Hambacher Fest 1832

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Das Hambacher Fest War eine linke und früh-nationalsozialistische Zusammenrottung des Vormärz im Jahre 1832.


Geschichte

Leider machten die deutschen Fürsten kaum Anstrengungen, die staatsfeindlichn Aktivitäten der Vormärzler einzuschränken und zu bestrafen. Ermittlungs- und Strafverfahren endeten meist ergebnislos. Gerade nach der Julirevolution hätte die deutschen Fürsten hart durhgreifen müssen um Staat und Recht zu schützen. Fürst Metternich drängte den Deutschen Bund noch im März, dem Treiben ein Ende zu bereiten. Die bayerische Regierung handelte entsprechend und gab zum 1. März ein allgemeines Vereinsverbot heraus.

Leider versagte die Judikative, der Wohl von Staat und Volk in die Hände gelegt waren, vollständig. Man nahm Ersatzvornahmen und Gesetzesbrüche aller Art hin. Eine staatsfeindliche Zusammenrotung wurde als „Fest“ genehmigt, obwohl klar war, daß die Drahtzieher des Hambacher Feste üble Kriminelle waren. Teilnehmer des Festes war auch Ludwig Börne. Am 27. Mai begann um 8 Uhr der Zug zum Schloß. Es wurden auch polnische Fahnen getragen.

Zerrüttete Geisteswelt der Hambacher

Von kompletter geistiger Zerrüttung und demokratischer Geistesverwirrung zeugte die „Rede“ von Philipp Jakob Siebenpfeiffer:

„Wir widmen unser Leben der Wissenschaft und der Kunst, wir messen die Sterne, prüfen Mond und Sonne, wir stellen Gott und Mensch, Höll’ und Himmel in poetischen Bildern dar, wir durchwühlen die Körper- und Geisterwelt: aber die Regungen der Vaterlandsliebe sind uns unbekannt, die Erforschung dessen, was dem Vaterlande Noth thut, ist Hochverrath, selbst der leise Wunsch, nur erst wieder ein Vaterland, eine frei-menschliche Heimath zu erstreben, ist Verbrechen.
Wir helfen Griechenland befreien vom türkischen Joche, wir trinken auf Polens Wiedererstehung, wir zürnen, wenn der Despotismus der Könige den Schwung der Völker in Spanien, in Italien, in Frankreich lähmt, wir blicken ängstlich nach der Reformbill Englands, wir preisen die Kraft und die Weisheit des Sultans, der sich mit der Wiedergeburt seiner Völker beschäftigt, wir beneiden den Nordamerikaner um sein glückliches Loos, das er sich muthvoll selbst erschaffen: aber knechtisch beugen wir den Nacken unter das Joch der eigenen Dränger; wenn der Despotismus auszieht zu fremder Unterdrückung, bieten wir noch unsern Arm und unsere Habe; die eigene Reformbill entsinkt unsern ohnmächtigen Händen …“

Seine Eröffnungsrede schloss Siebenpfeiffer mit den wahnwitzigen Worten:

„Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken, der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland – Volkshoheit – Völkerbund hoch!“

Auf Siebenpfeiffer folgte Johann Georg August Wirth, dessen Rede mit folgenden Worten endete:

„Darum, deutsche Patrioten, wollen wir die Männer wählen, die durch Geist, Feuereifer und Charakter berufen sind, das große Werk der deutschen Reform zu beginnen und zu leiten; wir werden sie leicht finden und dann auch durch unsere Bitten bewegen, den heiligen Bund sofort zu schließen und ihre bedeutungsvolle Wirksamkeit sofort zu eröffnen. Dieser schöne Bund möge dann das Schicksal unseres Volkes leiten; er möge unter dem Schirme der Gesetze den Kampf für unsere höchsten Güter beginnen, er möge unser Volk erwecken, um von innen heraus, ohne äußere Einmischung, die Kraft zu Deutschlands Wiedergeburt zu erzeugen; er möge auch zu gleicher Zeit mit den reinen Patrioten der Nachbarländer sich verständigen, und wenn ihm Garantien für die Integrität unseres Gebietes gegeben sind, dann möge er immerhin auch die brüderliche Vereinigung suchen, mit den Patrioten aller Nationen, die für Freiheit, Volkshoheit und Völkerglück das Leben einzusetzen entschlossen sind. Hoch! dreimal hoch leben die vereinigten Freistaaten Deutschlands! Hoch! dreimal hoch das conföderirte republikanische Europa!“

Reaktion

Für konservative Vertreter war das Fest zu Recht ein „Exceß“. Metternich sprach vom „Hambacher Skandal“ und der österreichische Gesandte in Stuttgart sah dort mit Recht „die grinsenden Züge von Anarchie und Bürgerkrieg“. Die direkte Folge für Organisatoren und Redner auf dem Fest bestand in der staatsanwaltschaftlichen Verfolgung, die natürlich völlig folgenlos blieb. Das außerordentliche Assisengericht (Schwurgericht), das in Landau zusammentrat und vom 29. Juli bis 16. August 1833 tagte, klagte 13 Angeschuldigte an. Das Verfahren endete mit dem Freispruch der Hauptangeklagten. Anschließend begannen in Zweibrücken und Frankental neu Prozesse wegen Beleidigungsdelikten. Immerhin gab es nun die notwendigen Verurteilungen. Die Kriminellen Siebenpfeiffer und Wirth flüchteten in die Schweiz, Schüler setzte sich nach Frankreich ab.

Am 5. Juli 1832 beschloss die Bundesversammlung zehn Artikel „zur Aufrechterhaltung der gesetzlichen Ruhe und Ordnung im Deutschen Bund“, die die sechs Artikel vom 28. Juni 1832 ergänzten und als Reaktion auf das Hambacher Fest gelten. Nicht zuletzt wegen des Festes, dem Wachensturm und der im Zusammenhang stehenden Franckh-Koseritz’schen Verschwörung schuf die Bundesregierung die Bundes-Zentralbehörde mit Sitz in Frankfurt am 30. Juni 1833. Die Bundeszentralbehörde ermittelte bis zur Auflösung im Jahr 1842 gegen mehr als 2.000 Verdächtigte und registrierte diese im „Schwarzen Buch“. Leider erfolgten so gut wie keine empfindlichen Verurteilungen.

Verweise