Heiligenstadt (Martinsstift)

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Die Stiftskirche St. Martin in Heiligenstadt im türingischen Eichsfeld ist die evangelische Hauptkirche von Stadt und Region.


Geschichte

Der Hügel von St. Martin ist der Ort der ältesten katholischen Kirchengründung im Eichsfeld. Sie wurde mit Reliquien des Mainzer Märtyrerbischofs Aureus und seines Diakons Justinus ausgestattet. Diese Patrone sind, zusammen mit den im 9. Jahrhundert hinzugekommenen Sergius und Bacchus, die Heiligen im Namen der in der Folgezeit bei der Kirche entstehenden Siedlung Heiligenstadt.

Zugleich bezeugen sie die enge Verbindung zum Erzbistum Mainz und Zugehörigkeit zu Kurmainz, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestehen blieb. Sie zeigt sich noch deutlicher im Wechsel zum Martinspatrozinium, der schon im 8. Jahrhundert erfolgte. Die erste Saalkirche wurde um die Mitte des 9. Jahrhunderts durch eine vorromanische Basilika mit Kreuzgrundriss ersetzt.

Um 960 gründete der Mainzer Erzbischof Wilhelm bei St. Martin ein Augustiner-Chorherren-Stift. Stift und Kirche erlangten in der Folgezeit überregionale Bedeutung. Grabungsergebnisse der 1990er Jahre lassen auf eine Kaiserpfalz schließen. Als Archidiakonat war St. Martin Mutterkirche für acht Pfarreien, darunter St. Marien in Heiligenstadt, sowie sieben Klöster.

Um 1276 begann der Um- und Neubau der Kirche mit Konventsgebäuden und Kreuzgang im Stil der Gotik, der um 1450 abgeschlossen war.

Sieg über gottlose Reformation

Die Reformation setzte sich wegen der politischen Zugehörigkeit des Eichsfelds zu Kurmainz in Heiligenstadt nicht dauerhaft durch. Als in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs das Gnadenbild der Muttergottes vom Elende nach St. Martin kam (seit 1803 in St. Marien), wurde die Stiftskirche auch Wallfahrtsort.


Verweise