Herr Gott Vater im höchsten Thron

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche
  • Versmaß |: 8 - 8 - 7 :|: 8 - 7 :|: 8 - 7 - 6


Links der Psalm in der Übersetzung von Martin Luther, rechts die auf dem Luther-Text basierende Psalm-Dichtung von Kornelius Becker.

Psalm nach Luther Psalmlied von Kornelius Becker
1 Ein Gebet Mose's, des Mannes Gottes.
HERR, Gott, du bist unsre Zuflucht für und für.

2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden,
bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit,

1. Herr Gott Vater im höchsten Thron,

durch Jesum Christum, deinen Sohn,
tust du groß Gnad' beweisen.
Du Schöpfer aller Kreatur
bist unser Zuflucht für und für,
dafür soll'n wir dich preisen.
Eh' denn der Weltgrund fest gelegt
und Berg wurden fundieret
durch dein Wort welch's sie hält und trägt
und alle Ding regieret
von Ewigkeit zu Ewigkeit
ohn' Anfang und ohn' Ende
bist du, Gott, allezeit.

3 der du die Menschen lässest sterben und sprichst:

Kommt wieder, Menschenkinder!
4 Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag,
der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.

2. Du läßt sterben die Menschenkind

so viel ihr' waren und noch sind
allhier auf dieser Erden.
Wenn du sprichst kommt her wiederum
so sind sie da in großer Summ'
die g'boren sollen werden.
Denn tausend Jahr, Herr, sind für dir
gleich ein'm vergang'nem Tage,
gleich wie die Wach' wird aufgeführt
bei Nacht und wied'rum abe,
so geht's mit uns'rem Leben zu,
dies stirbt, jen's wird geboren,
ist alles voll Unruh'.

5 Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom;

sie sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras,
das doch bald welk wird,
6 das da frühe blüht und bald welk wird
und des Abends abgehauen wird und verdorrt.

3. Gleich wie ein Strom mit Ungestühm

fährt unser Leben auch dahin,
da hilft kein Widerstreben.
Von Tag zu Tag geht's ein gen Tal,
zuletzt kommen wir allzumal
in Tod aus diesem Leben.
Und ist denn unser' Herrlichkeit
gleichwie ein Traum verschwunden
und wie das Gras auf grüner Heid'
verwelkt in wenig Stunden.
Das Gras verdorrt, die Blum verschwind't,
die früh stund in der Blüte,
also wir Menschenkind.

7 Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen,

und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahinmüssen.
8 Denn unsere Missetaten stellst du vor dich,
unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.

4. Das macht dein Zorn, gerechter Gott,

dein Grimm treibt uns in unser' Not,
daß wir all'samt vergehen.
Und fahren hin plötzlich und schnell,
nachdem wir hier viel Ungefäll'
und Trübsal müßt ausstehen
um unser Missetat so schwer,
die wir haben begangen,
und dich, Herr Gott, erzürnet sehr,
hat uns Tod'snot umfangen.
Du stellst ins Licht dein's Angesichts
unser verborg'ne Sünde
deren wir achten nicht.

9 Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn;

wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.
10 Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre,
und wenn's köstlich gewesen ist,
so ist es Mühe und Arbeit gewesen;

5. Wir fahren hin durch deinen Zorn,

all' unser' Tage sind verlor'n,
kein Winden hilft, noch Ringen.
Die Jahr' geh'n hin eh man's recht merkt
gleichwie ein G'schwätz und Fabelwerk
geredt von eilen Dingen.
Währt unser Leben sieb'nzig Jahr
so ist's ein hohes Alter,
kommt's auf achtzig, sag ich fürwahr,
es ist ein schweres Malter.
Und ist die größte Herrlichkeit
in so viel langen Jahren
nur Müh' und Herzeleid.

denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.

11 Wer glaubt aber, daß du so sehr zürnest,
und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm?

6. Eh' wir es nehmen recht in Sinn,

fährt unser Leben schnell dahin,
als flögen wir von dannen.
Ach Gott, erbarm's, daß wir so blind,
zu unserm eig'nen Schaden sind,
kehr'n uns an kein Vermahnen.
Für deinem Grimm, Gott, unser Herr,
kein Furcht noch Scheu wir haben,
wer gläubt's daß du zürnest so sehr,
niemand bedenkt den Schaden,
darum dein Zorn gleich wie ein Flut
mit Macht auf uns zudringet,
das tut die Läng' kein Gut.

12 Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen,

auf daß wir klug werden.
13 HERR, kehre doch wieder zu uns
und sei deinen Knechten gnädig!
14 Fülle uns früh mit deiner Gnade,
so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.

7. Ach Gott, lehr' uns bedenken wohl,

daß wir sind sterblich allzumal,
auf daß wir doch klug werden.
Kehr' dich zu uns mit deiner Gnad'
vergib die Sünd' und Missetat
dein' Knechten hie auf Erden!
Füll' uns früh mit Barmherzigkeit
durch Christum deinen Sohne
nach deiner großen Gütigkeit
in Gnaden unser schone,
so woll'n wir unser Leben lang
solch's rühmen und mit Freuden
die sagen Lob und Dank.

15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest,

nachdem wir so lange Unglück leiden.
16 Zeige deinen Knechten deine Werke
und deine Ehre ihren Kindern.
17 Und der HERR, unser Gott, sei uns freundlich
und fördere das Werk unsrer Hände bei uns;
ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern!

8. Erfreu' uns wied'r wie du zusagst,

nachdem du uns so lange plagst,
und wir groß' Unglück leiden.
Zeig deinen Knechte deine Werk'
und unsern Kindern Ehr' und Stärk,
dein Gnad', Herr, bring uns Freude,
Sei uns freundlich, Herr, unser Gott,
laß dein' Huld ob uns schweben,
Regier' durch deines Geistess Rat,
all' unser Tun und Leben,
und förd're unser Hände Werk,
ja bei uns woll'st du fördern,
Herr, unser Hände Werk.


Verweise


Einzelnachweise