Heut' ist gewiß ein guter Tag

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Das Werk

Es handelt sich um eine verschollene Glückwunschkantate.

Text des Werks

Recitativo Sylvia, Phillis: Heut is gewiß ein guter Tag

Sylvia: Heut is gewiß ein guter Tag,
mir ist so wohl, ich weiß mich nicht zu lassen,
ich kann mich kaum vor Freuden fassen,
die ich nicht nennen mag.
Phillis: Auch meine Lust ist ungemein,
der heut'ge Tag muß recht glückselig sein.
Sylvia: So bin ich nicht im frohen Mai gewesen.
Phillis: Und in der grünen Felder Pracht,
die alle Sinnen freudig macht,
hab' ich die Blumen nie gelesen
mit so vollkomm'ner Lust,
die jetzt in meiner Brust;
da doch der Schnee die Hütten deckt.
Sylvia: Wenn die Vergnügung drinnen steckt,
so muß sie unsre Herzen rühren,
es mag sonst schneien oder frieren.

Aria Sylvia: Ein vergnügt und ruhig Leben

Ein vergnügt und ruhig Leben
ist das beste dieser Zeit.

In den Feldern, in den Auen
ist nicht Schöneres zu schauen,
als des Herzens Fröhlichkeit.

Phillis: Unsers Hertzens liebste Weide

Unsers Hertzens liebste Weide
bleibet wohl vergnügt zu sein.
Aber von des Himmels Güte,
Daphnis edlestem Gemüte
Kommet unsre Lust allein.

Recitativo Sylvia, Phillis: Du redest recht

Sylvia: Du redest recht,
nur Gott und Daphnis edles Leben
kann uns so viel Freude geben.
Gewiß es sah um uns sehr schlecht,
als noch im Frühlingsschein
den großen Daphnis was befallen.
Man hörte nichts, als Klagen, Schmerz und Pein
durch Wald und Felder schallen.

Phillis: Man hing die Flöten hin.
Man saß mit recht betrübten Sinn.
Auch in den allerschönsten Auen
War schon nichts schönes mehr zu schauen,
Da Daphnis Leben in Gefahr.

Sylvia: Ein jeder Schäfer in dem Lande,
der dazumal halb tod vor Schrecken war,
sprach sonder Trost: Weh unserm Hirtenstande,
wenn Daphnis uns nicht weiter schützt,
wenn seine Klugheit, Gnad' und Güte,
wenn sein gerecht- und tugendhaft Gemüte,
nicht unsre Wohlfahrt unterstützt.

Phillis: Wenn Daphnis Geist von uns gewichen,
so wären wir mit Ihm erblichen.

Phillis, Sylvia: Doch so erfreuet unsre Brust,
dich aller Hirten Aug und Lust,
dich holden Daphnis in den Auen
gesund, vergnügt und wohl zu schauen.

Sylvia: Mit Anmuth sieht man Ihn
durch Büsch' und Felder ziehn,

Phillis: Kein Wild vermag Ihm zu entgehen,
kein Vogel ist zu schnell vom Flug,
kein Reh' ist Ihm geschwind genug.
Es ist mit Lust zu seh'n,
Wenn, da er an dem Rohre schnellt,
gleich alles niederfällt.

Aria Phillis: Jagen ist ein groß Ergötzen

Jagen ist ein groß Ergötzen
und des Edlen Daphnis Lust.
Wenn die flüchtgen Rehen springen,
Wenn von manchem frohen Thon,
Wald und Felder wieder klingen,
Denn so lachet unsre Brust.
Jagen ist ein groß ergetzen
Und des Edlen Daphnis Lust.

Recitativo Thyrsis, Phillis: Ihr singt von Jagen und von Lust

Thyrsis: Ihr singt von Jagen und von Lust?
Gar recht, nichts als Ergetzen,
Und was uns mag in Wonne setzen,
sei uns bewußt:
Denn dieser Tag ist ungemein.

