Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl

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Version vom 9. November 2016, 14:10 Uhr von Mm54 (Diskussion | Beiträge)

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Das Lied im Werk J. S. Bach's

Strophe 3 ist als Arie in der Bach Kantate 166 (siehe Weise).


Text der Hymne

1. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl,
daß ich einmal muß sterben.
Wann aber das geschehen soll
und wie ich soll verderben
dem Leibe nach, das weiß ich nicht,
es steht allein in dein'm Gericht,
du weißt mein letztes Ende!


2. Und weil ich denn, als dir bewußt
durch deines Geistes Gabe
an dir allein die beste Lust
in meinem Herzen habe
und feste glaub', daß du allein
mich hast von Sünd' gewaschen rein,
und mir dein Reich erworben


3. So bitt' ich dich, Herr Jesu Christ,
halt mich bei den Gedanken
und laß mich ja zu keiner Frist
von dieser Meinung wanken,
sondern dabei verharren fest,
bis daß die Seel' aus ihrem Nest
wird in den Himmel kommen.


4. Kann's sein, so gib durch deine Hand
mir ein vernünft'ges Ende,
daß ich mein' Seel fein mit Verstand
befehl' in deine Hände,
und so im Glauben sanft und froh,
auf meinem Bettlein oder Stroh
aus diesem Elend fahre.


5. Wo aber du mich in dem Feld,
durch Raub auf fremder Grenze,
in Wassersnot, Hitz' oder Kält',
oder durch Pestilenze,
nach deinem Rat willst nehmen hin,
so richt' mich, Herr, nach meinem Sinn,
den ich im Leben führe.


6. So wohl, wo ich aus Schwachheit groß
mich nicht rechtschaffen hätte,
ging etwa oder läge bloß
und unbescheiden redte,
so laß mich's, Herr, entgelten nicht,
weil's wider mein Bewust[1] geschicht
und mich nicht kann besinnen.


7. O Herr, gib mir in Todespein
ein säuberlich' Geberde
und hilf, daß mir das Herze mein
fein sanft gebrochen werde
und wie ein Licht, ohn' übrig Weh
auf dein unschuldig' Blut vergeh',
das du für mich vergossen.


8. Jedoch ich dich nicht lehren will,
noch dir mein End beschreiben,[2]
sondern dir allweg halten still,
bei deinem Wort verbleiben,
und glauben, daß du als ein Fürst
des Lebens mich erhalten wirst,
ich sterb' gleich wie ich wölle.


9. Derhalben ich in meinem Sinn
mich dir tu ganz ergeben,
denn sieh', der Tod ist mein Gewinn,
du aber bist mein Leben
und wirst mein Leib ohn alle Klag',
das weiß ich g'wiß, am Jüngsten Tag
zum Leben auferwecken.


Verweise


Einzelnachweise

  1. d.h. "gegen meinen bewußten Willen"
  2. also "vorschreiben"