lang solls währen?

5 Die mich ohne Ursache hassen,
deren ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupt habe.

Die mir unbillig feind sind und mich verderben, sind mächtig.

Ich muß bezahlen, was ich nicht geraubt habe.

3. Auf meim Haupt sind nicht so viel Haar,

als derer, die mich hassen,
ohn’ Ursach unverschuldt fürwahr,
sie wollen nicht ablassen,
mit großer Macht sie mich anfalln,
mich zu verderbn, ich muß bezahln,
Was ich nicht hab geraubet.

6 Gott, du weißt meine Torheit, und meine Schulden sind nicht verborgen.

7 Laß nicht zu Schanden werden an mir, die dein harren, HERR HERR Zebaot!
Laß nicht schamrot werden an mir, die dich suchen, Gott Israels!

4. Dir ist die Torheit wohl bekannt,

die ich auf mich geladen,
du weißt mein Schulden allesamt,
ach Herr, erzeig mir Gnade!
Beweis an mir, Herr Zebaot,
daß du nicht läßt werden zu Spott,
die deiner Gnade warten.

8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach; mein Angesicht ist voller Schande.

9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt meiner Mutter Kindern.

5. An mir nicht schamrot werden laß,

die dich von Herzen suchen!
Um deinetwillen trag ich Haß
und muß mich lan verfluchen.
Mein Angesicht ist voller Schand,
mein Freunden bin ich unbekannt
und meiner Mutter Kindern.

10 Denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen;
und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

11 Und ich weine und faste bitterlich; und man spottet mein dazu.

6. Ich eifer ganz inbrünstiglich

um deines Hauses Ehre,
die Schmach der Lästrer fällt auf mich,
kränkt mich im Herzen sehre.
Ich fast und weine bitterlich,
die Sünd zu büßen mächtiglich,
kann doch kein Dank verdienen.

12 Ich habe einen Sack angezogen; aber sie treiben Gespött mit mir.

13 Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und in den Zechen singt man von mir.

7. Den Sack des Elends zog ich an,

den Spott sie daraus treiben,
Wer mein am sehrsten spotten kann,
der will hie Meister bleiben.
Wenn sie am Tor beisammen sein,
od’r sitzen sonst beim kühlen Wein,
ein Lied sie von mir singen.

14 Ich aber bete, HERR, zu dir zur angenehmen Zeit;
Gott durch deine große Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

15 Errette mich aus dem Kot, daß ich nicht versinke;
daß ich errettet werde von meinen Hassern und aus dem tiefen Wasser;

8. Ich rief zur angenehmen Zeit

zu dir, mein Gott und Herre,
durch deine große Gütigkeit
mich treuer Hülf gewähre,
erhöre mich in dieser Not
und hilf mir aus dem tiefen Kot,
daß ich nicht drin versinke.

16 daß mich die Wasserflut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge
und das Loch der Grube nicht über mich zusammengehe.
9. Errett mich von der Hasser Grimm

und aus der Wasserteufe,
daß mich die Tiefe nicht verschling,
die Flut mich nicht ersäufe!
Halt mich, Herr, daß ich feste steh,
sonst über mir zusammengeht
das Loch der tiefen Gruben.

17 Erhöre mich, HERR, denn dein Güte ist tröstlich;
wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,
denn mir ist angst; erhöre mich eilend.

10. Tröstlich ist deine Gütigkeit,

drum wollst du mich erhören,
durch deine groß Barmherzigkeit
in Gnad dich zu mir kehren.
Verbirg dein Antlitz nicht für mir,
deim Knecht ist angst, ich ruf zu dir,
eil, Herr, mich zu erretten!

19 Mache dich zu meiner Seele und erlöse sie;
erlöse mich um meiner Feinde willen.

20 Du weißt meine Schmach, Schande und Scham;
meine Widersacher sind alle vor dir.

11. Mach dich zu meiner armen Seel,

ihr Kümmernis zu stillen,
erlös sie von der Plag und Quäl
um meiner Feinde Willen!
Du weißt, Herr, meine Schmach und Schand,
mein Feinde sind dir allbekannt
und ihre Tück desgleichen.

