Die h-moll Messe

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Neukompositionen 1748/49

1748/49 erfolgte die Komplettierung der h-moll Messe durch meist tiefgreifende Umgestaltung des vorhandenen Materials, sowie durch die Neukomposition von:

  1. Credo I
  2. Confiteor
  3. Et incarnatus est.

Zahlensymbolik

Die h-moll Messe ist mit Zahlenbezügen und -symbolen geradezu gespickt. An dieser Stelle verweisen wir auf den Beitrag „Zahlen bei Bach

Notizen

  • Wolff weiß in seinem Buch, S. 311 nicht, daß die Worte „sicut erat in principio“ bereits in der ältesten Meßtradition als Wiederholung des Anfangs komponiert werden.

Werke, die Bach beeinflußt haben

  • Bach bearbeitete Messen aus dem „Acroama Missale“ Bassanis von 1709: Bach bearbeitet diese Werke dergestalt, daß er teils die Worte „Credo in unum Deo“ eintextierte, teils eigene Credointonationen hinzukomponiert.[1]
  • Johann David Heinichen: Messe D-Dur. Hasse verwendete seine Messe d-moll neben dem Te Deum bei der Einweihung der Dresdner Hofkirche.

Erbgang

Die h-moll Messe blieb wie fast alle Vokalwerke Bachs ungedruckt. Nach Bachs Tod im Jahre 1750 erbte sein in Berlin als Cembalist des preußischen Königs Friedrich II. lebender Sohn Karl Philipp Emanuel die Partitur des Werkes. Karl Philipp Emanuel wiederum starb im Jahre 1788, die Erben Karls veräußerten die Noten im Jahre 1805 an den Schweizer Komponisten und Verleger Hans Georg Nägeli, der einen vollständigen Druck des Werkes plante.

Mit vielen Widrigkeiten waren die Vorbereitungen des Druckes verbunden, der schließlich 1845 in Bonn erfolgte. Der nun erfolgte Erstdruck der h-moll Messe trug den Titel "Die Hohe Messe in H-moll von Joh. Seb. Bach".

Sanctus - Osanna

Eines der Argumente Smends ist der behauptete Bruch zwischen Sanctus und erstem Osanna, aus dem hervorgehe, daß es sich um zwei nicht zueinander gehörende Werke handele. Nun gehört zwar der Text in der Abendmahlsliturgie sehr eng zusammen und wird gemeinhin auch gemeinsam vertont. Doch ist ein Neubeginn beim ersten Osanna nicht selten, so z.B. in den Mozart-Messen „Große Messe c-moll“ und „Trinitatis-Messe“.

Bach hat den Zusammenhang von Sanctus und Osanna gerade dadurch überdeutlich betont, daß er hier, ähnlich wie beim Übergang Credo I/Credo II und Crucifixus/Et resurrexit die Chöre nicht durch Ritornell oder Zwischenspiel getrennt unmittelbar aufeinander folgen läßt. Zudem verwendet er das gleiche musikalische Material, sind doch die Themen „Pleni sunt coeli” und „Osanna” annähernd identisch. Ja, man könnte vermuten, daß er bei der Komposition der Glückwunschkantate 1732 bereits daran gedacht hatte, diesen Chor mit dem Sanctus von 1724 zu verbinden.

Es lebe der König

  • Schlußchor der Kantate 23 („Christe, du Lamm Gottes“ g-moll) konnte wegen der von Luther stammenden Choralmelodie nicht in die h-moll Messe übernommen werden, (katholischer Charakter der Messe)
  • Bach auf dem Höhepunkt der Tradition abendländischer Meßvertonung
  • Concertata: Prachtentfaltung und Autonomie des Instrumentalen als Repräsentanz der göttlichen Schöpfungsordnung. Instrumentalpart kann gleichberechtigt neben Vokalstimmen treten.
  • h-moll Messe bleibt geistliches Werk, auch im Konzertsaal

Indizien für Katholische Verwendung

  • Michael Haydn: „Missa solemnis in honori S. Francisci“ 1803 gleiche Credo-Melodie!
  • Pergolesi-Messen haben gleiche Struktur wie die Missae brevis von Bach (Nur Kyrie und Gloria), ebenso viele andere ein figurales Credo wie 1749 gestaltet, wäre in Leipzig wohl unter keinen Umständen möglich. Bereits Schering stellte 1941 die Hypothese auf, daß die „h-moll Messe“ für die Krönung des pln. Königs 1733 in Krakau bestimmt gewesen wäre.


Verweise



Einzelnachweise

  1. BWV 1081