Gregor XVI.

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  • Bartolomeo Alberto Cappellari
  • * 18. September 1765 in Belluno[1]
  • † 1. Juni 1846 in Rom
  • 1831 - 1846


Leben

Bartholomäus Kappellari war der Sohn eines Notars. Er trat 1783 in den Kamaldulenser-Orden ein und wurde Mönch des Klosters "San Michele" auf der Laguneninsel Murano. Kappellari studierte Philosophie, Theologie und Kirchenrecht. 1787 erfolgte die Priesterweihe, 1790 wurde er Lesemeister des Ordens und 1795 ging Cappellari nach Rom. 1805 wurde er zum Abt des Klosters Sankt Gregor auf dem Monte Zelio in Rom ernannt.

Während der Besetzung Italiens durch napoleonische Truppen und der von Napoleon befohlenen Auflösung der Orden, arbeitete er als Laienlehrer auf Murano und in Padua. Nachdem im Jahre 1814 Napoleons Einfluß in Italien beendet worden war, kehrte er in sein Kloster in Rom zurück. 1818 wurde er zum Generalprokurator und 1823 zum General seines Ordens gewählt. 1826 ernannte ihn Leo XII. zum Kardinal und Präfekten der Kongregation de Propaganda Fide.

Pontifikat

Kappellari wurde am 2. Februar 1831 zum Papst gewählt und am 6. Februar gekrönt. Er ist der letzte Papst, der zum Zeitpunkt seiner Wahl zwar Kardinal, jedoch kein Bischof war. Seit 1962 empfangen Kardinäle regelmäßig die Bischofsweihe, sofern sie noch nicht Bischöfe sind. Gregor unterstützte in Preußen den Kölner Erzbischof Droste zu Vischering in der Durchführung der kirchlichen Selbstverwaltung.[2]

Gregor XVI. arbeitete eng mit dem österreichischen Staatskanzler Metternich zusammen. Er ließ mit Hilfe österreichischer Truppen im Jahr 1831 Aufstände der frühbolschewistischen Karbonari niederschlagen. Gregor veröffentlichte etliche päpstliche Lehrschreiben in der Form der Enzyklika. In seiner Antrittsenzyklika Mirari vos vom 15. August 1832 verurteilte er Naturalismus, Rationalismus, religiöse Indifferenz, sowie Gewissensfreiheit und Meinungsfreiheit.

Werke

  • Mauro Capellari: Il trionfo della Santa Sede e della Chiesa contro gli assalti dei novatori, 1799.

Rundschreiben

  1. 1831: Quel Dio: Über das Ende der Unruhen im Kirchenstaat
  2. 1831: Le armi valorose: Dank an den österreichischen Kaiser
  3. 1832: Summo iugiter studio: Über die Mischehen
  4. 1832: Cum primum: Über den bürgerlichen Gehorsam
  5. 1832: Mirari vos: Antrittsenzyklika über den liberalen Katholizismus und Indifferentismus; über kirchliche Reformen und Gewissensfreiheit
  6. 1833: Quo graviora: Über die Zustände in der Kirchenprovinz Rheinland
  7. 1834: Singulari nos: Über die Irrtümer des Lamennais
  8. 1835: Commissum divinitus: Über Kirche und Staat in der Schweiz
  9. 1840: Probe nostis: Über die Verbreitung des Glaubens
  10. 1840: Augustissimam beatissimi: Über den Wiederaufbau der Basilika Sankt Paul vor den Mauern
  11. 1841: Quas vestro: Über die Mischehen
  12. 1842: Inter ea: Über die Entwicklung in einigen schweizerischen Kantonen
  13. 1842: Inter praecipuas: Über die Bibelgesellschaften

Verweise



Einzelnachweise

  1. Republik Venedig
  2. Die Biographie über Droste zu Vischering von Markus von Hänsel-Hohenhausen (1991) ist die jüngste Darstellung zur Regierungszeit Gregor XVI., der mit seiner Allokution gegen die preußische Regierung den modernen Anspruch der Kirche auf Unabhängigkeit in spiritualibus verkündete.