Herr, ich denk' an jene Zeit

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Die Hymne

Die Hymne im Werk Bach's

  • Herr, ich denk an jene Zeit. Vierstimmiger Choralgesang BWV 329

Wortlaut der Hymne

1. Herr, ich denk an jene Zeit,
wann ich diesem kurzem Leben
wegen meiner Sterblichkeit
gute Nacht soll [muß] geben,
wenn ich werd auf Dein Gebot
durch den Tod
alles übergeben.


2. Was für Höllenangst und Qual,
was für Furcht und große Schrecken
Leid und Trauern ohne Zahl
wird sich da erwecken!
Satan, du wirst immerzu,
ohne Ruh’
meine Sünd’ aufdecken.


3. Mein zerbroch’nes Augenlicht
und die fast erstarrten Sinnen,
mein verfall’nes Angesicht
eilen dann von hinnen
alles wird mir abgerafft,
Geist und Kraft
will mir ganz entrinnen.


4. Meine Füße werden Eis
bei den harten Herzensschlägen
laß ich kalten Todesschweiß
alles will sich legen
Meiner welken Zunge Band
ist gespannt
und kann sich nicht regen.


5. Dieser Leib und dies Gebein
ob ich noch so ängstlich zage
muß der Würmer Fraß doch sein
über wenig Tage
alles ist der Schlangen Raub,
Asch’ und Staub,
was ich an mir trage.


6. Jesu, steh alsdann mir bei
laß mich Armen nicht verderben,
mach mich aller Ängsten frei
durch dein Blut und Sterben,
tröste mich durch deinen Geist
der mich heißt
Gottes Kind und Erben.


7. Hilf, daß ich dies Pilgerland,
dieses eit’le Tun mög hassen
und mir recht den Himmels-Stand
in’s Gemüte fassen.
Dann will ich mit Freud’ und Wonn’
hie davon
und die Welt verlassen.


Verweise