Gott, man lobet dich in der Stille I (BWV 120)

Aus Monarchieliga
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  • Kantate 120 von J. S. Bach
  • BC B 6
  • Komponiert 1728 oder 1729 in Leipzig
  • Ratswahl
  • S, A, T, B + 4st. Chor


Entstehung

Die Einführung des gewählten Stadtrats wurde jährlich am Montag nach St. Bartolomäus in einem Gottesdienst begangen. Die erste Aufführung des Werks war 1728 oder 1729.

Inhalt

Der erste Satz vertont Psalm 65.2.

Die Sopran-Aria mit Solo-Violine geht vermutlich auf ein früheres Werk seiner Zeit in Köthen zurück, welches auch als Modell für einen Satz der Violinsonate BWV 1019a diente. Das Tenor-Rezitativ, ein Gebet um Gerechtigkeit und Segen, wird von Streichern begleitet. Die Worte des abschließenden Chorals stammen aus dem deutschen Te Deum Martin Luthers, Herr Gott, dich loben wir.

Weitere Verwendungen der Kantate

  1. 1729: Hochzeitskantate Herr Gott, Beherrscher aller Dinge (BWV 120a)
  2. 1730: Gott, man lobet dich in der Stille II, Kantate BWV 120b zum 200. Jahrestag der Augsburger Konfession
  3. 1749: Den ersten Teil des zweiten Satzes, „Jauchzet, ihr erfreuten Stimmen“ verwendete Bach als „Et expecto resurrectionem mortuorum“ in der h-Moll-Messe.

Text des Werks

Aria Alto: Gott, man lobet dich in der Stille

Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlet man Gelübde.

Coro: Jauchzet, ihr erfreuten Stimmen

Jauchzet, ihr erfreuten Stimmen,
steiget bis zum Himmel 'nauf!

Lobet Gott im Heiligtum
und erhebet seinen Ruhm;
seine Güte,
sein erbarmendes Gemüte
hört zu keinen Zeiten auf!

Recitativo Basso: Auf, du geliebte Lindenstadt

Auf, du geliebte Lindenstadt,
komm, falle vor dem Höchsten nieder!
Erkenne, wie er dich in deinem Schmuck und Pracht
so väterlich erhält, beschützt, bewacht
und seine Liebeshand noch über dir beständig hat.
Wohlan, bezahle die Gelübde,
die du dem Höchsten hast getan,
und singe Dank- und Demutslieder!
Komm, bitte, daß er Stadt und Land
unendlich wolle mehr erquicken
und diese werte Obrigkeit,
so heute Sitz und Wahl verneut,
mit vielem Segen wolle schmücken!

Aria Soprano: Heil und Segen

Heil und Segen
soll und muß zu aller Zeit
sich auf unsre Obrigkeit
in erwünschter Fülle legen,

daß sich Recht und Treue müssen
miteinander freundlich küssen.

Recitativo Tenore: Nun, Herr, so weihe selbst

Nun, Herr, so weihe selbst das Regiment mit deinem Segen ein,
daß alle Bosheit von uns fliehe
und die Gerechtigkeit in unsern Hütten blühe,
daß deines Vaters reiner Same
und dein gebenedeiter Name
bei uns verherrlicht möge sein!

Corale: Nun hilf uns, Herr

Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein,
die mit dein'm Blut erlöset sein,
laß uns im Himmel haben teil
mit den Heil'gen im ew'gen Heil!

Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ,
und segne, was dein Erbteil ist,
wart' und pfleg' ihr zu aller Zeit
und heb sie hoch in Ewigkeit!


Verweise




Einzelnachweise