Hessen-Kassel

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Die Landgrafschaft Hessen-Kassel ist ein Fürstentum im Deutschen Reich.


Geschichte

Kassel liegt in Nordhessen. Die Landgrafschaft Hessen-Kassel entstand 1567 durch eine Erbteilung der Landgrafschaft Hessen nach dem Tod des Landgrafen Philipp des Großmütigen. Der älteste Sohn Philipps, Wilhelm IV., erhielt mit Hessen-Kassel etwa die Hälfte des Territoriums einschließlich Kassel. Das Erbe der brüderlichen Linien Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels fiel nach deren Aussterben binnen einer Generation an Hessen-Kassel bzw. Hessen-Darmstadt zurück. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt Hessen-Kassel durch den Westfälischen Frieden das Gebiet der gefürsteten Abtei Hersfeld als Reichslehen. Weiterhin wurde dem Haus Hessen-Kassel ein Teil der ehemaligen Grafschaft Schaumburg zugeschrieben.

1643 gelang es Landgräfin Amalie Elisabeth, einer geborenen Gräfin von Hanau-Münzenberg, mit Graf Friedrich Casimir von Hanau einen Erbvertrag des Inhalts abzuschließen, daß bei einem Aussterben des Hauses Hanau die Grafschaft Hanau-Münzenberg an Hessen-Kassel fallen solle. 1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. von Hanau der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Hanau-Münzenberg fiel daraufhin an Hessen-Kassel.

1749 konvertierte der Erbprinz Friedrich im Fürstbistum Paderborn zunächst heimlich vom reformierten zum römisch-katholischen Glauben. Diese persönliche Entscheidung wurde von seiner Familie auf das schärfste bekämpft. Friedrichs Vater Landgraf Wilhelm VIII., der in einer Regentschaft das Land regierte, verpflichtete seinen Nachfolger 1754 in einer Assekurationsakte, den evangelischen Glauben im Lande nicht anzutasten und Bündnisverpflichtungen vor allem gegenüber Preußen einzuhalten. Die Grafschaft Hessen-Hanau wurde von Hessen-Kassel abgetrennt und dem Sohn Friedrichs II., dem späteren Kurfürsten Wilhelm I. übertragen, wobei seine Mutter zunächst die Regentschaft für ihn ausübte.

Kurwürde

Gleichzeitig mit dem 1803 vollzogenen Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisierung der geistlichen Herrschaften wurde der Landgraf von Hessen-Kassel zum Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation erhoben. Daher wurde später die Bezeichnung Kurhessen oder Kurfürstentum Hessen für die Landgrafschaft Hessen-Kassel gebräuchlich.


Verweise