Phillis: Er muß besonders glücklich seyn.
Wir sind vergnügt und schertzen,
Und wissen nicht, was unsern Hertzen
Noch gutes heut begegnen wird.

Thyrsis: Noch gutes? Es soll Daphnis leben!
So jauchzet itzund jeder Hirt.
Heut ist der Tag, an dem ihm Gott gegeben.

Sylvia: O angenehmste Stunde!

Phillis: Willkommen liebster Tag!
Wer lehret mich, wie ich mit frohen Munde
den schönsten Daphnis preisen mag.

Sylvia: Es ahnte mir.

Phillis: Mir sagte gleich das Herz,
Es müssen uns're Fröhlichkeiten
was Großes nur bedeuten.

Beide: O auserkor'nes Licht, das itzt durch unsre Fluren bricht.

Sylvia: Wie mögen wir uns wohl hierbei erweisen?

Thyrsis: Auf, laßt uns Gott und Daphnis preisen.

Aria Sylvia, Phillis, Thyrsis: Auf, lobet dem gütigsten Gott

Auf, lobet den gütigsten Gott,
der unseren teuersten Daphnis bekrönet,
Ihn vergnügt und wohl zu seh'n,
ist des Landes Wohlergehn,
Wo alles anjetzo von Freuden ertönet.
Auf, danket dem gütigsten Gott!

Recitativo Thyrsis, Phillis, Sylvia: So schenket nach dem Leiden

Thyrsis: So schenket nach dem Leiden
der Himmel tausend Freuden.
So können wir anitzt vergnügter sein,
als wie in Frühlingsschein.

Phillis: Wo Daphnis ist, den alles liebt,
den alles ehret,
dem dieser Ruhm nächst Gott gehöret,
daß Er uns Fried' und Wonne gibt.

Sylvia, Phillis: Wo Daphnis ist, beglückter Hirtenstand,
O selig Land,
das unter seiner Gnade schwebet!

Sylvia, Phillis, Thyrsis: Wo Daphnis lebet,
da wird aus Nacht
ein Freudentag gemacht.

Thyrsis, Phillis: Da hört man nichts von Drangsahl und Beschwerden,
Da muß durch seine Gütigkeit
durch seine Huld und freundlichsten Gebärden
die rauhe Winterszeit
zum schönsten Frühling werden.

Aria Sylvia

Der Himmel lachet mit Vergnügen,
und überschneiet uns mit Lust.

So viel von oben Flocken fallen,
so viel soll Daphnis Ruhm erschallen,
so vieles Wohl beglücke seine Brust.

Recitativo Thyrsis, Phillis, Sylvia: Denn wird es wohl um unsre Hütten stehen

Thyrsis: Denn wird es wohl um unsre Hütten stehen,
wenn unser Oberhirt
bei lauter Wohlergehen
recht grau von hohen Alter wird.

Phillis: Wenn Er die schönste Schäferin,
die von so klug- und tugendhaften Sinn,
von holden Sitten, edlem Wesen,
kurz, die so angenehm als wie Er selber ist,
wenn Er dieselbe sich erkiest.

Sylvia: Wenn Er sich die zu allen Wohl erlesen.

Sylvia, Phillis: Dann grünen unsre Felder,
dann prangen unsre Wälder.

Thyrsis: Denn wird, wenn Daphnis nur beglückt,
das Land von Freuden ganz entzückt.

Phillis: Denn spielt der Schäfer in den Matten,

Sylvia: denn scherzt er in dem kühlen Schatten,

Thyrsis: Denn singet er, daß Wald und Feld erklingt
von allem Heil, das Daphnis Gnade bringt.

Aria (Tutti)

Schönster Tag, beliebte Stunde,
kommet oft erwünscht zurück.
Weil noch weiche Hirten singen,
soll der schönste Nam' allein
Echo dein Vergnügen sein,
Daphnis muß nur wieder klingen,
lebe Daphnis unser Glück.
Schönster Tag beliebte Stunde,
kommet oft erwünscht zurück.


Verweise