21 Die Schmach bricht mir mein Herz und kränkt mich.
Ich warte, ob es jemand jammere, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine.



22 Und sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken in meinem großen Durst.

12. Mich kränkt’s, die Schmach bricht mir mein Herz,

wart, ob’s jammert jemanden,
ich hoff auf Trost in meinem Schmerz,
da ist niemand verbanden,
mit Gallen werd ich abgespeist,
den Essig man mich trinken heißt,
wenn ich für Durst verschmachte.

23 Ihr Tisch werde vor ihnen zum Strick, zur Vergeltung und zu einer Falle.

24 Ihre Augen müssen finster werden, daß sie nicht sehen, und ihre Lenden laß immer wanken.

25 Gieße deine Ungnade auf sie, und dein grimmiger Zorn ergreife sie.

13. Ihr Tisch zum Strick ihn’n werden muß,

zur Räch und Straf auf Erden,
ihr Augen schlag mit Finsternus,
daß sie verblendet werden,
laß ihre Lenden wanken früh,
dein Zorn und Ungnad geuß auf sie,
Dein Grimm, Herr, sie ergreife.

26 Ihre Wohnung müsse wüst werden, und sei niemand, der in ihren Hütten wohne.

27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und rühmen, daß du die Deinen übel schlagest.

14. Laß ihre Hütten wüste stahn,

daß niemand drinnen wohne,
wenn du schlägst auf ein armen Mann,
woll’n sie sein auch nicht schonen,
Rühmen sich denn von Stunden an,
als wären sie mit Gott wohl dran,
weil jene trifft das Leiden.

28 Laß sie in eine Sünde über die andere fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.

29 Tilge sie aus dem Buch der Lebendigen, daß sie mit den Gerechten nicht angeschrieben werden.

15. Laß sie aus einer Sünden schwer

nur fallen in die ander,
dein Gnad zu ihnen sich nicht kehr,
sie muß von ihnen wandern,
Aus’m Buch des Lebens tilg’ sie gar,
daß sie mit der gerechten Schar
nicht angeschrieben werden.

30 Ich aber bin elend, und mir ist wehe. Gott, deine Hilfe schütze mich!

31 Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank.

32 Das wird dem HERRN besser gefallen denn ein Farre, der Hörner und Klauen hat.

16. Ich bin elend und mir ist angst,

dein Hülf, Herr, rett mein Leben!
Ich will dei’m Namen sagen Dank,
Lob, Ehr und Preis ihm geben!
Das wird dir baß gefallen zwar
als wenn ich brächt zu deim Altar
ein Farren groß mit Klauen.

33 Die Elenden sehen’s und freuen sich; und die Gott suchen, denen wird das Herz leben.

34 Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.

17. Wenn solch’s der Elend schauet an,

wird er in Freuden schweben!
Die Gott mit Treuen zugetan,
der’r Herz für ihm wird leben.
Der Herr erhört des Armen Bitt’,
verachtet seine G’fangnen nit,
die ihn von Herzen suchen.

35 Es lobe ihn Himmel, Erde und Meer und alles, was sich darin regt.

36 Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Juda’s bauen,
daß man daselbst wohne und sie besitze.

18. Es lobe Gott mit großem Schall

der Himmel und die Erden!
Was lebt im Meer und überall,
sein Nam’ gerühmt muß werden.
Denn Gott wird bauen seine Stadt
und Juda helfen in Genad,
daß man zu Zion wohne.

37 Und der Same seiner Knechte wird sie ererben,
und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.
19. Das wird ein schönes Erbe sein

für die, so ihm vertrauen,
die ihn fürchten mit Herzen rein
und auf ihn feste bauen.
Sein treuer Knecht, der heilig Sam’,
und all, die lieben seinen Nam’n,
die werden drinnen bleiben.

Verweise

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