Agagianian, Gregor Peter

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  • * 18. September 1895 in Akhaltsikhe[1]
  • gest. 16 Mai 1971


Gregor Peter Agagianian war ein modernistischer armenischer Bischof.


Pastoralsynode

Agagianian war einer der Hauptdrahtzieher bei der Pastoralsynode. Er wirkte als Präfekt bei der Propaganda-Kongregation bis 1970.

Leben

Agagianian wurde im alten Rußland geboren, im russischen Teil Armeniens. Seine Familie war Teil der katholischen Minderheit Armeniens. Seine Vorfahren kamen während des Russisch-Türkischen Krieges 1828-1829 aus Erzurum. Sie suchten in Rußland Zuflucht vor der türkischen Verfolgung. Argagianian verlor bereits früh seinen Vater.

Argagianian besuchte das Russisch-Orthodoxe Seminar in Tiflis und sodann die Päpstliche Univerität in Rom seit 1906. Dort prophezeite ihm Papst Pius X., daß er Bischof und Patriarch werden würde. In Rom wurde Argagianian zum Priester geweiht. Trotz der Umwälzungen durch die Russische Revolution diente Argagianian als Priester in Tiflis und sodann als Vorstand er Katholischen Gemeinde in Tiflis seit 1919.

1921 floh Argagianian nach der Invasion der Roten Armee nach Rom, seine Familie sah er Jahrzehntelang nicht wieder. Erst 1962 konnte seine Schwester Elisabetha ihn in Rom besuchen. Seit 1921 war Agagianian Fakultätsmitglied und Vizerektor des Armenischen Kollegiums. Später wirkte er als Rektor dieses Kollegiums. Agagianian war Fakultätsmitglied der Päpstlichen Universität. Agagianian wurde am 11.7.1935 zum Titularbischof von Comana di Armenia ernannt, kurz darauf wurde er zum Bischof geweiht. Sein bischöfliches Motto war „Gerechtigkeit und Frieden“

Armenischer Katholischer Patriarch

1937 wurde Agagianian durch die Synode der armenischen Katholischen Kirche zum Patriarchen von Kilikien gewählt. Die Wahl wurde päpstlich bestätigt. Agagianian spielte eine Schlüsselrolle bei den diplomatischen Bemühungen, die armenische Bevölkerung von Kessab bei Syrien zu halten, als die Türkei den Hatay Staat 1939 annektierte. Agagianian gründete 1954 die Armenische Katholische Kirche in in Anjar, Libanon, und gründete dort ein Waisenhaus.

1962 legte Argagianian das Armenische Patriarchat nieder, um seinen Pflichten im Vatikan besser nachkommen zu können.

Kardinal

Am 18. Februar 1946 machte Papst Pius XII. Agagianian zum Kardinal. Er wurde zum Kardinal-Priester von Sankt Bartolomäus all'Isola ernannt.

Agagianian wurde 1958 Präfekt der Propaganda-Kongregation. Er überwachte die Ausbildung der katholischen Missionare. Dabei legte er Wert auf eine weitgehende Liberalisierung. Am 10. 12. 1959 präsidierte er der Ersten Fernöstlichen Bischofskonferenz in Manila, mit 100 Prälaten, 10 Päpstlichen Repräsentanten, 16 Erzbischöfen und 79 Bischöfen aus den meisten Ländern des Fernen Osten. Agagianian war weltweit unterwegs. Als die Märtyrer von Uganda kanonisiert wurden, hielt Agagianian das Hochamt in Namugongo.

Konklave

Als Kardinal nahm Agagianian an den Konklaven von 1958 und 1963 teil und wurde je als papabile angesehen. Agagianian war der erste nichtitalienische Favorit seit Jahrhunderten. Das Konklave von 1958 wurde als Auseinandersetzung zwischen Roncalli und dem Nicht-Italiener Agagianian angesehen. Auch 1963 rechneten viele mit seiner Wahl, doch wurde Montini gewählt. Angeblich waren sogar Geheimdienste damit beschäftigt, die Chancen Agagianians zu schmälern. Dabei spielte die in der Sowjetunion lebende Schwester Agagianianis eine Rolle.

Positionen

Agagianian wurde als Mann der Liberalen angesehen. 1963 beschrieb ihn das Life Magazin als linken, kosmopolitanischen und moderaten Geistlichen.

Zweites Vatikanum

Bei der Pastoralsynode war er von Montini als einer der vier Moderatorn ernannt worden. Diese Moderatoren hatten die Debatten im Plenum zu leiten. Neben Agagianian gehörten dazu die notorischen Leon Suenens, Julius Döpfner und Jakob Lercaro. Agagianian war der einzige Moderator, der der Kurie angehörte. Angeblich sollte er sich der Vorbereitung der Konzilsdokumente „Ad gentes“ und „Gaudium et spes“ widmen, was ein düsteres Licht auf seine Theologie wirft.

Haltung zur Sowjetunion

Agagianian galt als Sowjet und Kommunismus-Experte. Seine Haltung dürfte eine anbiedernde gewesen sein. Er vertrat die Konvergenztheorie. 1946 stellte sich Agagianian gegen eine Repatriierung von Armeniern aus dem Nahen Osten in die Sowjetunion. Dies begründete er mit der intoleranten Haltung in der SU gegenüber der Religion und sagte, es wäre besser für die Armenier „Emigranten zu bleiben und Kirche und Glauben zu schützen“:

In der SU wurde Agagianian in den 1950er Jahren als Feind angesehen. Auch die KGB-kontrollierte Armenische Kirche stellte sich gegen ihn.

Ausgang

Agagianian zog sich zurück, als er als Präfekt am 19.10.1970 zurücktrat. Im Jahre 1971 starb er an Krebs. Die Trauerfeier fand in St. Peter am 21. Mai statt. Er ist in der Armenischen Kirche Roms bestattet.

Ehrungen

  • Ehrendoktor der Rechte des Boston Colloges (1952)
  • Ehrendoktor der Rechte der Universität Sankt Tomas (1958)
  • Ehrendoktor der Rechte der Universität Notre Dame (196)
  • Ehrendoktor des Boston Colleges (1960)
  • Ehrendoktor der Katholischen Universität von Amerika (1960)
  • Ehrendoktor der St. John's University (1960)
  • Ehrendoktor der Rechte der Nationalen Universität von Irland (1961)
  • Verdienstorden der Italienischen Republik (1963)

Veröffentlichungen

  • Perché le missioni? Teologia della missione: studi e dibattiti (in Italian). Bologna: Ed. Nigrizia.
  • L'unità della Chiesa dal punto di vista teologico (in Italian). Milan: Vita e Pensiero.
  • La Romanità dell' Abbate Mechitar di Sebaste (in Italian). San Lazzaro degli Armeni. 195

Verweise



Einzelnachweise

  1. 250 km westlich von Tiflis