Hadrian VI.

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  • Adriaan Floriszoon Boeyens oder Adrian von Utrecht
  • * 2. März 1459 in Utrecht
  • † 14. September 1523 in Rom
  • 1522 - 1523


Leben

Adrian wurde als Sohn eines Zimmermanns in Utrecht geboren. In seinem Theologiestudium orientierte er sich an dm hl. Thomas von Aquin. Auch für Mathematik hatte er ein großes Interesse. Adrian wurde Professor und Rektor der Universität Löwen. Zu seinen Hörern zählte Erasmus von Rotterdam. 1507 stellte ihn Kaiser Maximilian I. als Lehrer seines Enkels ein, des späteren Kaisers Karl V.

Am 18. August 1516 wurde er zum Bischof von Tortosa ernannt. Er erhielt noch 1516 die Bischofsweihe durch Diego de Ribera, den Bischof von Segovia. Seit November 1516 Generalinquisitor für Aragon und Navarra, wurde er 1518 auch Generalinquisitor für León und in Kastilien. Doch war er nicht nur Inquisitor für ganz Spanien, sondern auch Gouverneur des Königs für die Provinzen Castilla und León. Zudem war er noch mit Kardinal Gonzales Jiménez de Cisneros als Regent für Spanien tätig. Nach dem Tode Cisneros war er dann alleiniger Regent.

Am 1. Juli 1517 erhob Papst Leo X. Adrian zum Kardinal und machte ihn am 16. Juli 1517 zum Kardinalpriester der Titelkirche Ss. Giovanni e Paolo.

Pontifikat

Am 9. Januar 1522, nach dem Tod von Papst Leo X., wurde Adrian zu dessen Nachfolger gewählt, nachdem die Wahl des erklärten Frankreich-Gegners Kardinal Schiner am Widerstand der französischen Kardinäle gescheitert war. Er war ein Konsenskandidat, da die Interessen von Kaiser Karl V. und Franz I. von Frankreich nicht unter einen Hut zu bringen waren. Karl V. wollte eigentlich nicht ihn, sondern Giulio de' Medici. Heinrich VIII. versuchte Kardinal Wolsey durchzusetzen. Schließlich wurde Adriaan Florensz von Giulio de Medici selbst als Konsenskandidat vorgeschlagen.

Hadrian versuchte Erasmus von Rotterdam für die Überwindung der protestantischen Zerrüttung zu gewinnen. Leider waren seine Anstrengungen von wenig Erfolg gekrönt, wohl auch weil er viel zu früh verschied.

Verweise